Beschluss HV 2019: Zentrale Datenspeicherung von Patientendaten gefährdet Arztgeheimnis

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte lehnt eine zentrale Speicherung von Patientendaten ab.

Dadurch wird das Arztgeheimnis als zentraler Bestandteil des Arztberufes gefährdet.

Begründung:

Der erneute weltweite Datenskandal, bei dem millionenfach sensible medizinische Daten mit konkretem Bezug zu Patienten frei verfügbar im Internet aufgetaucht sind, wurde vom Bundesminister für Gesundheit und dem Bundesdatenschutzbeauftragten mit starken Worten gebrandmarkt.

Gleichzeitig verfolgt das Ministerium für Gesundheit weiterhin die Pläne für eine zentrale Speicherung aller medizinischen Daten durch die Telematik Infrastruktur (TI).

Durch enorme Begehrlichkeiten seitens der Versicherungen, Banken und Arbeitgeber werden unkalkulierbare Gefahren für das Arztgeheimnis die Folge sein. Da ist es nur eine Frage der Zeit, wann Hacker die Zentralserver knacken und die Daten verkaufen. Alle bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass eine hundertprozentige Sicherung vor unerlaubtem Zugriff zu diesen Daten nicht gewährleistet werden kann. Daher muss diese Form derartiger Datensammlungen auf das Schärfste verurteilt werden. Dem Arztgeheimnis muss weiterhin oberste Priorität eingeräumt werden.

Neues Datenschutzrecht 2018

FVDZ-Leitfaden für die Zahnarztpraxis

Für Mitglieder des FVDZ ist im geschlossenen Mitgliederbereich ein FVDZ-Leitfaden zum neuen Datenschutzrecht 2018 abrufbar. Der Leitfaden informiert über die am 25.05.2018 in Kraft getretenen Neuregelungen der „Datenschutzgrundverordnung“ und des neu gefassten Bundesdatenschutzgesetzes.

Im Rahmen einer Einleitung wird ein kurzer Überblick über die neuen und schwer durchschaubaren Spielregeln besonders beim Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten gegeben. Zu den angesprochenen Punkten können über eine jeweilige Verlinkung Kurzinformationen abgerufen werden. Zudem enthält der Leitfaden einige Muster für die Praxen (z.B. Muster Patienteneinwilligung, Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten), um Sie im Praxisalltag zu unterstützen. Diese Muster können zur erforderlichen Individualisierung auch in Word abgerufen werden.

Bei dem neuen Datenschutzrecht ist gerade beim Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten aktuell noch sehr viel im Fluss, wobei sich selbst Experten noch in vielen Punkten in der Abstimmung befinden. Der Leitfaden wird als Online-Version gegebenenfalls aktualisiert.

Hier geht es zum Leitfaden.