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Themen dieser Ausgabe

 

  • BV: Agenda konkretisiert
  • Corona: App erfüllt nicht die Erwartungen
  • Corona: Tests beim Zahnarzt?
  • PEI: Impfstoffe sind sicher
  • FVDZ akademie: Neue Angebote - Kongressabsage
  • OLG: Masken-Attest nur mit nachvollziehbarer Begründung

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik

 

BV: Agenda konkretisiert


Der Bundesvorstand des Freien Verbandes (BV) hat sich am vergangenen Freitag in einer Video-Konferenz angesichts des „Super-Wahljahrs“ erneut mit der Konkretisierung seiner politischen Kernforderungen befasst. Grundlage der Diskussion war ein von der Arbeitsgruppe Politik erarbeitetes Konzept „Agenda 2021 – Freie Berufsausübung gestalten“, das einstimmig angenommen wurde. Primat bleibe für den Verband die von Einflüssen Dritter freie Berufsausübung. Nur sie gewährleiste das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Zahnärzten, betonte dazu Bundesvorsitzender Harald Schrader. Bei der konkreten Umsetzung dieses Anspruchs gebe es durchaus verschiedene Wege. „Mit identischen Tönen erzeugt man keine Harmonien. Körperschaften, Fachgesellschaften und Verbände haben durchaus unterschiedliche Funktionen im standespolitischen „Konzert“. Sie müssen aber aufeinander abgestimmt sein“, so Schrader. Nun werden die Landesverbände über den Erweiterten Bundesvorstand (EV) in die Diskussion einbezogen, damit bundesweit „Wahlkampfmunition“ verteilt werden kann. Wichtiges Thema in Zeiten von Corona-Beschränkungen ist die interne Kommunikation. Stefanie Marxkors berichtete von positiven Erfahrungen mit der neuen Kommunikations-App. Als zeitgemäß und ansprechend präsentiert sich der aktualisierte Web-Auftritt des Verbandes: „Schneller, übersichtlicher und mit drei Klicks am Ziel“, lobte Bertram Steiner. „Wir sind mit dem Auftakt sehr zufrieden. Die Resonanz hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, konnte Frank Wuchhold vom Start der Deutschen Zahnärzte-Genossenschaft (DZG) berichten. Es gebe nicht nur etliche Anfragen nach den Service-Angeboten der DZG und ihrer Partner, sondern auch Interesse zur Zusammenarbeit bei weiteren Anbietern von Materialien und Dienstleistungen für Zahnarztpraxen. Diskutiert wurde auch die Antwort von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den offenen Brief des Bundesvorstandes. Spahn bezeichnet darin die Kritik als „so nicht nachvollziehbar“ und verweist auf die mit dem GPVG geschaffenen Möglichkeiten für die Selbstverwaltung zur Unterstützung von Zahnarztpraxen.

 

Corona: Warn-App erfüllt nicht die Erwartungen


Der Lock-Down wirkt bislang nicht wie erhofft. Die Infektions- und besonders die Todeszahlen gehen kaum zurück. Daher wurden Forderungen zur besseren Kontaktverfolgung laut. Wahrend einige Datenschutzbeauftragte (u.a. Marit Hansen in Schleswig-Holstein und Ulrich Kelber auf Bundesebene) und der Chaos Computer Club (CCC) vor einer Aufweichung des Datenschutzes warnen, fordern andere (zuletzt der CDU-Politiker Friedrich Merz), die technischen Möglichkeiten der elektronischen Kontaktverfolgung besser zu nutzen. Tatsächlich teilen offenbar nur wenige Nutzer ihr positives Testergebnis. So wurden von Mitte Juni bis Anfang Januar insgesamt knapp 200.000 positive Testergebnisse über die Warn-App geteilt. Das sind nur etwa 11 Prozent aller in diesem Zeitraum positiv ausgefallenen Corona-Testergebnisse in Deutschland. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind die Meldungen aber zuletzt angestiegen: Vom 1. September bis 6. Januar haben demnach 58 Prozent der Nutzer ein positives Testergebnis in der App angegeben. Von insgesamt 319.261 positiven Testergebnissen wurden 185.437 tatsächlich auch geteilt. Die von SAP zusammen mit der Deutschen Telekom entwickelte Corona-Warn-App ging im Juni an den Start und wurde inzwischen 24,9 Millionen Mal herunter geladen (Stand 7. Januar). Wie häufig sie tatsächlich genutzt wird, ist nicht bekannt. Auch nicht, wie viele Menschen über eine mögliche Risiko-Begegnung informiert wurden. Grund sind die Datenschutzvorgaben. Quelle: dpa, jh

 

Corona: Tests beim Zahnarzt?


Meldungen über Corona-Schnelltests durch Zahnärzte und Apotheker sorgten vergangene Woche für Unruhe. Etliche Zeitungen hatten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit den Worten zitiert: "Schnelltests helfen, Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko zu schützen". Nun könnten im Auftrag der Gesundheitsämter "auch Zahnarztpraxen und Apotheken in Schulen, Kitas oder Pflegeheimen testen". Das gehe aus der geänderten Coronavirus-Testverordnung des Gesundheitsministeriums hervor, meldete die Deutsche Presse-Agentur. Damit werde der Kreis der beauftragungsfähigen Personen und Einrichtungen konkretisiert, um die für die Stellen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) erforderliche Rechtssicherheit zu schaffen, habe das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Nachfrage erklärt. Mit der Verordnung wurde auch die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste, insbesondere solche der ambulanten Intensivpflege, auf 20 Tests pro Betreuten und Monat erhöht. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe können künftig getestet werden.
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat darauf hingewiesen, dass die Berechtigung zur Testung durch einen Zahnarzt eine entsprechende Beauftragung durch den ÖGD zwingend voraussetzt. Trotz anders lautender Presseberichte sei es Zahnärzten ohne einen entsprechenden Auftrag durch den ÖGD weiterhin nicht möglich, Patienten mittels Antigen- oder PCR-Test auf das Corona-Virus zu testen.
Davon unberührt bleibe die Testung des eigenen Praxispersonals.
Quelle: dpa, bzaek, jh

 

PEI: Impfstoffe sind sicher


Nach Angaben der Leiterin der Abteilung „Sicherheit von Arzneimitteln“ des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Brigitte Keller-Stanikowski, liegen die gemeldeten Impf-Zwischenfälle im Rahmen der erwartbaren Ereignisse. Bis Donnerstag letzter Woche wurden gut 850.000 Menschen in Deutschland gegen COVID-19 geimpft, die meisten davon aus Hochrisikogruppen. Bis Sonntag wurden bei insgesamt 325 Impflingen 913 Impfreaktionen gemeldet, 51 davon waren schwer. Es gab zehn Todesfälle in zeitlicher Nähe zur Impfung. Diese würden weiter untersucht, aber insgesamt seien die Meldezahlen kein Signal für unbekannte Impfrisiken, so Keller-Stanikowski. Die Verstorbenen seien sehr alt (79-93 Jahre) gewesen und hätten zudem schwere Grunderkrankungen gehabt, ein Zusammenhang mit der Impfung sei unwahrscheinlich. In Deutschland prüfen Experten für Pharmakovigilanz alle Verdachtsfälle bei Impfungen. Nebenwirkungen können von jedermann auf der PEI-Website gemeldet werden. Hinzu kommen Pflichtmeldungen von Ärzten und Apothekern an die Gesundheitsämter sowie die Meldungen der Hersteller. Die Ereignisse werden daraufhin abgeklärt, ob sie häufiger auftreten, als durch natürliche Ursachen zu erwarten wäre. Es hat sich gezeigt, dass leichtere Impfreaktionen wie Fieber und Kopfweh nach Corona-Impfungen etwas häufiger auftreten als bei der Grippe-Impfung. Als schwere Impfreaktionen wurden in Studien (meist reversible) Faszialis-Paresen (<1:10.000) registriert sowie Anaphylaxie bei vorliegender Allergie gegen Vakzinen-Bestandteile.
Quelle: äz jh

 

Aus dem Verband

 

FVDZ akademie: Neue Angebote - Kongressabsage


Sie möchten sich trotz Corona einfach und erfolgreich weiterbilden? Ohne Reisekosten und Ausfallzeiten? Dann nutzen Sie das Online-Seminarangebot. Der Freie Verband hat sein Fortbildungsangebot erweitert und bietet nun auch Web-Seminare in der FVDZ akademie an. Top-Referenten bilden Sie und Ihr Praxisteam zu ausgewählten Themen weiter. Testen Sie diese moderne, bequeme und kostengünstige Weiterbildung. Das Seminarangebot finden Sie im Netz unter www.fvdz.de/seminarkalender. Weitere Informationen per E-Mail unter akademie@fvdz.de oder telefonisch unter 0228 - 8557 0.
Wegen der weiter bestehenden und wahrscheinlich sogar demnächst verschärften Corona-Beschränkungen müssen der Praxis-Ökonomie-Kongress auf Sylt und der diesjährige Sommer-Kongress auf Usedom leider erneut abgesagt werden. Derzeit wird ein alternatives Online-Angebot geplant. Sie werden rechtzeitig informiert.
Das FVDZ akademie-Team

 

Auch das noch

 

OLG: Masken-Attest nur mit nachvollziehbarer Begründung


Das Oberlandesgericht Dresden hat in einem aktuellen Urteil die Anforderungen an ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht präzisiert (AZ: 6 W 939/20). Nach Auffassung der Richter müsse sich aus dem Attest „nachvollziehbar ergeben“, welche „konkreten gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufgrund der Tragepflicht“ zu erwarten seien und „woraus diese im Einzelnen“ resultierten. Außerdem seien „relevante Vorerkrankungen konkret zu bezeichnen“, und es müsse „im Regelfall erkennbar“ werden, „auf welcher Grundlage der attestierende Arzt zu seiner Einschätzung gelangt“ sei. Im konkreten Fall hatte eine Frau den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt, um ohne Maske am Präsenzunterricht der Ausbildung in einer medizinischen Einrichtung teilnehmen zu dürfen. Davon war sie trotz Vorlage eines Attests ausgeschlossen worden. Das Landgericht Chemnitz hatte den Antrag erstinstanzlich abgewiesen. Das Oberlandesgericht Dresden bestätigte nun diese Entscheidung.
Quelle: äz, jh