Newsletter FVDZ aktuell vom 17.5.2022

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Themen dieser Ausgabe

 

  • Tagung der Landes- und Bezirksgruppenvorsitzenden: Was war, was bleibt, was kommt?
  • DIVI: Zahl der Covid-19-Intensivpatienten nur noch dreistellig
  • BGW: Arbeitsschutz in den Praxen beibehalten
  • Sorge: Massive Kritik an Lauterbach
  • Impfungen durch Zahnärzte: Neue Verordnung
  • Zusatzangebot zum Sylter Kongress: „Die erfolgreiche Zahnarztpraxis in veränderten Zeiten“
  • Datenschutz: Vorsicht bei der Nutzung von social media

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik

 

Tagung der Landes- und Bezirksgruppenvorsitzenden: Was war, was bleibt, was kommt?


Drei Jahre ist es her, dass die Bezirksgruppenvorsitzenden, die Landesvorsitzenden und der Bundesvorstand des Freien Verbandes das letzte Mal live und in Farbe gemeinsam getagt haben. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit – mit alten und neuen Köpfen, mit bekannten und neuen Themen und vielen Ideen. „Was war 2019, was kam, was blieb?“, fragte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader in seiner politischen Einführung. 2019 habe man sich mit dem Terminservicegesetz und den Investoren-MVZ beschäftigt, das Gesetz sei in Kraft, die MVZ und die Probleme seien geblieben. Der Verband habe sich mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) beschäftigt, die Probleme mit elektronischer Patientenakte, Konnektoren & Co. seien geblieben. Und nicht zuletzt die Gebührenordnung, auch die habe bereits vor drei Jahren auf der Agenda gestanden. „Und sie steht weiter still“, sagte Schrader. Zu den alten Herausforderungen sei eine neue hinzugekommen: Corona. Die Pandemie mit all ihren Wendungen habe die Zahnarztpraxen viel Energie gekostet. Doch anders als die Signale aus dem Bundesgesundheitsministerium, die immer noch nur „auf Pandemie ausgerichtet“ seien, müsse es jetzt eine Rückkehr zu „normaler Gesundheitspolitik geben“, forderte Schrader. Mit frischem politischem Input gestärkt ging es für die Teilnehmer in die Gruppenarbeit zum Thema „Frischer Wind für die Kommunikation“. Im offenen Austausch wurden Defizite benannt, Ideen und Vorschläge erarbeitet, aus denen am Ende beeindruckend viel Input für den Verband entstand. Der Geschäftsführer des FVDZ, Heinrich Bolz, rundete mit der Darstellung des neuen Leistungsportfolios des Verbandes den Informationsaustausch ab. „Schade für alle, die nicht da waren“, sagte ein Teilnehmer am Ende der Veranstaltung. Mit großer Mehrheit beschlossen die Anwesenden, diese Art der standespolitischen Arbeit ausbauen zu wollen und künftig zweimal im Jahr in dieser Konstellation zu tagen.
Quelle: sas

 

DIVI: Zahl der Covid-19-Intensivpatienten nur noch dreistellig


Die Zahl der auf Intensivstationen in Deutschland mit Covid-19 behandelten Personen ist nur noch dreistellig. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und das Robert Koch-Instituts (RKI) gaben am Freitag 979 an. So niedrig war die Zahl seit Ende August 2021 nicht mehr. Im Dezember waren noch knapp 4.900 Covid-19-Fälle behandelt worden. Der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, erklärte, er rechne mit einem weiteren Rückgang. Man müsse sich aber jetzt vorbereiten für den wieder steigenden Infektionsdruck im Herbst. Vor einem Jahr war die Zahl der Schwerkranken mit Covid-19 mehr als viermal so hoch. Die geringere Zahl schwerer Verläufe trotz hoher Infektionsraten wird auf die zunehmende Immunität in der Bevölkerung und die weniger aggressive Omikron-Variante zurückgeführt. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei unter 500. Das RKI erklärte, das Infektionsgeschehen sei zwar weiter rückläufig – der Infektionsdruck und die Gefährdung der Bevölkerung blieben aber hoch.
Quelle: änd, jh

 

BGW: Arbeitsschutz in den Praxen beibehalten


Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege (BGW) hat darauf hingewiesen, dass der Arbeitsschutzstandard für ärztliche und zahnärztliche Praxen das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus bei der Arbeit minimieren und die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten schützen soll. Die Gefahr von betrieblichen Krankheitsausbrüchen sei wegen der Omikron-Variante hoch. Daher sollten unnötige Kontakte vermieden und „Pausen idealerweise im Freien verbracht werden“, heißt es auf der Webseite. Soweit möglich sollte Homeoffice angeboten werden. Besprechungen oder Personalschulungen sollten reduziert und unter Einhaltung geeigneter Schutzmaßnahmen abgehalten, Wartezeiten von Patienten vermieden werden. Alle Personen seien über die aktuellen Maßnahmen zum Infektionsschutz zu informieren. Beschäftigte mit Symptomen einer Atemwegserkrankung und Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion oder positivem Antigentest haben laut BGW „der Arbeitsstätte fernzubleiben beziehungsweise diese unverzüglich zu verlassen“. Im Übrigen seien die jeweiligen Verordnungen der Länder zu beachten.
Quelle: äz, jh

 

Sorge: Massive Kritik an Lauterbach


Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), hat die Amtsführung von Karl Lauterbach (SPD) in einem Brief an den Minister scharf kritisiert und die Umtriebigkeit des Vorgängers Jens Spahn (CDU) gelobt. So sei die neuerliche Rücknahme eines Gesetzentwurfs des eigenen Hauses „nur eines von zahlreichen Manövern, die in der Fachwelt, im Gesundheitswesen und vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern für wachsende Verunsicherung sorgen“. Gemeint ist der Vorstoß zu einer Ex-Post-Triage (der Abbruch einer Behandlung zugunsten eines Patienten mit besseren Überlebenschancen). Sorge nennt im Weiteren den im März zurückgezogenen Entwurf zur finanziellen Stabilisierung der GKV und die Beschaffung von Impfstoff trotz stagnierender Impfkampagne, was zusätzliche Kosten von knapp drei Milliarden Euro verursacht habe. Am Ostersonntag habe Lauterbach die Angst vor einer Corona-„Killervariante“ geschürt. Wie er das Land konkret für eine mögliche Herbstwelle wappnen wolle, bleibe indes offen. Auch die vollständige Evaluation von Corona-Maßnahmen durch den Sachverständigenausschuss werde ausgebremst. Stattdessen werde die Cannabis-Legalisierung an die Spitze der Agenda gerückt. Das sei eine Gesundheitspolitik der Volten und Kehrtwenden, ein Hin- und Her von Ankündigungen und Rückziehern, das zu einem Vertrauensverlust führe.
Quelle: änd, jh

 

Impfungen durch Zahnärzte: Neue Verordnung


Der Referentenentwurf einer Corona-Impfverordnung soll das Impfen durch Zahnärzte in Zahnarztpraxen nun (endlich) möglich machen. „Da in den Zahnarztpraxen inzwischen die mit der Aufnahme verbundenen technischen Fragen, insbesondere bezüglich der Impfsurveillance, nun umgesetzt werden können, werden diese nunmehr in § 3 Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 und 9 als eigenständige Leistungserbringer aufgenommen“, heißt es dazu im Entwurf des BMG. Das gilt auch für Zahnärzte ohne Kassenzulassung. Diese sollen ihre Impfleistungen künftig über die Kassenärztlichen Vereinigungen abrechnen. Das lehnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) allerdings ab. Die KVen seien mit der Abrechnung der „aktuell zugelassenen Leistungserbringer ausgelastet“, kritisiert die KBV in ihrer Stellungnahme. Man halte es zudem nicht für zweckmäßig, für Vertrags- und Privatzahnärzte unterschiedliche Abrechnungswege zu etablieren. Kritik übt die KBV auch an der vorgesehenen Erweiterung des Leistungsspektrums von Impfzentren und mobilen Impfteams. Diese sollen künftig auch Impfungen für die Geflüchteten aus der Ukraine übernehmen. Dies hält die KBV für nicht erforderlich.
Quelle: änd, jh

 

Aus dem Verband

 

Zusatzangebot zum Sylter Kongress: „Die erfolgreiche Zahnarztpraxis in veränderten Zeiten“


Unser traditionsreicher Sylter Praxis-Ökonomie-Kongress findet nach zwei Jahren coronabedingter Pause nun vom 27. bis 28. Mai wieder als Präsenzveranstaltung statt. Als Zusatzangebot bieten wir für alle, die nicht persönlich kommen können oder sich die zwölf Vorträge im Nachgang noch einmal in Ruhe zu Hause anschauen wollen, die „Web-Aufzeichnung on demand“ an. Die Vorträge dauern je circa 60 Minuten und sind nur als Paket gegen Gebühr buchbar und stehen vom 1. Juni bis 31. Juli 2022 zum Abruf auf der Homepage bereit. Weitere Infos unter www.fvdz.de/sylt. Wir freuen uns auf Ihre Buchung!

 

Auch das noch

 

Datenschutz: Vorsicht bei der Nutzung von social media


Die Landesbeauftragte für den Datenschutz in Brandenburg, Dagmar Hartge, hat in ihrem Tätigkeitsbericht Ärzte vor einer unreflektierten Nutzung von WhatsApp gewarnt. Eine Ärztin für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hatte einer Gruppe über WhatsApp ihre neue Praxisanschrift mitgeteilt, ohne deren Zustimmung einzuholen. Damit waren allen die Telefonnummern offenbart worden. Dadurch wären Rückschlüsse möglich, wer sich bei der Ärztin in Behandlung befand. Die Mutter einer ehemaligen Patientin hatte sich beschwert. Die Mitglieder der WhatsApp-Gruppe hätten zustimmen müssen oder es hätte ein überwiegendes berechtigtes Interesse an der Offenbarung bestehen müssen, erklärte Hartge. Die Verwendung von WhatsApp sei aufgrund der Datenverarbeitung in den USA generell „äußerst kritisch zu bewerten“. Gegen die Ärztin wurde ein Bußgeld in vierstelliger Höhe verhängt.
Quelle: änd, jh

Der Autor

Dr. Joachim Hüttmann

Dr. Joachim Hüttmann ist seit 1986 niedergelassener Zahnarzt in Bad Segeberg. Nach dem Studium promovierte er zum Thema Parodontologie.

Er war Kreisvereinsvorsitzender und Landesvorsitzender des Freien Verbandes in Schleswig-Holstein, Vorstand Öffentlichkeit der Zahnärztekammer und Vorsitzender der KZV-Vertreterversammlung, langjähriges Mitglied des FVDZ-Bundesvorstandes und Chefredakteur des DFZ.

Seit 2019 ist er (wieder) Chefredakteur des FVDZ aktuell (früher FreiFax).

Mail: presse@fvdz.de