FVDZ aktuell vom 20.1.2026
- Vorstandssitzungen: Agenda für das Jahr festgelegt
- Letzte Chance: Wir verlosen 70 kostenlose Jahresmitgliedschaften
- FVDZ-Webtalk: Behandeln ohne Assistenz – Provisorium oder Praxisstrategie?
- apoBank: Gesundheitspolitik 2026 im Fokus
- Selbstständige: Gesetzentwurf zum Mutterschutz kommt
- Umfrage: Deutschland bei Digitalisierung abgehängt
- TK: Arzneimittelpreise zu hoch
- DSO: Mehr Organspender – aber noch zu wenig
- Praxistipp: Praxisabgabe – Risiken vermeiden
Aus dem Verband
Vorstandssitzungen: Agenda für das Jahr festgelegt
Das neue Jahr bringt für den Berufsstand wieder einige Herausforderungen. Einen Ausblick, was thematisch ansteht, gab der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl bei den jüngsten Online-Sitzungen des Bundesvorstands und des erweiterten Bundesvorstands (mit den Landesvorsitzenden) am vergangenen Freitag. Die Agenda 2026 beinhalte sowohl den Auswuchs von investitionsgesteuerten medizinischen Versorgungszentren (iMVZ), für die es laut Öttl „endlich eine politisch festgelegte Begrenzung geben muss“, als auch eine angekündigte neue GOÄ, die aller Voraussicht nach Auswirkungen auf die GOZ haben werde. Zudem sei durch die klamme GKV mit tiefen Einschnitten zu rechnen. „Es gibt viel zu tun, packen wir es an“, sagte der Bundesvorsitzende. Der Freie Verband habe weiterhin seine Schwerpunkte im Blick: iMVZ zurückdrängen, die zahnmedizinische Versorgung gewährleisten, Selbstständigkeit und Niederlassung fördern, mehr Eigenverantwortung für Patienten erreichen sowie mehr Behandlungsfreiheit. Diese Themen stehen deshalb bei einer Klausurtagung des Bundesvorstands im Februar auf der Tagesordnung. Parallel werden das FVDZ-Praxishandbuch und die GOZ-App auf neue Beine gestellt und modernisiert. Darüber hinaus lautet das Motto des Jahres: „Sport und Prävention“. Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft fokussiert sich der FVDZ auf eine der Kernkompetenzen von Zahnärztinnen und Zahnärzten – die Prävention.
Letzte Chance: Wir verlosen 70 kostenlose Jahresmitgliedschaften
Noch bis Ende Januar können Mitglieder des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte Kolleginnen und Kollegen für eine FVDZ-Mitgliedschaft vorschlagen. Wir verlosen – als Dank für ein erfolgreiches Jubiläumsjahr 2025 – 70 kostenlose Jahresmitgliedschaften. Und so funktioniert es: Die Teilnahme an der Verlosung ist nur über die persönliche Empfehlung eines FVDZ-Mitglieds möglich. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2026. Die Teilnahme über ein unverbindliches Beitrittsformular wird ausschließlich für die Verlosung genutzt. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden ab dem 1. Februar 2026 per E-Mail benachrichtigt. Hier geht`s zur Teilnahme.
FVDZ-Webtalk: Behandeln ohne Assistenz – Provisorium oder Praxisstrategie?
Es gibt kaum eine Praxis, in der es keinen Personalmangel gibt. Jeder Tag ohne Assistenz am Behandlungsstuhl ist eine Notlösung – und ruft schon Stressreaktionen beim bloßen Nachdenken darüber hervor. Doch ob das Provisorium „Behandeln ohne Assistenz“ nicht vielleicht zur Dauerlösung oder gar der Praxisstrategie werden kann, wollen wir beim FVDZ-Webtalk am 3. Februar 2026, von 19 bis 20.30 Uhr, klären. Wir wollen zeigen, welche Möglichkeiten der Solo-Behandlung es gibt, um sich Unabhängigkeit von zahnärztlicher Assistenz und damit auch gedanklich Ruhe zu verschaffen. Unter Moderation des FVDZ-Bundesvorsitzenden Christian Öttl berichten der „Solo-Pionier“ Oliver Schäfer und Kinderzahnärztin Gabriela Haas darüber, wie sie ihre Praxen so umgestellt haben, dass sie auch in Zeiten des größten Personalmangels arbeitsfähig bleiben – und im besten Fall sogar effizienter werden. Anmelden können Sie sich über die FVDZ-Website oder per Mail unter webtalk@fvdz.de. Für die Teilnahme erhalten Sie zwei Fortbildungspunkte.
Aus der Gesundheits- und Standespolitik
apoBank: Gesundheitspolitik 2026 im Fokus
Beim gesundheitspolitischen Jahresauftakt der apoBank kamen auch in diesem Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Selbstverwaltung, Verbänden und Gesundheitswirtschaft zusammen, um die zentralen Weichenstellungen für das Gesundheitswesen 2026 zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die weiterhin angespannte Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherung, notwendige Strukturreformen sowie die Zukunft der freiberuflichen Heilberufe. Deutlich wurde: Der politische Handlungsdruck bleibt hoch. Kostensteigerungen, Fachkräftemangel, zunehmende Bürokratie und die fortschreitende investorengetriebene Kommerzialisierung des Gesundheitswesens prägen die aktuelle Lage. Ein zentrales Thema war die wirtschaftliche Situation der Praxen. Steigende Sach- und Personalkosten treffen auf ein unzureichend angepasstes Vergütungssystem. Planungssicherheit, Bürokratieabbau und eine leistungsgerechte Honorierung sind unverzichtbare Voraussetzungen, um die wohnortnahe Versorgung langfristig zu sichern. 2026 wird ein entscheidendes Jahr für die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte bleibt es zentral, ihre Perspektiven geschlossen und deutlich in die politische Diskussion einzubringen – für eine freiberufliche, patientennahe und qualitativ hochwertige Versorgung.
Selbstständige: Gesetzentwurf zum Mutterschutz kommt
Das Thema „Mutterschutz für Selbstständige“ wurde vergangene Woche im Bundestag diskutiert. Grund dafür war ein Antrag der AfD-Fraktion mit dem Titel: „Elternschaft und Existenzgründung ermöglichen“. Wie der AfD-Abgeordnete Sebastion Maak in der Aussprache im Bundestag betonte, gehe es darum der „demografischen Katastrophe“ zu begegnen. Um die „demografische Wende“ zu erzielen, brauche es mehr Geburten in Deutschland. Die Gesellschaft sei „kindesentwöhnt“ und es benötige die richtigen Rahmenbedingungen, um wieder mehr Kinder in Deutschland zu bekommen. Die Regierungskoalition betonte in ihrer Antwort auf den Antrag, dass das Thema „Mutterschutz für Selbstständige“ bereits im Koalitionsvertrag stehe und deshalb Arbeitsauftrag für die Bundesregierung sei. Die Koalition brauche „weder Ermahnung noch Hilfestellung durch die AfD“, betonte Anne König (CDU). Im Laufe des Jahrs 2026 sei mit einem Gesetzentwurf aus dem Familienministerium zu rechnen. Der Antrag der AfD sei „populistische Propaganda“, vor allem, weil er keinerlei realistische Finanzierungsvorschläge mache. Sebastian Roloff (SPD) wies auf die Komplexität des Themas hin. Es gehe um Gleichstellung oder Chancengerechtigkeit in der Selbstständigkeit. Für den Mutterschutz für Selbstständige müsse es deshalb „branchenspezifische Lösungen“ geben. Diese Individualität der Entscheidung ist auch dem FVDZ wichtig. „Jede selbstständige Zahnärztin sollte die freie Wahl darüber haben, ob sie Mutterschutz in Anspruch nehmen will – denn die Entscheidung hängt immer auch von der Verantwortung ab, die man für seine Praxis, die Angestellten und Patienten hat“, sagt die stellvertretende FVDZ-Bundesvorsitzende Jeannine Bonaventura.
Quelle: Bundestag, FVDZ
Umfrage: Deutschland bei Digitalisierung abgehängt
Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind überzeugt davon, dass Deutschland bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens bereits abgehängt ist und im Gesundheitswesen den Anschluss an den digitalen Fortschritt zu verlieren droht. Dies geht aus dem Digital Health Report des Terminbuchungsportals Doctolib hervor. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat im Auftrag des Portals 1.000 Patientinnen und Patienten sowie 414 Ärztinnen und Ärzte befragt. 70 Prozent der Patientinnen und Patienten kritisieren demnach, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen zu langsam vorangehe und fast ebenso viele, dass bei der Digitalisierung zu viel Potenzial ungenutzt bleibe. 79 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte sehen die Digitalisierung als hilfreich, betonen aber, dass der menschliche Kontakt im Mittelpunkt bleiben müsse. Für den administrativen Bereich sieht fast die Hälfte der Mediziner großes Potenzial bei künstlicher Intelligenz (KI). 29 Prozent der Ärztinnen und Ärzte nutzen demnach auch KI-Systeme im medizinischen Bereich – und sind zufrieden damit. 27 Prozent der Patientinnen und Patienten vertrauen auf KI-Assistenten bei medizinischen Fragen. Deutlich größere Akzeptanz (60 Prozent) gibt es für digitale Hilfe bei Gesundheits- und Vorsorgeerinnerungen. 30 Prozent der Befragten wünschen sich auch mehr Gesundheitsinformationen.
Quelle: rnd, Digital Health Report, Ärzteblatt
TK: Arzneimittelpreise zu hoch
Nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) sind deutsche Arzneimittelpreise im internationalen Vergleich zu hoch. Demnach ließen sich allein schon bei den 30 umsatzstärksten Medikamenten durch Angleichungen an das internationale Preisniveau jährlich rund 4,37 Milliarden Euro für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einsparen. „Einzelne Medikamente sind in anderen Ländern bis zu 76 Prozent günstiger. Hier muss der Gesetzgeber handeln und dringend Maßnahmen zur Ausgabensenkung ergreifen, insbesondere im Bereich der patentgeschützten Arzneimittel“, sagt der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas. Die Pharmaindustrie erwirtschafte in Deutschland circa 0,8 Prozent der nationalen Bruttowertschöpfung (BWS); damit liege sie im europäischen Vergleich lediglich auf Platz 7. „Hohe Listenpreise in der GKV garantieren uns keine Arzneimittelproduktion in Deutschland und Europa.“ Die TK plädiert für drei Maßnahmen: Ein Absenken der Umsatzsteuer auf Arzneimittel auf 7 Prozent, eine Erhöhung des Herstellerabschlags für Patentarzneimittel auf 17 Prozent, die Einführung von Arzneimittel-Fokuslisten, um es Kassen zu ermöglichen, unter (pharmakologisch)-therapeutisch vergleichbaren Arzneimitteln eine wirtschaftliche Auswahl zu treffen. 2024 betrugen die GKV-Ausgaben für Arzneimittel mehr als 55 Milliarden Euro – ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr laut Arzneimittel-Atlas des IGES Instituts.
Quelle: TK, IGES
DSO: Mehr Organspender – aber noch zu wenig
2025 haben in Deutschland 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Wenngleich dies der höchste Stand seit 2012 sei, reiche die Zahl nicht aus, teilt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit. So konnten in Deutschland 2025 insgesamt 3.256 Organe nach postmortaler Spende aus Deutschland sowie aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert werden, indes warteten weiterhin 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Nach Ansicht des Medizinischen Vorstands der DSO, Axel Rahmel, stehe die Mehrheit der Deutschen einer Organspende positiv gegenüber, habe ihre Entscheidung jedoch nicht dokumentiert. Dann müssten Angehörige häufig entscheiden. Vor diesem Hintergrund bewertet der DSO-Vorstand die neu angestoßene politische Diskussion um die Widerspruchsregelung als wichtiges Signal. Auch weist Rahmel darauf hin, dass es keine feste Altersgrenze für die Organspende gebe. Am häufigsten würden in Deutschland Nieren transplantiert. „Hier wird die Maschinenperfusion eine wichtige Rolle spielen. Das Verfahren ermöglicht eine schonendere Konservierung von Spendernieren und erhöht damit die Chancen, dass mehr Organe erfolgreich transplantiert werden können“, sagt Rahmel. Die Regelung trat am 19.Januar 2026 in Kraft.
Quelle: dpa, PZ, BIÖG, DSO, DÄ
Praxistipp der Woche
Praxisabgabe – Risiken vermeiden
Die eigene Praxis ist nicht nur Beruf, sondern Lebenswerk. Doch wie wahrscheinlich ist es noch, die Praxis als vierte Säule des Altersvorsorgemodells betrachten zu können?