FVDZ aktuell vom 14.4.2026
- FVDZ-Webtalk: CDU-Sprecherin Borchardt zu GKV-Sparvorschlägen
- Fördermitglied werden: Unterstützen Sie den Freien Verband!
- Reform: Warken will 20 Milliarden in GKV sparen
- FVDZ: Kostendämpfungspolitik ist ein fatales Signal
- Prävention: Kassen sollen Gesundheitsdaten erheben dürfen
- Schweiz: „Papiertiger“ gegen unnütze Bürokratie
- Innovator: Auszeichnung für Falk Schwendicke
- Praxistipp: Steuern sparen mit angestellten Ehepartnern
Aus dem Verband
FVDZ-Webtalk: CDU-Sprecherin Borchardt zu GKV-Sparvorschlägen
Ausgewogen und sozial verträglich soll das erste große Reformpaket werden, das zur Gesundung der gesetzlichen Krankenkassen geschnürt werden soll (siehe Meldungen “Aus der Gesundheitspolitik”). Für niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte heißt dies: Kostendämpfungsmaßnahmen durch Budgetierung – trotz steigender Kosten in der Praxis für Personal, Material und Energie. Beim FVDZ-Webtalk „Neue Spargesetze – Was kommt auf die Zahnärzte zu“ am 28. April, um 19 Uhr, wird der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl mit der gesundheitspolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Simone Borchardt, über das angekündigte Spargesetz und dessen potenzielle Auswirkungen auf die Zahnarztpraxen in Deutschland sprechen. Anmelden können Sie sich unter www.fvdz.de oder per Mail unter webtalk@fvdz.de.
Nachwuchsarbeit: FVDZ begrüßt Erstis
In den vergangenen Wochen haben lokale Verbandsvertreter sowie studentische FVDZ-Mitglieder und Riccardo Schwarz aus der Bundesgeschäftsstelle neue Zahnmedizin-Studierende zum Start ins Semester begrüßt. Die Erstsemestertreffen begannen am 30. März in Brandenburg an der Havel mit Andreas Helmke, Landesvorsitzender und Hochschulreferent für Brandenburg. Weiter ging es am 7. April in Göttingen, am 8. April in Gießen mit Jonathan Wüst von der Bezirksgruppe Oberhessen, am 9. April in Berlin mit Roxana Nowak, Hochschulreferentin für Berlin, in Frankfurt am Main mit Marita Wulff und Ulrike Aschenbach und in München mit Manfred Kinner, Bezirksgruppenvorsitzender. Das Interesse der Studienanfängerinnen und Studienanfänger war groß, und es konnten bereits viele gute Gespräche geführt sowie erste Kontakte geknüpft werden. Der Freie Verband engagiert sich seit langem für den zahnmedizinischen Nachwuchs und begleitet Studierende vom Studienstart an. Aktuell gibt es zudem ein besonderes Angebot: Exklusiv in diesem Semester erhalten Studierende bei unserem Partner, der Wissens- und Lernplattform WIZDOM, mit dem Gutscheincode „FVDZ2026“ 50 Prozent Rabatt für 6 Monate. Hier geht’s zur Lernplattform.
Aus der Gesundheits- und Standespolitik
Reform: Warken will 20 Milliarden in GKV sparen
Ambitionierter Zeitplan und ein ebenso ambitioniertes Reformvorhaben: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat die Details für das neue GKV-Spargesetz vorgestellt. Kaum zwei Wochen ist es her, dass die Finanzkommission Gesundheit ihre 66 Vorschläge mit Einsparpotenzial von mehr als 42 Milliarden Euro vorgelegt hat. Nun will Warken „mehr als Dreiviertel der Maßnahmen” umsetzen – und 2027 etwa 20 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sparen. Bereits Ende April soll das Reformgesetz von der Bundesregierung beschlossen werden, damit das parlamentarische Verfahren noch vor der Sommerpause beendet werden kann. „Die Schnelligkeit ist gut”, sagte die Ministerin, „denn uns allen ist die Schieflage der GKV bekannt und wir wollen und müssen die Lücken schließen. Es braucht entschlossenes Gegensteuern.” Warken betonte noch einmal, dass „alle Bereiche und alle Beteiligten im Gesundheitswesen ihren Beitrag leisten” müssten, bevor sie erstmals die Details bekanntgab – selbst fast ein bisschen atemlos. Das Reformvorhaben hangele sich vor allem an zwei Leitlinien entlang: Zum einen müssten die Vergütungen und Preise an die Einnahmenentwicklung orientiert begrenzt werden - „Wir können schlicht nicht mehr ausgeben als wir einnehmen”. Zum anderen könne es nur Ausgaben für Leistungen mit nachgewiesenem Nutzen geben. Die konkrete Ausgestaltung des Gesetzes kann jetzt nicht lange auf sich warten lassen, da in den nächsten zwei Wochen auch noch die interne Ressortabstimmung in der Regierung sowie eine Verbändeanhörung stattfinden müssen. Vom Tisch ist nach dem Treffen der Koalition vom Wochenende nun erst einmal die komplette Steuerfinanzierung der GKV-Beiträge von Bürgergeldempfängern. Dies hatte Bundesfinanzminister und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil als „Milchmädchenrechnung” bezeichnet.
Quelle: phoenix, FVDZ, Handelsblatt
FVDZ: Kostendämpfungspolitik ist ein fatales Signal
Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angemahnte einnahmenorientierte Ausgabenpolitik und die damit verbundene Begrenzung der Vergütungsanstiege für Ärzte und Zahnärzte stieß gerade im Bereich der ambulanten Versorgung auf viel Gegenwind. Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hält diese Kostendämpfungspolitik für ein fatales Signal – vor allem gegenüber jüngeren, potenziell niederlassungswilligen Zahnärztinnen und Zahnärzten. „Wer die GKV nachhaltig stabilisieren will, muss die Stärken des Systems unterstützen und fördern, anstatt sie jetzt erneut explizit zu deckeln“, sagte der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl. Kritik gab es auch von den niedergelassenen Ärzten und Fachärzten, die durch die Einsparungen vor allem eine große Versorgungslücke befürchten. Durch die Sparmaßnahmen könnten etwa 40 Millionen Arzttermine pro Jahr wegfallen, hatte KBV-Chef Andreas Gassen vergangene Woche ausgerechnet.
Quelle: ARD, FVDZ, Tagesspiegel Background, Ärzteblatt
Prävention: Kassen sollen Gesundheitsdaten erheben dürfen
Die Krankenkassen sollen für eigene Präventionsangebote Gesundheitsdaten erheben und auf mehr Versichertendaten zugreifen dürfen. Das schreibt das Deutsche Ärzteblatt mit Verweis auf den Referentenentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG), den netzpolitik.org zum Abruf bereithält. Laut der Plattform sollen die Krankenkassen deutlich mehr Befugnisse erhalten, um bei ihren Versicherten individuelle Gesundheitsrisiken auszumachen; sie sollen mit Zustimmung der Versicherten auf ePA-Daten zugreifen dürfen. Zudem sollen sie selbst Gesundheitsdaten erheben können, um auf „gesunde Lebensverhältnisse“ bei ihren Versicherten hinzuwirken. Darüber hinaus soll den Kassen erlaubt sein, Sozialdaten zu anonymisieren, auszuwerten, „zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben“ weiterzuverarbeiten und an Dritte zu übermitteln. Damit kommt der Gesetzentwurf den Kassen entgegen. Die Ärzteschaft warnt vor einer Aushöhlung des Patientengeheimnisses und der ärztlichen Schweigepflicht.
Quelle: DÄ, netzpolitik.org, BMG
Schweiz: „Papiertiger“ gegen unnütze Bürokratie
Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz sollen Formulare von Versicherungen oder Ämtern, die sie als überflüssig ansehen, mit einem „Papiertiger“-Aufkleber versehen: „Wir behandeln Patient:innen, nicht Formulare“. Die Kampagne hat sich die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) ausgedacht. Die SGAIM hatte eine Bürokratie-Umfrage gestartet, an der nach eigenen Angaben 1856 Gesundheitsfachpersonen aus der Schweiz teilgenommen haben. Das Ergebnis sei eindeutig: Überflüssige administrative Aufgaben seien im Alltag weit verbreitet und hielten Ärzte und Ärztinnen zunehmend von ihrer eigentlichen Arbeit ab – der Behandlung von Patienten und Patientinnen. Besonders belastend seien das manuelle Aktualisieren von Medikationslisten, Doppeldokumentationen wegen inkompatibler IT-Systeme sowie Rückfragen von Versicherern. Viele Befragte erlebten die zunehmende Kontrolle als Ausdruck systemischen Misstrauens gegenüber ihrer Arbeit. Mit der Kampagne solle nicht nur unnötige Bürokratie sichtbar gemacht, sondern auch eine Diskussion darüber angestoßen werden, wie administrative Prozesse wieder stärker auf das ausgerichtet werden könnten, was im Zentrum stehen sollte: die Versorgung von Patienten.
Quelle: änd, SGAIM
Innovator: Auszeichnung für Falk Schwendicke
Der Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und digitale Zahnmedizin am LMU-Klinikum, Falk Schwendicke, hat den „Distinguished Scientist Award“ der International Association of Dental Research (IADR) erhalten. Das teilt die LMU München in einer Pressemitteilung mit. Gewürdigt würden insbesondere seine Beiträge zum Paradigmenwechsel im Kariesmanagement: Minimalinvasive Konzepte, bei denen Restkaries unter Füllungen belassen werde, seien heute belegt und zunehmend Standard. In Kürze erscheine eine internationale Leitlinie, die dieses Vorgehen empfehle. Schwendicke habe zudem die KI-Forschung vorangetrieben. Studien seines Teams zeigten, dass KI kleinste Kariesherde erkenne, ihr Einsatz jedoch begleitet werden müsse. Ähnliche Studien gebe es auch für andere Anwendungen, etwa zur Diagnose von Entzündungen an der Zahnwurzelspitze. Aktuell bereite sein Team einen umfassenden Vergleich neuer KI-Systeme vor. Der LMU-Forscher, Autor und Dozent ‒ regelmäßig auch für den FVDZ ‒ zähle zu den weltweit meistzitierten Zahnmedizinern und sei international, etwa bei der WHO, engagiert.
Quelle: idw
Praxistipp der Woche
Sichtbarkeit der Praxis im KI-Zeitalter
Früher war eine ansprechende Praxis-Website ausreichend, am besten gekoppelt mit Schlüsselwörtern wie „Zahnarzt in [Stadt]“. Doch immer weniger Menschen nutzen Suchmaschinen, um Inhalte im Internet zu finden. Wer in den Antworten eines KI-Tools angezeigt werden möchte, muss umdenken.