Protestaktionen

Sondernewsletter: Bundesweiter Protestaktionstag am 18.06.2024

Mund auf für die Zukunft: Lautstarker Protest (fast) überall im Land

Bundesweit haben heute tausende Zahnärztinnen und Zahnärzte ihre Praxen geschlossen, um gegen die aktuelle Gesundheitspolitik der Bundesregierung zu protestieren. Bereits vergangene Woche gingen Zahnärztinnen und Zahnärzte in München auf die Straße und demonstrierten gegen Leistungskürzungen, überbordende Bürokratie und Fachkräftemangel. Es ist die krankende Versorgungslage für die Patientinnen und Patienten, die im Mittelpunkt der bundesweiten Proteste steht. „Schluss mit Lücken, Herr Lauterbach, Zahnmedizin braucht Zukunft“, war das Motto in Bayern, „Mund auf – Praxis zu“, hieß es in Niedersachsen, wo der FVDZ, die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) sowie die Zahnärztekammer (LZK) zu Praxisschließungen und Protest aufgerufen hatten. In Baden-Württemberg blieben die Zahnarztpraxen ebenfalls weitgehend dicht. Die Zahnärzteschaft hat dort unter dem Motto „Wir müssen reden“ zu einem „Sprechtag statt Behandlungstag“ aufgerufen, um Bevölkerung wie auch Politiker über die Auswirkungen der aktuellen gesundheitspolitischen Entscheidungen auf die zahnärztliche Versorgung zu informieren. In vielen Städten Baden-Württembergs protestierten Zahnärztinnen und Zahnärzte damit für eine flächendeckende Versorgung und die Zukunft der Zahnmedizin.  In Berlin wurde der Slogan „Zähne zeigen – gegen kranke Gesundheitspolitik“ der aktuellen Kampagne der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung aufgegriffen. Symbolisch um Fünf vor Zwölf versammelten sich in der Hauptstadt zahlreiche Zahnärztinnen und Zahnärzte und legten den Ku’damm für eine Viertelstunde lahm. „Lauterbach muss weg“, skandierten sie unter lautstarkem Trillerpfeifenkonzert. Zuvor wurden die Forderungen seriöser formuliert in einer Podiumsveranstaltung direkt an die Politik adressiert. „Sofort Schluss – Zahnärztliche Versorgung in Gefahr“ hieß es in Koblenz. Auch in Rheinland-Pfalz hatten Kammer, KZV und FVDZ gemeinsam zum Protest aufgerufen – gekommen sind rund tausend Zahnärztinnen und Zahnärzte mit ihren Teams. Trillerpfeifen und Getöse auch hier – für Bürokratieabbau, für wohnortnahe Versorgung, für eine gute Versorgung. Im benachbarten Saarland verlief der Protest leiser und ohne große Kundgebungen. Das Ziel der Praxisschließungen aber auch dort: Bessere Politik, weniger Bürokratie – für Zahnmedizin mit Zukunft.   

Protestaktion in Berlin vom 18.06.2024

Am Dienstag, den 18.06.24, protestierten Zahnärztinnen und Zahnärzte bundesweit für bessere Rahmenbedingungen und ließen ihre Praxen für zahnärztliche Behandlungen geschlossen. Unter dem Motto "Zähne zeigen gegen diese kranke Gesundheitspolitik" begann der Protest der Berliner Zahnärzteschaft am Dienstag um 10 Uhr mit einer Podiumsdiskussion im Gebäude der KZV Berlin. Anschließend ging es um 11:55 Uhr weiter mit einer Demonstration am Henriettenplatz am Obelisken. Die KZV Berlin rief dazu auf, zahlreich in weißer oder Praxiskleidung zu erscheinen.

Auch eine länderübergreifende Protestaktion war geplant. Im Zuge dessen gab es einen kostenfreien Fortbildungstag. Die Vorträge fanden online statt. An der Aktion beteiligen sich Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland.

Copyright: Melanie Fügner

Kundgebung in Koblenz vom 18.06.2024

Unter dem Motto #sofortschluss fand ab 12:00 Uhr im Rahmen der Protestaktion eine Kundgebung der Bezirkszahnärztekammer Koblenz und des FVDZ Landesverbandes Rheinland-Pfalz auf dem Münzplatz statt. Der FVDZ Landesverband Rheinland-Pfalz bittet zusätzlich um Unterstützung ihrer aktuellen Petition, welche auf der Landesversammlung am 27.04.24 vorgestellt und verabschiedet wurde. Mehr Informationen finden Sie auf der Website unter www.fvdz-rlp.de.

Die gesamte Petition des Landesverbandes Rheinland-Pfalz finden sie hier.

Protestaktionen in Baden-Württemberg

Die Graswurzelbewegung hat in Baden-Württemberg einen bemerkenswerten Erfolg erzielt: An zahlreichen Orten im gesamten Bundesland hat sich die Zahnärzteschaft unter dem Motto „Wir müssen reden!“ versammelt. Tausende Praxen blieben heute für Behandlungen geschlossen, während komplette Praxisteams sich auf öffentlichen Plätzen, in den eigenen Praxen, en Zahnärztehäusern oder wie in Tübingen im Hörsaal der Universität zusammenfanden. Ziel war es, mit der Politik und der Bevölkerung über die unaufhaltsame Bürokratisierung, die seit Jahrzehnten unveränderte Gebührenordnung und die mangelnde Wertschätzung durch die Politik zu sprechen. Die Resonanz war außergewöhnlich.

- Cornelia Schwarz

Protestaktion in München vom 12.06.2024

📢 Kundgebung der BLZK in München sendet starkes Zeichen an die Gesundheitspolitik der Bundesregierung 📢

Weit über 1.000 bayerische Zahnärzte und Zahnmedizinische Fachangestellte demonstrierten auf dem Münchner Marienplatz gegen das Praxissterben

München – „Schluss mit Lücken, Herr Lauterbach! Zahnmedizin braucht Zukunft.“ Unter diesem Motto veranstaltete die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) in Kooperation mit dem Verband medizinischer Fachberufe (vmf), den bayerischen Zahntechniker-Innungen sowie vielen weiteren zahnärztlichen Verbänden und Organisationen am heutigen Mittwoch, 12. Juni, um 11.00 Uhr auf dem Münchner Marienplatz eine Kundgebung gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Weit über 1.000 Teilnehmer waren vor Ort und setzten sich – Seite an Seite mit prominenten Vertretern aus der bayerischen Landespolitik – lautstark für faire Bedingungen für Zahnarztpraxen und ihre Praxisteams ein. Die Kundgebung der BLZK in München sendet starkes Zeichen an die Gesundheitspolitik der Bundesregierung.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.

Copyright: BLZK/W. Murr (Foto 1-5)/ Anita Wuttke (Foto 6-8)

So war's in...

Eindrücke vom Protesttag am 15.11. in Düsseldorf

Pressemeldung zum Protesttag 15.11.23

231115_ProtestNR.pdf (1,3 MiB)

Eindrücke vom Protesttag in Berlin am 8.9.23

Fotos: FVDZ/Sabine Schmitt

 

Protest in Magdeburg am 28.6.23: „Faule Politik, faule Zähne!“

Etwa 500 Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Mitarbeiterinnen von Praxisteams haben am 28. Juni vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt auf dem Domplatz in Magdeburg gegen eine „faule Politik“ von Landes- und Bundesregierung protestiert. Gleichzeitig blieb ein Großteil der Praxen im Land geschlossen. „Uns fehlt der Nachwuchs, uns fehlt das Fachpersonal, uns fehlt die Zeit für die Patienten, und uns fehlt der Respekt der Landes- und Bundesregierung. Faule Politik führt zu faulen Zähnen“, erklärte FVDZ-Landesvorsitzender Matthias Tamm. Der vom Freien Verband initiierte und von der KZV und der Zahnärztekammer unterstützte Protest richtet sich einerseits gegen die Untätigkeit des Landes angesichts der im Land drohenden Versorgungskrise – bis 2030 wird die Hälfte der 1.263 Vertragszahnärztinnen und -ärzte in Sachsen-Anhalt das Rentenalter erreicht haben – und andererseits gegen die Wiedereinführung der strikten Budgetierung durch das GKV-FinStG. Damit würden die Fortschritte beim Einsatz für eine gute Mundgesundheit in Sachsen-Anhalt gefährdet und zugleich die Behandlung der Volkskrankheit Parodontitis zurückgeworfen, die wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes begünstige. Der Landtag kam an diesem Tag zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen, um unter anderem über die zahnärztliche Versorgung und die Einführung einer Landeszahnarztquote zu debattieren.
Quelle: FVDZ aktuell vom 4.7.23

Medienecho zum Protesttag in Magdeburg am 28.6.23

Eindrücke vom Protesttag in Köln am 14.6. 23

Fotos: FVDZ/Sabine Schmitt, untere Reihe Gerd Kaemper/FVDZ

 

Eindrücke vom Protesttag in der Veltins-Arena auf Schalke am 3. Mai 2023

Fotos: FVDZ/Gerd Kaemper

 

Über 1111 Teilnehmer bei Zahnärzteprotest in der Veltins-Arena Gelsenkirchen: Rote Karte für Gesundheitspolitik!

Die Patientenversorgung befindet sich im Abstiegskampf. So empfindet es der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) in Nordrhein-Westfalen nach dem vom Bundestag im November 2022 beschlossenen Kostendämpfungsgesetz zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und lud zur großen Demonstration mit hochkarätigen Rednern am heutigen 3. Mai 2023 ein.

Und tatsächlich kamen über 1000 Teilnehmer, Zahnärztinnen und Zahnärzte mit ihren Teams, um gegen den Sparkurs in der ambulanten zahnmedizischen Versorgung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu protestieren. Mit Trillerpfeifen und Roten Karten bewaffnet brachten sie ihren Unmut lautstark darüber zum Ausdruck, dass die Politik die Zahnmedizin kaputtspart. Über diese für Deutschland ungewöhnlich große Resonanz freuten sich die beiden FVDZ-Landesvorsitzenden Patricia Wachter und Oktay Sunkur in ihrer Begrüßung.

Zu Beginn der Veranstaltung skizzierte Martin Hendges, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, die Folgen des GKV-FinStG auf die zahnmedizinische Versorgung der Bevölkerung. „Dieses Gesetz ist mehr als Kostendämpfungspolitik aus der Mottenkiste“, sagte Hendges. „Dieses Gesetz ist ein Frontalangriff auf die Gesundheit der Patientinnen und Patienten und ein Frontalangriff auf die Zahnärzteschaft!“
Prof. Christoph Benz, Präsident der Bundeszahnärztekammer, legte anschließend nach: „Wenn medizinisch berechtigte Behandlungen, wie zum Beispiel die Parodontitisbehandlung nicht mehr bezahlt werden, ist das GKV-FinStG ein grobes Foulspiel an Patientinnen und Patienten!“ Und wie es sich für eine Rede in einem Fußballstadion gehört, forderte Benz daher unumwunden: „Wir zeigen der Politik daher die Rote Karte!“

Hannelore König, Präsidentin des Verbandes medizinische Fachberufe, berichtete von den Zahnmedizinischen Fachangestellten: „Die Stimmung in den Praxen ist eisig!“ Wüssten doch viele Mitarbeiter in den Praxen nicht, ob das bereitgestellte Budget für die Patientenversorgung bis zum Jahresende reiche. Da nütze es auch wenig, dass eigens dafür die Honorare für die Behandlung im Inflationsjahr 2023 gesenkt wurden.
Dass die Zahnmedizin in ihrer Sorge um eine funktionierende medizinische Versorgung der Bevölkerung nicht allein dasteht, davon konnte Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, berichten. Denn auch dort sind die Verwerfungen in der Gesundheitspolitik immens, was nicht nur an aktuell fehlenden Medikamenten zu sehen ist.

Abschließend mahnte Harald Schrader, Bundesvorsitzender des FVDZ, die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland müsse erstklassig bleiben: „Die ambulante Zahnmedizin geht den Lauterbach runter“, betonte Schrader, „unsere Patienten müssen aber in der 1. Dental-Liga bleiben!“

Alle Teilnehmer dieser FVDZ-Protestveranstaltung waren sich nach dieser Fülle an Informationen über die verfehlte Gesundheitspolitik von Minister Lauterbach einig, dass die Rote Karte nach dem GKV-FinStG-Foul absolut berechtigt ist. Im Fußball bedeutet diese Karte übrigens: PLATZVERWEIS, Herr Minister!

Eindrücke vom Zahnärzteprotest "Praxis tot - Patient in Not" am 22. März in Rendsburg

Fotos: Christoph Kaden

Zahnärzteprotest: „Praxis tot – Patient in Not“ in Schleswig-Holstein am 22. März 2023

Am 22.3.23 vergangener Woche waren die Zahnarztpraxen in Schleswig-Holstein ab 10:00 Uhr geschlossen.

Fast 200 Teilnehmer kamen nach Rendsburg, weitere 450 Zahnärzte und Zahnärztinnen verfolgten die Veranstaltung per Livestream. Freier Verband, Zahnärztekammer und KZV hatten zum Protest gegen die Auswirkungen des Finanzstabilisierungsgesetzes aufgerufen. „Mit dem Gesetz geht die zahnmedizinische Versorgung am Ende den Bach runter“, beklagte FVDZ-Landesvorsitzender Roland Kaden. Zunächst habe noch die Hoffnung auf eine Bereichsausnahme bestanden, aber „Minister Lauterbach hat uns eiskalt abserviert.“ Mit Methoden von gestern – wie der Budgetierung – könne man die Probleme von heute und morgen aber nicht lösen, sagte Kaden. „Wenn die Praxen sterben, wird der Leidtragende der Patient sein.“ Auch für Kammerpräsident Michael Brandt ist das GKV-FinStG ein weiterer Schritt, die ambulante Versorgung durch Selbstständige zu Grabe zu tragen. „Money makes the world go around! Darum brauchen wir einen GOZ-Punktwert, der betriebwirtschaftlich in das Jahr 2023 passt und nicht in das Jahr 1988“, forderte er. Allen Beteiligten sei klar gewesen, dass die Aufnahme neuer Leistungen in den GKV-Katalog zu mehr Ausgaben führt, erklärte KZV-Chef Michael Diercks. Es sei eine Unverschämtheit der Politik, dass anschließend die Mittel gekürzt wurden: „Ohne die Niedergelassenen geht es nicht. Herr Minister Lauterbach, ändern Sie das Gesetz! Sie gefährden sonst die ambulante Versorgung!“

Quelle: FVDZ aktuell

Eindrücke vom VMF-Protesttag in Berlin am 8. Februar 2023

Eindrücke der Demonstration gegen das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz am 7. September 2022 in Berlin

Kontakt

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Sabine Schmitt

 

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Tel: 030 -24342713

Sabine Schmitt