Der Freie Verband engagiert sich - in Europa und international

Bild von großem Gebäude mit diversen europäischen Nationalflaggen davor

Auch wenn jeder Mitgliedsstaat der EU sein Gesundheitswesen selbst organisiert, hat die EU durch Verordnungen und Richtlinien doch ein ein großes Wort mitzureden im Gesundheitsbereich. Denn Verordnungen müssen unmittelbar in nationales Recht umsetzt werden, bei Richtlinien obliegt die Ausgestaltung den einzelnen EU-Mitgliedern. Was ihnen aber gemein ist: Die Entwicklungen setzen früh ein, die Ausgestaltung dauert ewig lang und die Folgen treffen die Praxen ganz unmittelbar.

Mit Dr. Jeannine Bonaventura und Professor Dr. Thomas Wolf stellt der FVDZ zwei Beauftragte für internationale Arbeit und Europapolitik. Bonaventura hat den Schwerpunkt Europapolitik in der EU-Kommission und im Europaparlament. Wolf arbeitet für den Verband aktiv im Ausschuss für internationale Arbeit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Beide sind auf europäischer Ebene in der European Regional Organisation of the Fédération Dentaire International (ERO), der Regionalorganisation des Weltzahnärzteverbands FDI, sehr aktiv.

Studie "Expectations regarding dental practice: a cross-sectional survey of European dental students"

Unter der Headline: „Expectations regarding dental practice: a cross-sectional survey of European dental students” haben fast 4.000 Studienteilnehmenden (2863 weiblich, 988 männlich) Informationen zu Ihren Vorstellungen einer künftigen Berufsausübung gegeben. Mehr als die Hälfte plant einen Start in die eigene Praxis nach drei oder mehr Jahren nach einer Vorbereitungszeit, und bei mehr als 50 Prozent findet der Einfluss der Familie Berücksichtigung.

Ein bemerkenswertes Ergebnis war, dass sich eine große Mehrzahl für eine selbstständige Berufsausübung in eigener Praxis aussprach und sich lediglich rund 21 Prozent eine Tätigkeit in von Investoren betriebenen Z-MVZ vorstellen könnte.

Die Studie ist ein gemeinsames Projekt der Universitäten Bern (Schweiz) und Mainz (Deutschland) und der FDI-ERO Arbeitsgruppe „Liberal Dental Practice“ und wurde veröffentlicht im Oktober 2020. Autoren: Thomas Wolf, Ernst-Jürgen Otterbach, Ralf Wagner, Oliver Zeyer, Duygu Ilhan, Tin Crnic und Guglielmo Campus.

Zur Studie

Positionspapier zu Europa

Drei Europaflaggen vor großem Gebäude im Hintergrund

Die Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen in Europa. Sie war wie ein Brennglas, das den überzeugten Europäerinnen und Europäern die Stärken, aber auch die Schwächen der Europäischen Union gezeigt hat. Und die Pandemie hat noch eines getan: Sie hat viele Dinge beschleunigt, für die normalerweise Monate und Jahre für Entscheidungen und darauf folgende Handlungen ins Land gehen.

Eines ist vermutlich nach der Erfahrung von Grenzschließungen im Herzen Europas, dem weltweiten Verteilungskampf um medizinische Schutzausrüstung und Impfstoffe und angesichts überfüllter Intensivstationen in Krankenhäusern und punktuell zusammenbrechender Gesundheitsversorgung allen völlig klar geworden: Die Zeiten der Kleinstaaterei sind endgültig vorbei. Die EU funktioniert nur als Union – als Gemeinschaft von Staaten, die abgestimmt zusammenarbeiten.

Im Gesundheitsbereich wurden daher Forderungen nach engerer Zusammenarbeit gestellt.
In Bezug auf Digitalisierung und Austausch von Gesundheitsdaten gingen die Pläne der Bundesregierung während der deutschen Ratspräsidentschaft noch deutlich weiter, als sie nun zu Pandemiezeiten umgesetzt worden sind.

Befeuert wurde auch die Idee einer europäischen Gesundheitsunion mit der Vorstellung, ein vernetztes Europa könne die Gesundheitsversorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger besser sichern.
Welche Kompetenzen soll die EU also künftig im Gesundheitsbereich haben?
Wie viel Gemeinsamkeit kann es in einem Europa geben, in dem die Organisation der Gesundheitssysteme von komplett staatlich bis komplett marktwirtschaftlich reicht?

Es wird nach der Pandemie neue Herausforderungen geben – durch die Digitalisierung und den technologischen Wandel, klimatische und ökologische Belange sowie die Finanz- oder Migrationspolitik.

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte steht für freie Berufsausübung, Freiberuflichkeit und Selbstbestimmung und setzt sich für den hohen Standard des Berufsumfeldes in Deutschland ein. Deshalb wird der FVDZ die aktuellen Harmonisierungs- und Deregulierungstendenzen kritisch begleiten.

Das Positionspapier des FVDZ zu Europa können Sie hier herunterladen:

Aktuelle HV-Beschlüsse zum Thema

Zu den Beschlüssen der FVDZ-Hauptversammlung.

Studie zur zahnärztlichen Freiberuflichkeit

Die Studie der Arbeitsgruppe “Liberal Dental Practice” (LDP) der beiden Initiatoren Chairman und FVDZ-Europabeauftragter Dr. Ernst-Jürgen Otterbach und FVDZ-Bundesvorstand PD Dr. Thomas Wolf (Uni Bern) untersucht das Thema: Ist die freiberufliche unabhängige Zahnarztpraxis in Gefahr? Formen zahnärztlicher Berufsausübung in der Europäischen Regional Organisation (ERO) der FDI World Dental Federation.

Zur Studie (deutsche Übersetzung im Volltext verfügbar).