Zahnarzt werden

Das Berufsfeld des Zahnmediziners ist sehr vielfältig. Neben dem Abitur bzw. der Hochschulberechtigung sind daher auch eine Vielzahl von persönlichen Eigenschaften förderlich. Im Umgang mit Patienten hilft eine offene und kommunikative Persönlichkeit mit einem sicheren Auftreten. Oft hat man es mit ängstlichen Patienten zu tun. Daher gehört eine große Portion Einfühlungsvermögen ebenfalls dazu. Darüber hinaus erfordert die Behandlung einiges an Fingerfertigkeit und Geduld. Als Zahnarzt arbeitest du in der Mundhöhle des Patienten auf kleinstem Raum und es kommt stark auf die akkurate Detailarbeit an. In einem gewissen Maße sind diese Dinge aber natürlich auch zu erlernen. Vor allem sollte die Arbeit Spaß machen - dann geht alles leicht von der Hand.

Die Regelstudienzeit setzt sich aus fünf vorklinischen und fünf klinischen Semestern zusammen. Im abschließenden Semester wird das Staatsexamen absolviert. Insgesamt kannst du dich also auf eine Studienzeit von mindestens fünf bis sechs Jahren einstellen.

Das Studium: Vorklinik

Das Studium startet mit mindestens fünf vorklinischen Semestern. Hier lernst du neben den Grundlagen der Naturwissenschaft (Physik, Chemie, Biologie) auch die Basics der Anatomie und der Zahntechnik (technische Propädeutik sowie Phantomkurs der Zahnersatzkunde 1 & 2) . Die erste Staatsprüfung ist das Vorphysikum bzw. die naturwissenschaftliche Vorprüfung. Hier werden die Fächer Physik, Chemie und Biologie geprüft.

Ebenfalls in der Vorklinik werden die Kurse Werkstoffkunde, Mikro- und Makromorphologie, Physiologie, Biochemie und Zahnersatzkunde belegt. Zu den meisten Fächern findet neben den Vorlesungen auch ein praktischer Teil statt. Der Terminologiekurs muss zusätzlich von allen belegt werden, die in der Schule kein Latinum gemacht haben.

Abschließend wird die zweite Staatsprüfung, das Physikum bzw. die zahnärztliche Vorprüfung, absolviert. Es werden die Fächer Anatomie, Physiologie, physiologische Chemie und Zahnersatzkunde (praktisch & theoretisch) geprüft.

Das Studium: Klinik

Der klinische Teil setzt sich wieder aus mindestens fünf Semestern zusammen und endet mit dem Staatsexamen bzw. der zahnärztlichen Prüfung. Während dieser besonders spannenden Semester werden Schwerpunkte auf die zahnärztlichen Fächer und die allgemeinmedizinischen Fächer gelegt.

Zahnärztliche Fächer umfassen die konservierende, prothetische, kieferorthopädische und chirurgische Zahnheilkunde. Zu den allgemeinmedizinischen Fächern zählen zum Beispiel Pathologie, Pharmakologie, innere Medizin, HNO und Dermatologie.

Das Staatsexamen setzt sich aus theoretischen und praktischen Prüfungen zusammen. Die praktischen Prüfungen erfolgen vor allem in den zahnärztlichen Fächern und dauern ca. eine Woche. Insgesamt beansprucht die Zeit für das Staatsexamen rund ein Semester.

Promotion

Um einen Doktortitel zu erlangen, ist die Anfertigung einer Dissertation (Doktorarbeit) notwendig. Schon während des Studiums besteht die Möglichkeit damit zu beginnen. Am besten sprichst du hierfür gezielt einen Professor an oder erkundigst dich im Dekanat. Empfehlenswert ist es, sich ein Fachbuch zum Thema Promotion zuzulegen.

Assistenzzeit

Um die Kassenzahnärztliche Zulassung zu bekommen, muss nach dem Staatsexamen eine mindestens zweijährige Assistenzzeit an der Uniklinik oder in einer Zahnarztpraxis absolviert werden. Je nach Karriereplanung kann man hier bereits die Weichen für die berufliche Zukunft stellen. Hier werden deine praktischen Fähigkeiten unter Aufsicht trainiert und du erlangst Routine in der Behandlung. Bist du in einer Praxis angestellt, erlernst du darüber hinaus auch wichtige Grundlagen in den Bereichen Betriebswirtschaft sowie Mitarbeiter- und Praxisführung.

Facharztausbildung

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, in Deutschland zwei Facharztrichtungen einzuschlagen: Facharzt für Oralchirurgie und Facharzt für Kieferorthopädie.

Hierzu musst du im Bereich Kieferorthopädie eine mindestens dreijährige Weiterbildung durchlaufen.  Davon muss mindestens ein Jahr an der Universität im Fachbereich Kieferorthopädie gearbeitet werden. Die Facharztausbildung Oralchirurgie erfolgt über mindestens vier Jahre in einer weiterbildungsberechtigten Facharztpraxis. Abschließend findet eine Prüfung in dem jeweiligen Fachbereich statt.

Tätigkeitsschwerpunkt / M.Sc.

Der Zahnarztberuf bietet eine Vielzahl von Tätigkeitsschwerpunkten. Hierzu zählen u.a.:

  • Implantologie
  • Parodontologie
  • Endodontologie
  • Ästhetische Zahnheilkunde
  • Kinder- und Jugendzahnheilkunde

Voraussetzung hierfür sind meist curriculäre Fortbildungen, Behandlungsnachweise und Anmeldungen bei den jeweiligen Landeszahnärztekammern.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit als weiterführendes Aufbaustudium den Master an einer Universität zu absolvieren. Auch hier gibt es die Möglichkeit verschiedene Schwerpunktfächer zu belegen und in einem Zeitraum von ca. zwei Jahren einen beruflichen Schwerpunkt zu setzen.

Berufsausübungsformen

Jede Berufsausübungsform hat ihre Vor- und Nachteile. Was für dich das Richtige ist, hängt von deinen persönlichen Vorlieben und Zukunftsplänen ab. Es gibt die folgenden Möglichkeiten:

  • Einzelpraxis / selbstständig niedergelassener Zahnarzt
  • Angestellter Zahnarzt
  • Berufsausübungsgemeinschaft
  • Praxisgemeinschaft
  • Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ)
So unterstützt der FVDZ
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Für Studenten und Berufseinsteiger baut der FVDZ die Angebote stetig aus und passt sie an die Bedürfnisse des zahnärztlichen Nachwuchses an. Für Studenten ist die volle Mitgliedschaft im Verband kostenlos.

In der Bonner Geschäftsstelle kümmert sich der Studentenbeauftragte ausschließlich um die Anliegen von Studierenden und Berufseinsteigern. Er stellt den Verband und seine vielseitigen Angebote bundesweit an den zahnmedizinischen Fakultäten der Hochschulen vor.

Mit der Nachwuchsarbeit, die sich in den vier Dachmarken FVDZakademie, FVDZökonomie, FVDZmedia und FVDZpraxis gliedert, führt der Freie Verband die junge Generation an die Berufpolitik heran und bietet eine breite Leistungspalette:

Die FVDZ akademie fasst alle Fortbildungsangebote zusammen. Durch die in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) bestehenden Initiative young dentists unterstützt der FVDZ die junge Zahnärzteschaft beim Start ins Berufsleben. Die regelmäßigen Seminare und das zweimal im Jahr ausgetragene „young dentists meeting“ drehen sich um fachlich- wissenschaftliche und betriebswirtschaftlich-ökonomische Themen. Gemeinsam mit dem Zahnmedizinischen Austauschdienst (ZAD) unterstützt der Freie Verband Studierende bei den Vorbereitungen und der Durchführung einer Auslandsfamulatur. Einen ersten Einblick in berufspolitische Podiumsrunden und ein breites Fortbildungsprogramm ermöglicht der FVDZ Studierenden durch die kostenlose Teilnahme am Winterkongress und am Sommerkongress.

Unter dem Dach der FVDZ ökonomie bietet das umfangreiche Studentenförderprogramm eine kostenfreie Berufs- und Privathaftpflichtversicherung, eine rabattierte Unfallversicherung sowie exklusiv für studentische Mitglieder ab dem 10. Semester und Assistenzärzte in den ersten beiden Berufsjahren kostenlos bis zu drei Jahre den Tarif VIAmed (Option auf den Abschluss einer privaten Krankenversicherung). Weiterhin hält der Freie Verband für die junge Generation Vergünstigungen auf Serviceangebote sowohl für die Praxis als auch für den privaten Bereich bereit.

Die neusten Informationen über das Verbandsleben, aktuelle Gesundheits- und Berufspolitik und Hochschulthemen erhalten Mitglieder kostenfrei über die vielfältigen Publikationen der FVDZ media. Dazu gehören die Internetseite, das gezielt an junge Zahnärzte gerichtete Magazin „der junge zahnarzt“ (djz), das Mitgliedermagazin „Der Freie Zahnarzt“ (DFZ), der wöchentliche E-Mail-Newsletter „FVDZ aktuell“ und die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter.

FVDZ praxis bietet Unterstützungsangebote rund um die Praxisführung, -gründung und -abgabe. Dazu gehören die kostenlose Stellenbörse für Zahnärzte und Praxispersonal auf der FVDZ-Internetseite und der deutschlandweit erste moderierte  Praxispool. Hier finden Praxisabgeber einen geeigneten Nachfolger und Übernehmer eine eigene Praxis. Bei Fragen und Problemen rund um praxisbezogene Rechts- und Steuerthemen beraten Experten die Mitglieder kostenfrei. 


Unistandorte mit Zahnmedizin