Telematik

Der Begriff "Telematik" ist eine Kombination der Wörter "Telekommunikation" und "Informatik". Dabei geht es um die Vernetzung verschiedener IT-Systeme und die Möglichkeit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen.

Die Telematikinfrastruktur (TI) vernetzt alle Akteure des Gesundheitswesens im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung und gewährleistet den sektoren- und systemübergreifenden sowie sicheren Austausch von Informationen. Sie ist ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer (Personen oder Institutionen) mit einem elektronischen Ausweis Zugang erhalten. Quelle: gematik.de

Es gab eine Fristverlängerung um ein halbes Jahr: Zum 30. Juni 2019 häten alle Zahnarztpraxen an die TI angeschlossen sein sollen, doch die Umsetzung hakt weiterhin. Seit Juli  2019 drohen laut eHealth-Gesetz Abschläge bei den Honoraren für Praxen, die nicht angeschlossen sind.

HV-Beschluss 2019: Telematikinfrastruktur – „Stand-Alone-Alternative“

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert den Gesetzgeber auf, auf die im Referentenentwurf zum Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) vorgesehene Streichung des § 291 Abs. 2b, S.2, SGB V („Stand-Alone-Alternative“) zu verzichten.

 

Begründung:

§ 291 Abs. 2b Satz 1 und Satz 2 lauten:

 

(2b) Die Krankenkassen sind verpflichtet, Dienste anzubieten, mit denen die Leistungserbringer die Gültigkeit und die Aktualität der Daten nach Absatz 1 und 2 bei den Krankenkassen online überprüfen und auf der elektronischen Gesundheitskarte aktualisieren können. Diese Dienste müssen auch ohne Netzanbindung an die Praxisverwaltungssysteme der Leistungserbringer online genutzt werden können.

 

Die „Stand-Alone-Alternative“ ist die sicherste Variante der TI-Anbindung, da das Praxis-IT-System nicht mit dem Internet verbunden ist. Somit ist es bei dieser Variante noch nicht einmal theoretisch möglich, dass sich ein Hacker via Internet unerlaubten Zugang zu den Patientendaten verschafft.

HV-Beschluss 2019: Flächendeckende Infrastruktur und Datenschutz

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die Bundesregierung auf,

 

  • flächendeckend die technischen Voraussetzungen für den sicheren Austausch von Informationen im Gesundheitswesen im Rahmen der TI sicherzustellen,
  • allen Datenschutzanforderungen gerecht zu werden, um die über die TI übermittelten und gespeicherten sensiblen medizinischen Daten bestmöglich zu schützen,
  • gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die eine alleine dem Patienten- und Gemeinwohl verpflichtende Nutzung dieser Daten gewährleisten und eine gewerbliche Nutzung ausschließen.

HV-Beschluss 2018: Datenschutzrechtliche Haftung in der TI

Die Hauptversammlung des FVDZ fordert den Gesetzgeber auf, die Zahnarztpraxen von jeglicher Haftung für alle Zahn-/medizinischen Daten, die innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI) versandt werden, auszuschließen. 

Begründung:   

Durch die neue EU-Datenschutzgrundverordnung drohen bei Verstößen gegen den Datenschutz erhebliche Strafen. Für Daten, die über die TI von den Zahnarztpraxen zwangsweise ausgetauscht werden müssen, darf die Haftung nicht bei der Zahnärzteschaft liegen, da diese keinerlei Einfluss auf die Sicherheit der TI hat.

HV-Beschluss 2018: Wirtschaftliche Haftung bei Schäden durch TI

Die Hauptversammlung des FVDZ fordert den Gesetzgeber auf, über eine gesetzliche Regelung sicherzustellen, dass die Systemvertreiber und Hersteller von Komponenten der Telematikinfrastruktur (TI) für den reibungsfreien Betrieb aller Komponenten und des gesamten Systems garantieren müssen. Sie müssen grundsätzlich für Komponenten- und Systemausfälle und daraus entstehende Schäden in Haftung genommen werden.

Begründung:

Systemvertreiber und Hersteller von Komponenten der TI sind deren wirtschaftliche Nutznießer. Zahnärzte sollen nach dem E-Health-Gesetz mit Honorarabzügen bestraft werden, wenn sie sich nicht an die TI anschließen. Andererseits haben sie alle Nachteile, auch die wirtschaftlicher Art, zu tragen, wenn es zu Ausfällen oder Schäden kommt. Diese führen unter anderem zu Behinderungen von Praxisabläufen und erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen wie Umsatzausfällen bei weiterlaufenden Kosten. Es ist inakzeptabel, dass Patienten und Zahnärzte unter Ausfällen von Teilen oder der gesamten TI leiden müssen, während die Verantwortlichen für das System kein Risiko und keine Haftung – ausgenommen die gesetzliche Gerätehaftung – übernehmen.

Beschlüsse des Erweiterten Bundesvorstands zur Telematik - März 2017

Telematik_EV_Beschluesse_Mrz17.pdf (17,6 KiB)