Telematik

Der Begriff "Telematik" ist eine Kombination der Wörter "Telekommunikation" und "Informatik". Dabei geht es um die Vernetzung verschiedener IT-Systeme und die Möglichkeit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen.

Die Telematikinfrastruktur (TI) vernetzt alle Akteure des Gesundheitswesens im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung und gewährleistet den sektoren- und systemübergreifenden sowie sicheren Austausch von Informationen. Sie ist ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer (Personen oder Institutionen) mit einem elektronischen Ausweis Zugang erhalten. Quelle: gematik.de

Meldungen aus dem FVDZ aktuell

21.07.2020
TI: BMG macht Druck
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat in einem Brief an die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) klargestellt, dass es keine Änderungen bei den Fristen und gesetzlichen Vorgaben für die Einführung der Telematik-infrastruktur (TI) geben wird. Die KBV hatte gegenüber dem BMG die Sorge geäußert, dass die zur Funktionsfähigkeit der ePA, des e-Rezepts und der e-AU erforderlichen Konnektoren nicht rechtzeitig in den Praxen bereitstehen. Die ePA soll zum 1. Januar 2021 starten. Das Ministerium hingegen hält die Umsetzung für anspruchsvoll, aber möglich. Die gematik arbeite „mit Nachdruck an der Verfügbarkeit der erforderlichen Konnektoren zu den Zielterminen“, so das BMG. Einige Kassenärztliche Vereinigungen hatten bei der KBV ihren Unmut über den Stand der TI und den Umgang der gematik mit den TI-Problemen geäußert. So funktionierte der seit März verpflichtend vorgeschriebene Stammdaten-abgleich monatelang nicht. Die KVen fordern unter anderem die Abschaffung aller Sanktionen (insbesondere für Neu-praxen), da der verspätete Anschluss an die TI durch Ursachen bedingt sei, die nicht in der Verantwortung der Ver-tragsarztpraxis lägen. Das Ministerium erwiderte, die Anschlusspflicht an die TI sei „bereits deutlich vor der COVID-19-Pandemie umzusetzen“ gewesen. Daher könne die Pandemie keine Begründung liefern. Die KBV forderte zudem ein späteres Inkraftsetzen der vorgeschriebenen Sicherheitsrichtlinie. Auch dafür sieht das BMG keinen Grund. Eine ver-bindliche Richtlinie liege im Interesse der Ärzte. Man gehe daher davon aus, dass die KBV die „IT-Sicherheitsrichtlinie auch ohne aufsichtsrechtliche Maßnahmen schnellstmöglich verabschieden“ werde.
Quelle: ärzteblatt, jh

28.07.2020
TI: Ärzte fordern Fristverlängerung
Die Vertragsärzteschaft begehrt gegen die Fristen zur Umsetzung der TI-Anbindung auf: In einem gemeinsamen Brief der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und aller 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) an Gesundheits-minister Spahn (CDU) heißt es, die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen seien „geeignet, die notwendige Akzeptanz der Niedergelassenen zu verspielen.“ Verärgert sind die Ärzte insbesondere darüber, dass man die Pflichten der Digitalisierung abzuarbeiten habe, während andere „Datennutzer, wie Krankenkassen und Arbeitgeber“, den Vorteil hätten. Zudem müssten die Praxen die Kosten für technisches Versagen zum Teil selbst tragen. Zugleich drohe die Politik mit Sanktionen bei nicht fristgemäßer Implementierung von Anwendungen, obwohl diese „noch nicht verfügbar oder technisch unausgereift“ seien. Die Fristen seien deshalb „erheblich“ zu verlängern und die Kosten der Anbindung sowie alle Folgekosten angemessen zu kompensieren. Auch die Androhung einer Ersatzvornahme werde die Haltung der Vertragsärzte nicht ändern, heißt es weiter.
Quelle: äz, jh


gematik: Erster E-Health-Konnektor zugelassen
Die gematik hat den ersten E-Health-Konnektor für die Telematikinfrastruktur zugelassen. Die Firma CompuGroup Medical erhielt die Zulassung für ihr Konnektor-Update. Nach einem Feldtest musste der Hersteller noch die Sicher-heitszertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachweisen. Über ein entsprechen-des Software-Update wird aus bisher zugelassenen Konnektoren für den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten ein E-Health-Konnektor. Das Gerät muss dafür nicht ausgetauscht werden. Um die medizinischen Anwendungen nut-zen zu können, ist zudem ein elektronischer Heilberufsausweis der zweiten Generation (eHBA G2) erforderlich. Die gematik empfiehlt daher allen Ärzten, die aktuelle eHBA-Version so bald wie möglich zu bestellen. Herausgeber sind die Landesärzte- bzw. Zahnärztekammern.
Quelle: gematik, jh

HV-Beschluss 2019: Flächendeckende Infrastruktur und Datenschutz

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die Bundesregierung auf,

 

  • flächendeckend die technischen Voraussetzungen für den sicheren Austausch von Informationen im Gesundheitswesen im Rahmen der TI sicherzustellen,
  • allen Datenschutzanforderungen gerecht zu werden, um die über die TI übermittelten und gespeicherten sensiblen medizinischen Daten bestmöglich zu schützen,
  • gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die eine alleine dem Patienten- und Gemeinwohl verpflichtende Nutzung dieser Daten gewährleisten und eine gewerbliche Nutzung ausschließen.