Parododontitistherapie

Die geltenden Richtlinien für eine Parodontitistherapie (PAR) sind nicht mehr zeitgemäß und widersprechen der medizinisch-technischen Entwicklung. Die Zahnärzteschaft ist sich einig, dass ein neues PAR-Konzept mit solider Finanzierung dringend notwendig ist. Der Freie Verband arbeitet gemeinsam mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) an einem Konzept.

Beschluss der Hauptversammlung 2016 - Parodontalbehandlung in der GKV

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die Einhaltung folgender Grundsätze bei der Reform der Parodontalbehandlung in der GKV:

 

  1. Die Teilhabe am zahnmedizinischen Fortschritt muss für die Patienten offen stehen.
  2. Die erforderliche Eigenverantwortung des Patienten zur Sicherung des Therapieerfolges ist in geeigneter Weise sicherzustellen.
  3. Die Leistungen sind zahnärztliche Leistungen. Ihre Bewertung ist betriebswirtschaftlich so zu kalkulieren, dass sie von Zahnärzten erbracht werden können.
  4. Für zusätzliche Leistungen sind zusätzliche Mittel bereitzustellen.

FVDZ-Pressemitteilung vom 17.8.2016

FVDZ fordert mehr Eigenbeteiligung bei der Parodontalbehandlung

Die am 16. August 16 in Berlin vorgestellte Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) geht aufgrund der demografischen Entwicklung künftig von einem steigenden Behandlungsbedarf parodontaler Erkrankungen in Deutschland aus. Als Reaktion fordert die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) ausgeweitete Präventionsmaßnahmen im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, unter anderem bei der Unterstützenden Parodontitistherapie (UPT).

Der Bundesvorsitzende des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) Harald Schrader zu den Ergebnissen der DMS V: „Die Studie zeigt eindeutig, dass Parodontitis zu den zahnmedizinischen Haupterkrankungen zählt. Nun ist der Gesetzgeber gefragt und muss umgehend handeln. Eine Reform der Parodontalbehandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist zum Wohl der Patienten unerlässlich.“

Der Freie Verband schließt sich den Forderungen der KZBV weitgehend an. Für den FVDZ-Bundesvorstand ist die UPT eine Therapieergänzung, die den Heilerfolg langfristig sichern soll. Deshalb fordert der FVDZ-Bundesvorstand eine stärkere Eigenverantwortung und Einbeziehung der Patienten. „Es muss sichergestellt werden, dass die Patienten am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Wenn im GKV-Bereich jedoch nicht ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden können, dürfen auch Selbstbeteiligungsmodelle, wie sie beispielsweise im Füllungstherapie- oder Zahnersatzbereich erfolgreich praktiziert werden, kein Tabu sein“, erklärt Schrader.

 

Artikel aus DFZ Juli/August 2016 zur Podiumsdiskussion der PAR als pdf-Datei zum Download