Medizinische Versorgungszentren (MVZ)

Das Mitte 2015 in Kraft getretene GKV-Versorgungsstärkungsgesetz erlaubt die Gründung arztgruppengleicher Medizinischer Versorgungszentren (MVZ). Somit steht auch rein zahnmedizinischen MVZ nichts mehr im Weg. Der Freie Verband beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema MVZ und hat es als ein Kernthema auf der Hauptversammlung 2016 diskutiert.

Beschluss der Hauptversammlung 2016 - Keine zahnärztlichen MVZ

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert den Gesetzgeber auf, § 95 Abs. 1 SGB V dahingehend zu präzisieren, dass arztgruppengleiche medizinische Versorgungszentren (MVZ) im vertragszahnärztlichen Bereich nicht zulässig sind.

 

Begründung:

Der Gesetzgeber hat mit dem GKV-VSG arztgruppengleiche MVZ möglich gemacht, um die hausärztliche Versorgung zu stärken. Als „Nebenwirkung“ wurden damit auch rein zahnärztliche MVZ zulässig.

Diese Niederlassungsform ist im vertragszahnärztlichen Bereich nicht nur überflüssig, sie gefährdet ein funktionierendes Versorgungssystem, weil diese Großversorgungsstrukturen bevorzugt in bereits überversorgten Ballungszentren gegründet werden und nicht (wie behauptet) die Versorgung in Problembereichen verbessern.

Pressemitteilung vom 30.5.2016

Medizinische Versorgungszentren (MVZ): Podiumsdiskussion beim 23. Zahnärzte-Sommerkongress auf Usedom

FVDZ befürchtet nichtärztlichen Fremdbesitz von MVZ

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hat die erhebliche Ungleichbehandlung von niedergelassenen Zahnärzten und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz kritisiert. „Der Freie Verband fordert ‚Waffengleichheit’ zwischen MVZ und der Einzelpraxis sowie den klassischen Kooperationsformen“, erklärte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader beim Zahnärzte-Sommerkongress in Heringsdorf. Dazu müssten fairer Wettbewerb ermöglicht und – als Entwicklungsmöglichkeit – die einseitigen Beschränkungen für Niedergelassene aufgehoben werden.

Der FVDZ-Justiziar Michael Lennartz stellte in der Diskussionsrunde heraus, dass in einem MVZ unbegrenzt viele angestellte Zahnärzte tätig sein dürfen. Im Gegensatz dazu dürfe ein Vertrags(zahn)arzt in klassischen Kooperationsformen oder der Einzelpraxis lediglich zwei Zahnärzte beschäftigen. „Das ist eine klare Diskriminierung der Vertragszahnärzte“, betonte der Rechtsanwalt. Die für Kommunen neu geschaffene Möglichkeit, selbst MVZ zu gründen, bezeichnete Lennartz als „Sündenfall“. Dadurch werde das Fremdbesitzverbot ausgehebelt, aber die Versorgung voraussichtlich nicht verbessert.

Hintergrund ist das Mitte 2015 in Kraft getretene GKV-Versorgungsstärkungsgesetz, mit dem der Gesetzgeber arztgruppengleiche und damit auch rein zahnärztliche MVZ erlaubt hat. Außerdem dürfen seither auch Kommunen MVZ gründen.

 

Artikel aus DFZ 05/ 2016 zum Titelthema MVZ als pdf-Datei zum Download