Der Freie Verband engagiert sich - in Europa und international

Auf EU-Ebene werden ein Großteil der Verordnungen und Richtlinien für das Gesundheitswesen erlassen. Danach müssen diese in nationales Recht umgewandelt werden.

Mit Dr. Ernst-Jürgen Otterbach und PD Dr. Thomas Wolf stellt der FVDZ zwei Beauftragte für die internationale Arbeit. Sie arbeiten für den Verband aktiv im Ausschuss für internationale Arbeit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und auf europäischer Ebene in der European Regional Organisation of the Fédération Dentaire International (ERO), der Regionalorganisation des Weltzahnärzteverbands FDI, mit.

Hier berichten wir über die Aktivitäten des Freien Verbandes auf dem internationalen Parkett.

Positionspapier zu Europa

Die deutschen Wähler haben am 26. Mai zur Wahl ein neues Europäischen Parlament gewählt. Dies war eine gute Gelegenheit für den Freien Verband, seine Positionen zu vielen gesundheitspolitischen Themen herauszuarbeiten und mit Europapolitikern zu diskutieren. Der Einfluss der Europäischen Union (EU) auf die Gesundheitspolitik ihrer Mitgliedstaaten nimmt kontinuierlich zu, auch wenn „Gesundheit“ kein sogenanntes harmonisiertes Politikfeld ist wie beispielsweise Landwirtschaft, Handel oder Umwelt. Doch über einige Umwege wie den gemeinsamen Binnenmarkt finden immer wieder Regelungen mit weitreichenden Folgen Eingang in die deutsche Gesundheitspolitik. Eine im Freien Verband fest installierte Projektgruppe hat bereits mehrere Themen identifiziert und aufbereitet, mit denen sich der Verband auf EU-Ebene politisch auseinandersetzen will. Dazu gehören neben Digitalisierung und Europäischer Patientenakte auch hier das Thema Investoren-MVZ, Deregulierung und Qualifizierung – sowohl in den Heilhilfsberufen als auch für Zahnärzte aus dem Nicht-EU-Ausland, die ihren Abschluss in der EU anerkennen lassen wollen. „Wir haben uns eine Menge vorgenommen und die Themen sind vielfältig“, sagte der FVDZ-Bundesvorsitzende Schrader bei der EV-Sitzung. „Es ist wichtig, dass wir in die neue Legislatur des Europaparlaments mit hineinwirken, deshalb sollten die Kandidaten und Parlamentarier so frühzeitig wie möglich wissen, dass es den Freien Verband gibt.“ Das Positionspapier des FVDZ zu Europa können Sie hier herunterladen:

 

 

Europawahl
 

HV-Beschluss 2019: Freiberuflichkeit in Europa

Die Hauptversammlung des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte fordert die neu konstituierte Europäische Kommission und die neu gewählten Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, sich für die Verabschiedung einer Europäischen Charta der Freien Berufe einzusetzen. Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte wird seine standespolitischen Vorstellungen in die Charta einbringen. Die Hauptversammlung verweist in diesem Kontext auf das Positionspapier des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte.

 

Begründung:

Bis heute fehlt auf europäischer Ebene ein gemeinsames Verständnis von Freiberuflichkeit sowie ein einheitlicher Politikansatz gegenüber den Freien Berufen. Der europäische Gesetzgeber soll künftig den Bedürfnissen der Freien Berufe besser gerecht werden, den Mehrwert der Freien Berufe für die europäische Gesellschaft anerkennen und sicherstellen, dass die Freien Berufe nicht ausschließlich auf Grundlage rein marktwirtschaftlicher Kriterien beurteilt werden können.

HV-Beschluss 2019: Zusammenarbeit auf Europaebene

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte unterstützt die Aktivitäten des Bundesvorstandes auf Europaebene. Insbesondere die frühzeitige Information über Gesetzesvorhaben auf europäischer, aber auch auf nationaler Ebene eröffnet die Möglichkeit, substanziell die entsprechende Gesetzgebung für den Berufsstand zu begleiten und effektiv, im Sinne der zahnmedizinischen Versorgung, Einfluss zu nehmen. Die Hauptversammlung fordert alle berufspolitischen Gremien auf, auf diesem Gebiet eng zusammenzuarbeiten.

HV-Beschluss 2018 zur ERO/ FDI Resolution

In zunehmenden Maße ist nicht nur in Deutschland, sondern gleichermaßen in Europa und sogar weltweit ein Trend zu einer Merkantilisierung der zahnärztlichen Berufsausübung zu verzeichnen. Eine hohe Zahl von Kapitalgebern, Investoren und Private equity-Unternehmen investieren in Zahnarztpraxen, um dann arztgruppengleiche zahnärztliche medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen. Diese dienen dem vorrangigen Ziel, profitorientiert die Interessen ihrer Kapitalgeber zu bedienen. Diese Einrichtungen sind sogar oftmals unter nichtzahnärztlicher Leitung.

 In einer ERO-FDI Resolution hat die Delegiertenversammlung der ERO-FDI auf ihrer im September 2018 stattgefundenen Vollversammlung hierzu ihre Position formuliert.

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte unterstützt uneingeschränkt die ERO-FDI Resolution vom 06.08.2018 in Buenos Aires mit dem Titel „Third party financed dental ambulatory health care centers conducted by non dentists”.

Studie zur zahnärztlichen Freiberuflichkeit

Die Studie der Arbeitsgruppe “Liberal Dental Practice” (LDP) der beiden Initiatoren Chairman und FVDZ-Europabeauftragter Dr. Ernst-Jürgen Otterbach und FVDZ-Bundesvorstand PD Dr. Thomas Wolf (Uni Bern) untersucht das Thema: Ist die freiberufliche unabhängige Zahnarztpraxis in Gefahr? Formen zahnärztlicher Berufsausübung in der Europäischen Regional Organisation (ERO) der FDI World Dental Federation.

Zur Studie (deutsche Übersetzung im Volltext verfügbar).

EU-Dienstleistungspaket: Eingriff in nationale Gesetzgebung in der Kritik

12. Europatag der Bundeszahnärztekammer in Brüssel (8,6 MiB)

Stellungnahme: FVDZ zum Dienstleistungspaket der EU-Kommission

Die Europäische Kommission hat am 10. Januar 2017 das sogenannte Dienstleistungspaket, bestehend aus den Vorschlägen für ein Notifizierungsverfahren, für eine Verhältnismäßigkeitsprüfung, sowie für eine elektronische Dienstleistungskarte vorgelegt. Die Kommission zielt mit dem Paket darauf ab, die grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen zu erleichtern und die Mobilität im Europäischen Binnenmarkt zu fördern. Diese Ziele begrüßt der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) grundsätzlich. Ende Mai 2017 einigte sich der Wettbewerbsfähigkeitsrat auf eine allgemeine Ausrichtung zu den Vorschlägen für ein Notifizierungsverfahren sowie für eine Verhältnismäßigkeitsprüfung. Aus Sicht des FVDZ wurden beide Entwürfe im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag der Kommission erheblich geändert. Daraufhin reagierte der FVDZ in einer Stellungnahme und leitete diese an die zuständigen Berichterstatter des EU-Parlaments weiter. Hier finden Sie die Stellungnahme des Freien Verbandes zum Dienstleistungspaket der EU-Kommission:

Zur Stellungnahme.

FDI-Kongress und ERO-Tagung in Poznan

FDI_Posen_DFZ_10_2016.pdf (482,7 KiB)

Vollversammlung der ERO: Ethische Grundprinzipien freier Berufsausübung verteidigen

ERO-Artikel aus DFZ 7-8-2016 (140,3 KiB)