HV - 2013: 01 - Resolution

Wortlaut des Antrages:

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die kommende Bundesregierung auf, bei anstehenden Reformen im Gesundheitswesen die gesundheitspolitischen Forderungen des Freien Verbandes umzusetzen:

 

1 Ein offenes, freies Versicherungssystem mit Wahlfreiheit der Bürger - gegen ein Einheitssystem wie die "Bürgerversicherung"

Die Bürgerversicherung löst keines der bestehenden Probleme von GKV und PKV. Einheitssysteme sind vor allem Kontrollsysteme, in denen Zahn/Ärzte und Versicherte/Patienten von Bürokraten der Krankenkassen und der Gesundheitsbehörden dirigiert werden. Zur Problemlösung fordert der Freie Verband die Weiterentwicklung des dualen Versicherungssystems.

 

2 Prämienmodell - Finanzierung der GKV über Prämien

Die Kosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung können angesichts der demographischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts schon in wenigen Jahren nicht mehr über das derzeitige Umlagesystem finanziert werden.

 

3 Schluss mit der Sachleistung - für eine direkte Patienten-Arzt-Beziehung

Dazu gehören die direkte Abrechnung der Behandlungskosten mit dem Patienten und die Erstattung seiner Kosten durch seinen Kostenträger (Krankenkasse/-versicherung). Sachleistung ist anonym und verschleiert Leistung und Kosten der Behandlung.

4 Leistungsgerechte Honorierung - Aufhebung der Budgetierung

Die Ausbeutung des Berufsstandes in der GKV durch Budgetierung und Degression und bei der Privatbehandlung durch fünfundzwanzigjährigen Gebührenstillstand ist zu beenden.

 

5 Wirksamer Schutz aller Gesundheitsdaten

Die Speicherung und die Auswertung von Patienten- und Behandlungsdaten auf  Systemen außerhalb der Praxen ohne wirksame Widerspruchsmöglichkeiten der Betroffenen widersprechen dem informationellen Selbstbestimmungsrecht des Bürgers und sind auf das gesetzlich geregelte Minimum zu beschränken.

 

6 Bürokratieabbau in der Praxis

Der stetig steigende Aufwand an Verwaltungsarbeit verursacht hohe Kosten und nimmt dem Zahnarzt die notwendige Zeit für Zuwendung und Behandlung.

 

7 Freie Arztwahl und freie Arzt-Patientenbeziehung

Die freie Arztwahl ist ein Grundpfeiler der freien Berufsausübung. Fremdbestimmung der Patienten durch Steuerung der Patientenströme und Eingriffe in die Arzt-Patientenbeziehung durch Dritte widersprechen dem Selbstbestimmungsrecht und der Mündigkeit des Bürgers.