FVDZ aktuell vom 23.08.2016

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Forum Zukunft: Information, Interaktion, Kommunikation – sicher in die Selbstständigkeit
  • DMS V: Zahnmedizinische Prävention zeigt Erfolg
  • Internes Arbeitspapier: SPD sagt IGeL den Kampf an
  • Umfrage: Zahnersatz für jeden zweiten Deutschen

 

Aus dem Verband:

Forum Zukunft: Information, Interaktion, Kommunikation – sicher in die Selbstständigkeit

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) lädt am 30. September und 1. Oktober zu seinem ersten „Forum Zukunft“ nach Berlin ein. Im neuen Format wird es interaktiv und kommunikativ um die sichere Zukunftsplanung für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte gehen.
Das Forum Zukunft startet mit einer Führung durch den Bundesrat am Nachmittag des Freitags (30. September). Am Samstag, 1. Oktober, informieren renommierte Referenten in vier parallelen Foren umfassend über die Themenbereiche „Beruf und Familie“, „Angestellt oder Chef“, „Finanziell sicher in die Zukunft“ und „Erfolgreich kommunizieren“. Im Anschluss an die jeweiligen Vorträge arbeiten die Teilnehmer in Workshops an den Themen weiter. Zum Abschluss stellen die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum vor.
Die Teilnahmegebühr beträgt für FVDZ-Mitglieder 149 Euro, für Nicht-Mitglieder 199 Euro. Studierende können für 25 Euro (Mitglieder) oder 50 Euro (Nicht-Mitglieder) an der Veranstaltung teilnehmen. Übernachtungskosten sind nicht in den Gebühren enthalten. Das Programm kann auf der Verbandswebsite unter der Rubrik „FVDZ akademie“ eingesehen werden. Dort ist auch ein Formular zur direkten Anmeldung hinterlegt. Weitere Informationen gibt es bei der Bundesgeschäftsstelle (Ansprechpartnerin: Frauke Garstka, fg@fvdz.de, Tel. 0228 8557-32).
sas

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

DMS V: Zahnmedizinische Prävention zeigt Erfolg

Bei der Mundgesundheit nimmt Deutschland im internationalen Vergleich eine Vorreiterposition ein. Über alle Altersgruppen hinweg zeigt sich ein deutlicher Kariesrückgang. Die Zahl der Parodontalerkrankungen nimmt ab, aber der Behandlungsbedarf wird künftig weiter steigen. Das sind zentrale Ergebnisse der fünften Mundgesundheitsstudie (DMS V), die das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) in der vergangenen Woche in Berlin vorgestellt haben.
Im Vergleich zu den Anfängen der DMS 1989 in Westdeutschland und 1992 in den neuen Ländern ging Karies bei den 12-jährigen Kindern um 90 Prozent zurück. Die aktuelle DMS kommt zu dem Ergebnis, dass heute insgesamt 81 Prozent der Kinder kariesfrei sind. Die jüngeren Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren weisen fast fünf Zähne weniger mit Karieserfahrung als noch vor knapp zwanzig Jahren auf. Bei den jüngeren Senioren (65 bis 74 Jahre) nahm die Karieserfahrung der DMS V zufolge in den vergangenen zwei Jahrzehnten um sechs Zähne ab. „Die hervorragenden Werte bei Karies sind ein Beweis, dass die zahnmedizinische Prävention funktioniert“, stellte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Peter Engel, fest. Auch die Zahl der Parodontalerkrankungen sei in der Bundesrepublik insgesamt rückläufig. Allerdings leide noch mehr als die Hälfte der Erwachsenen an einer behandlungsbedürftigen parodontalen Erkrankung, acht Prozent sogar unter einer schweren Parodontitis. Laut Studie deutet die demografische Entwicklung darauf hin, dass künftig in Fragen von parodondalen Erkrankungen mit einem deutlich steigenden Behandlungsbedarf zu rechnen ist. Der KZBV-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Eßer betonte vor allem den bedeutenden Stellenwert der sprechenden Zahnheilkunde. „Diese muss Einfluss in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen finden und auch angemessen honoriert werden“, forderte der KZBV-Chef. Zusätzlich zur Prävention komme es bei parodontalen Erkrankungen auch auf eine strukturierte Nachsorge, die Unterstützende  Parodontitistherapie (UPT), an. „Hier könnte aus Sicht der Vertragszahnärzteschaft ein Bonusmodell greifen – ähnlich wie schon bei der Versorgung mit Zahnersatz“, erklärte Eßer.
In der erstmals untersuchten Altersgruppe der älteren Senioren zwischen 75 und 100 Jahren deckt die DMS signifikante Unterschiede in der Zahn- und Mundgesundheit zwischen Pflegebedürftigen und der gesamten Altersgruppe auf. Demnach haben ältere Menschen mit Pflegebedarf eine höhere Karieserfahrung, weniger eigene Zähne und häufiger einen herausnehmbaren Zahnersatz als alle untersuchten Personen in der Altersgruppe. Insgesamt jedoch lasse sich feststellen, dass sich zahnmedizinische Krankheitslasten ins höhere Lebensalter verschieben, stellte der wissenschaftliche Direktor des IDZ Rainer Jordan fest. Die älteren Senioren hätten heute einen Mundgesundheitszustand wie die jüngeren Senioren bei der Studie (DMS IV) vor zehn Jahren.
Quellen: IDZ, BZÄK, KZBV

Der Bundesvorsitzende des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) Harald Schrader zu den Ergebnissen der DMS V: „Die Studie zeigt eindeutig, dass Parodontitis zu den zahnmedizinischen Haupterkrankungen zählt. Nun ist der Gesetzgeber gefragt und muss umgehend handeln. Eine Reform der Parodontalbehandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist zum Wohl der Patienten unerlässlich.“ Der Freie Verband schließt sich den Forderungen der KZBV weitgehend an. Für den FVDZ-Bundesvorstand ist die UPT eine Therapieergänzung, die den Heilerfolg langfristig sichern soll. Deshalb fordert der FVDZ-Bundesvorstand eine stärkere Eigenverantwortung und Einbeziehung der Patienten. Vorbild für ein Anreizmodell zum nachhaltigen Therapieerfolg könne beispielsweise das Bonusheft für Zahnersatz sein. „Es muss sichergestellt werden, dass die Patienten am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Wenn im GKV-Bereich jedoch nicht ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden können, dürfen auch Selbstbeteiligungsmodelle, wie sie beispielsweise im Füllungstherapie- oder Zahnersatzbereich erfolgreich praktiziert werden, kein Tabu sein“, erklärt Schrader.

 

Internes Arbeitspapier: SPD sagt IGeL den Kampf an

Nach den Plänen der SPD sollen Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) künftig stärker überwacht werden. Diese Aufgabe soll ein „Marktwächter Gesundheit“ übernehmen. Dies berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in der vergangenen Woche unter Berufung auf ein internes Papier der SPD-Arbeitsgruppe Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz. Demnach planen die Sozialdemokraten in ihrem Programm für die Bundestagswahl im nächsten Jahr „die Flut kostenpflichtiger, medizinisch aber oft überflüssiger Igel-Leistungen“ einzudämmen. Die Arbeitsgruppe begründet ihre Pläne dem Zeitungsbericht zufolge mit der steigenden Unsicherheit gesetzlich Krankenversicherter darüber, auf welche Behandlungen sie einen Anspruch haben. Den Sozialdemokraten ist es ein Dorn im Auge, dass IGeL nicht überwacht würden, sondern allein in Verantwortung des Arztes stünden. Daher sei eine systematische Marktbeobachtung mit Eingriffsmöglichkeiten durch einen „Marktwächter Gesundheit“ notwendig. Weiterhin fordern die Sozialdemokraten nach FAZ-Angaben einen verbindlichen Behandlungsvertrag, der Patienten umfangreich über Nutzen und Risiken vom IGeL aufklärt. Ohne Vertrag dürften Patienten nicht zur Zahlung verpflichtet werden.
Vom CDU-Wirtschaftsrat hagelte es umgehend Kritik an den Plänen des Koalitionspartners. „Patienten können sich auch heute schon umfassend informieren und beraten lassen. Neben dem Arzt des Vertrauens stehen hierfür die Beratungsstellen der Krankenkassen und die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bereit. Eine Bewertung der individuellen Angebote durch einen ´Marktwächter Gesundheit` läuft auf die Bevormundung und Entmündigung der Patienten hinaus", betont Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.
Quellen: FAZ, Wirtschaftsrat der CDU

 

Umfrage: Zahnersatz für jeden zweiten Deutschen

Bereits heute ist Zahnersatz schon für mehr als jeden zweiten Bundesbürger (52 Prozent) Realität. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) unter 2.000 Deutschen. Dabei gibt es zwischen den Geschlechtern lediglich geringe Unterschiede. Laut Umfrage benötigen Frauen Zahnersatz geringfügig häufiger als Männer. Die Mehrheit der Befragten, rund 54 Prozent, die aktuell noch keine Kronen, Brücken, Implantate oder Prothesen haben, geht der Umfrage zufolge davon aus, später Zahnersatz in Anspruch nehmen zu müssen.
Die Ergebnisse spiegeln sich auch in der Anzahl der abgeschlossenen privaten Zahnzusatzversicherungen wider. Bereits 2015 hatte der PKV-Verband bei den Zahnzusatzversicherungen einen Rekordwert vermelden können. Zwischen 2005 und 2015 hat sich nach PKV-Angaben die Zahl der Policen auf rund 15 Millionen fast verdoppelt. Der PKV-Verband begründet den Anstieg vor allem mit Leistungskürzungen der gesetzlichen Krankenversicherung bei der Übernahme der Kosten für Zahnersatz und Zahnbehandlungen.
Quelle: PKV-Verband