FVDZ aktuell vom 29.11.2016

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

 

  • Winterkongress in Ischgl: Vielfältiges Fortbildungsprogramm und Gewinnspiel für Studenten
  • Neue Approbationsordnung: FVDZ begrüßt Reform des Zahnmedizinstudiums
  • Haushalt 2017: Mehr Geld für Gesundheit
  • Index: Bürokratiewust kostet Ärzte Millionen Arbeitsstunden
  • Gesundheitsapps: Europaweite Qualitäts- und Datenschutzstandards kommen
  • Wechsel an der Spitze: Professor Walter neuer DGZMK-Präsident

 

Aus dem Verband:

Winterkongress in Ischgl: Vielfältiges Fortbildungsprogramm und Gewinnspiel für Studenten

Im Kalender für das nächste Jahr sollte bei Zahnärzten und Praxismitarbeitern ein Termin nicht fehlen: Vom 19. bis 24. Februar 2017 lädt der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) zum Winterkongress ins österreichische Ischgl ein. International renommierte Referenten stellen neue Behandlungskonzepte und Diagnoseverfahren vor. Themen wie Kariesprävention, Kinderzahnbehandlung und Umsetzung aktueller Hygienevorschriften in der Zahnarztpraxis stehen auf dem Programm.
Das Besondere: Auf die Teilnehmer wartet eine sechstägige Fortbildung in familiärer Atmosphäre, die Möglichkeit zum Netzwerken vor der faszinierenden Kulisse der Tiroler Bergwelt und vielfältige Freizeitmöglichkeiten.
Ein weiterer Höhepunkt: Bei der Eröffnungsveranstaltung informiert der Zahnarzt und ehemalige FIFA-Schiedsrichter Markus Merk in seinem Vortrag „Sicher Entscheidungen treffen“ über ausschlaggebende Faktoren bei der Entscheidungsfindung und wie er selbst zum sicheren Entscheider wurde.
Auch Studenten können in Ischgl Praxisluft schnuppern. Der Freie Verband verlost insgesamt 20 Wochenkarten für die Teilnahme an Vorträgen und Seminaren. Zusätzlich übernimmt der Verband die Kosten für sechs Nächte inklusive Frühstück. Lediglich die Reisekosten sind selbst zu tragen. Für die Teilnahme müssen die studentischen Mitglieder online die Frage beantworten, warum sie zum Zahnärzte-Winterkongress möchten. Das Gewinnspiel läuft bis zum 31. Dezember. Weitere Informationen  unter www.fvdz.de/ischgl2017.
Das komplette Programm zum Winterkongress kann auf der Verbandswebsite unter der Rubrik „FVDZ akademie“ eingesehen oder per Mail unter kongresse@fvdz.de angefordert werden. cas

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Neue Approbationsordnung: FVDZ begrüßt Reform des Zahnmedizinstudiums

Das Warten hat ein Ende: Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat kürzlich den lange angekündigten Referentenentwurf einer „Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung“ vorgelegt. Damit wird das Studium der Zahnmedizin seit mehr als sechs Jahrzehnten reformiert. Der Referentenentwurf sieht unter anderem vor, dass das Zahnmedizinstudium weiterhin ein Staatsexamensstudium bleibt und nicht in das Bachelor-Master-System umgewandelt wird. Weitere wesentliche Ziele sind: die Angleichung der Studiengänge Medizin und Zahnmedizin in der Vorklinik, eine Neugewichtung der Ausbildungsinhalte, die bessere Abbildung von Allgemeinerkrankungen im Zahnmedizinstudium, eine fächerübergreifende Ausbildung sowie die Verbesserung der Betreuungsrelation. Im Dezember haben Verbände, Institutionen und Interessenvertreter das Wort. Bei einer Anhörung im BMG werden sie die neue Approbationsordnung (AOZ) bewerten.
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) begrüßt den AOZ-Entwurf aus dem Ministerium. „Mit der Reform nach langer Wartezeit wird die Ausbildung des zahnärztlichen Nachwuchses endlich auf ein zeitgemäßes Niveau gehoben“, sagte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader. Um die anspruchsvollen Verbesserungen beispielsweise beim Verhältnis von Lehrenden zu Studierenden umzusetzen, müssten jetzt auch die erforderlichen Mittel bereit gestellt werden. Die Berücksichtigung neuer zahnmedizinischer Erkenntnisse und die neue Schwerpunktsetzung seien zu begrüßen. „Zahnmedizin bleibt aber vor allem praktische Tätigkeit auf engstem Raum“, so Schrader. Um der zahntechnischen Ausbildung der angehenden Zahnmediziner auch künftig einen adäquaten Stellenwert zu geben, spricht sich der Freie Verband für ein in der AOZ vorgeschriebenes Praktikum im zahntechnischen Bereich aus. „Neben einer Famulatur und einem Erste-Hilfe-Kurs muss ein obligatorisches Zahntechnik-Praktikum ein wichtiger Ausbildungsbestandteil sein, um die manuellen Fertigkeiten der angehenden Zahnärzte zu schulen und zu fördern“, macht Schrader deutlich.
FVDZ-Redaktion

 

Haushalt 2017: Mehr Geld für Gesundheit

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben in der vergangenen Woche den Gesundheitsetat für das Wahljahr 2017 verabschiedet. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) stehen 15,16 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sind rund 63 Millionen Euro mehr als noch im Regierungsentwurf vorgesehen. Für 2016 waren es noch 14,57 Milliarden Euro. Grund für den leichten Anstieg sind nach Medienberichten Kürzungen aus den vergangenen Jahren. Dies fiel vor allem beim Bundeszuschuss an den Gesundheitsfonds ins Gewicht. Wie das „Deutsche Ärzteblatt“ berichtete wurden zwischen 2013 und 2015 etwa 8,5 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsetat gekürzt, um das Geld in die Konsolidierung des Haushaltes zu investieren. Der Gesamthaushalt des Bundes wird im nächsten Jahr 329,1 Milliarden Euro umfassen, das sind 12,2 Milliarden Euro mehr als 2016.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt

 

Index: Bürokratiewust kostet Ärzte Millionen Arbeitsstunden

Die 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten haben im laufenden Jahr bereits 52 Millionen Stunden für Büroarbeit aufgewendet. Diese Zeit fehlte für die Behandlung von Patienten. Das ist das Ergebnis des aktuellen Bürokratieindexes (BIX), den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in der vergangenen Woche vorgestellt haben. Laut Index nahm die Bürokratiebelastung innerhalb von drei Jahren um 4,72 Punkte auf 95,28 Punkte ab. Dies entspricht einem Rückgang von 55 Millionen Stunden auf 52 Millionen Stunden, um die Anforderungen der gemeinsamen Selbstverwaltung von Kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss zu erfüllen. Dennoch sieht die Ärzteschaft Handlungsbedarf, weil die Belastung weiterhin auf hohem Niveau ist. „Die Zeit der Niedergelassenen ist schließlich in erster Linie für die Patienten da und nicht für den Papierkram“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen. Er forderte von den Krankenkassen eine verbindliche Zielmarke für den Bürokratieabbau. Als gutes Beispiel führte Gassen den Wirtschaftssektor an, für den die Bundesregierung eine 25-prozentige Verringerung der Belastung durch staatliche Informationspflichten festlegte.
Quelle: KBV

 

Gesundheitsapps: Europaweite Qualitäts- und Datenschutzstandards kommen

Die Europäische Union (EU) hat die Regulierung des Marktes für Gesundheitsapps fest im Blick. Aktuell erarbeitet die EU-Kommission einen europaweiten Verhaltenskodex für die Hersteller dieser Applikationen. Dies berichtete das „Handelsblatt“ und stützt sich dabei auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. „Auf europäischer Ebene steht eine Selbstverpflichtung der Hersteller von Gesundheitsapps zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen („Code of Conduct“) kurz vor dem Abschluss, die App-Entwicklern Unterstützung bei der Anwendung der geltenden Bestimmungen bieten wird“, zitiert die Zeitung aus der Antwort der Bundesregierung. Zudem kündigte die Regierung an, dass die EU-Kommission bis nächstes Jahr ebenfalls Qualitätskriterien erarbeitet, nach denen Applikationen künftig beurteilt werden.
Einigen Grünen-Politikern im Bund und auf EU-Ebene gehen die Arbeiten an Datenschutz- und Qualitätsstandards nicht weit genug. Für Jan Philipp Albrecht, Mitglied der Grünen im Europäischen Parlament, sei der geplante freiwillige Verhaltenskodex „nicht mehr als eine verbindliche Empfehlung“. Stattdessen forderte Albrecht einen rechtlich verbindlichen Katalog und eine Gesetzgebung, die den Umgang mit sensiblen Daten festschreibe. Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast kritisierte die EU-weite freiwillige Verpflichtung der Hersteller als „inakzeptabel“, weil die Apps auf dem deutschen Gesundheitsmarkt schon seit längerer Zeit massenhaft eingesetzt würden. Sie forderte die Regierung auf, dafür zu sorgen, dass Gesundheitsapps transparent, sicher und qualitativ einwandfrei seien. Zudem müsse die Politik sicherstellen, dass die Verbraucher weiterhin die Hoheit über ihre Daten behielten.
Quellen: Handelsblatt, Deutsches Ärzteblatt

 

Wechsel an der Spitze: Professor Walter neuer DGZMK-Präsident

Mit Michael Walter übernimmt ein Prothetiker die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und tritt die Nachfolge von Bärbel Kahl-Nieke an. Nach dem Zahnärztetag Ende November ist Walter turnusgemäß aus der Rolle des Präsidenten elect an die Spitze des Dachverbandes der wissenschaftlichen Zahnmedizin in Deutschland gerückt. Als Präsident der über 22.000 Mitglieder starken und ältesten zahnmedizinischen Gesellschaft Deutschlands sieht er Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit als Handlungsmaxime für seine dreijährige Amtszeit. Walter ist Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden und hat bereits vier Jahre Präsidentschaftserfahrung bei der Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien gesammelt.
Quelle: DGZMK