FVDZ aktuell vom 10.01.2017

Auf ins Jahr 2017

Die FVDZ aktuell-Redaktion wünscht allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
Wir hoffen, dass Sie Ihre guten Vorsätze im Jahr 2017 erfüllen können. Auf der Prioritätenliste der Deutschen für das neue Jahr stehen einer Forsa-Umfrage zufolge Stressvermeidung oder Stressabbau ganz oben (62 Prozent). Dicht gefolgt von den Vorsätzen, mehr Zeit mit Familie oder Freunden zu verbringen (60 Prozent) und mehr Sport zu treiben (57 Prozent). Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es laut Forsa kaum Veränderungen bei den Vorsätzen. Daher bleibt nur zu hoffen, dass Sie sich in diesem Jahr auch mal hin und wieder die Zeit nehmen können, um Ihre Vorsätze und Wünsche zu verwirklichen.
Im Bundestagswahljahr 2017 wird es in Sachen Gesundheitspolitik auf jeden Fall nicht langweilig. Das geplante GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz wird weiterhin für viel Gesprächsstoff bei Ärzte- und Zahnärzteschaft sowie Politik sorgen. Auch der „Dauerbrenner“ in den Wahlprogrammen von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen – die Bürgerversicherung – verspricht schon jetzt viel Diskussionsstoff unter Politikern und Standesvertretern. Viele weitere Themen werden in den nächsten Monaten dazukommen. Die FVDZ aktuell-Redaktion verfolgt die Geschehnisse in Bund und Ländern weiterhin regelmäßig. Auch in diesem Jahr erhalten Sie mit unserem Newsletter wöchentlich Neuigkeiten aus dem Freien Verband und aus Gesundheits- und Berufspolitik.

 

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

 

  • Fortbildung in Ischgl: Jetzt Kongressticket sichern
  • GKV: Zusatzbeitrag ist bei jeder vierten Kasse angestiegen
  • Bürgerversicherung: Experten prognostizieren Übergangsphase von mehr als zehn Jahren
  • Trend: Zahnzusatzversicherungen werden immer beliebter

 

Aus dem Verband:

Fortbildung in Ischgl: Jetzt Kongressticket sichern

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) lädt Zahnärzte und Praxismitarbeiter vom 19. bis 24. Februar zum Winterkongress ins österreichische Ischgl ein. International renommierte Referenten stellen neue Behandlungskonzepte und Diagnoseverfahren vor. Themen wie Kariesprävention, Kinderzahnbehandlung und Umsetzung aktueller Hygienevorschriften in der Zahnarztpraxis stehen auf dem Programm. Passend zum Wahljahr wird der Geschäftsführende Bundesvorstand in der berufspolitischen Runde die Teilnehmer über die von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linken favorisierte Bürgerversicherung informieren.
Das Besondere: Auf die Teilnehmer wartet eine sechstägige Fortbildung in familiärer Atmosphäre, die Möglichkeit zum Netzwerken vor der faszinierenden Kulisse der Tiroler Bergwelt und vielfältige Freizeitmöglichkeiten.
Ein weiterer Höhepunkt: Bei der Eröffnungsveranstaltung informiert der Zahnarzt und ehemalige FIFA-Schiedsrichter Markus Merk in seinem Vortrag „Sicher Entscheidungen treffen“ über ausschlaggebende Faktoren bei der Entscheidungsfindung und wie er selbst zum sicheren Entscheider wurde.
Das komplette Programm zum Winterkongress kann hier auf der Verbandswebsite eingesehen oder per Mail unter kongresse@fvdz.de angefordert werden.
cas

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

GKV: Zusatzbeitrag ist bei jeder vierten Kasse angestiegen

Zum Jahreswechsel hat jede vierte gesetzliche Krankenkasse ihre Beiträge erhöht. Dies berichtete die „Welt“ und wertete dafür eine vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) veröffentlichte Beitragsliste aus. Daraus geht hervor, dass in diesem Jahr mit den Erhöhungen erstmals alle gesetzlichen Kassen einen Zusatzbeitrag verlangen. Von den insgesamt 113 Kassen werden 27 teurer. Das ist etwas weniger als ein Viertel. Im Vergleich dazu erhöhten im Vorjahr noch zwei Drittel aller gesetzlichen Kassen ihre Beiträge. Die Zeitung führt die aktuell weitgehend stabilen Beiträge auf die Finanzspritze der Politik in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an die GKV im Jahr der Bundestagswahl zurück. Die Auswertung der „Welt“ zeigt, dass die Versicherten bei der BKK Vital mit einem Beitrag von 16,4 Prozent am stärksten von der Erhöhung belastet werden. Die größten bundesweiten Kassen Techniker Krankenkasse, Barmer und DAK Gesundheit belassen ihre Beiträge auf dem Vorjahresniveau.
Für die Zukunft rechnet die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, mit deutlich höheren Beiträgen. „Der grundsätzliche Druck bleibt im System, die Tendenz zu steigenden Zusatzbeiträgen ebenso“, erklärte die Verbandschefin gegenüber der „Welt“.
Hintergrund: Den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Seit 2015 kann jede Kasse einen individuellen Zusatzbeitrag erheben, den sie vor Jahresbeginn bekanntgibt. Der Zusatzbeitrag kommt zum allgemeinen Beitrag hinzu und wird allein von den Arbeitnehmern geschultert.
Quelle: Welt Online

 

Bürgerversicherung: Experten prognostizieren Übergangsphase von mehr als zehn Jahren

Die von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen favorisierte Bürgerversicherung steht bereits Monate vor der Bundestagswahl wieder auf der politischen Agenda. In einem kürzlich von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) veröffentlichten Positionspapier beschreiben Experten, darunter die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, Hilde Mattheis, wie der sozialdemokratische Weg zur Bürgerversicherung aussehen kann. Darin verweisen die Autoren auch auf eine zeitliche Schwachstelle des Konzeptes. Wie es in dem Papier heißt, sei eine Umsetzung nicht sofort möglich. Vielmehr sei eine Übergangsphase von „weit mehr als zehn Jahren“ nötig. Für das duale Krankenversicherungssystem sehen die Autoren keine Zukunft. Sie sprechen von einem „Zusatzbeitragsvermeidungswettbewerb“ in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In der privaten Krankenversicherung (PKV) gebe es bei den Versicherungsbeiträgen „Implosionstendenzen“. Die Bürgerversicherung sei aus Sicht der Experten nicht die Lösung aller Probleme, sie sorge jedoch für mehr Gerechtigkeit und schaffe die Voraus­setzung für eine bedarfsgerechtere ge­sundheitliche Versorgung sowie mehr Nachhaltigkeit und Demografiefestigkeit bei der Finanzierung. Als Schritte zur Bürgerversicherung werden unter anderem eine einheitliche Vergütungsordnung und eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV genannt.
Dagegen lehnte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ die Bürgerversicherung erneut ab. „Außer dem Titel kann ich nichts daran finden“, sagte der Minister.  Aus seiner Sicht würde die „Zwangsverheiratung“ von GKV und PKV mehrere Jahrzehnte dauern und bei den aktuell anstehenden Herausforderungen nicht helfen. Die Dualität der Versicherungssysteme habe sich bewährt. „Denn der Systemwettbewerb hat immer wieder zu Verbesserungen für gesetzlich und privat Versicherte geführt“, so Gröhe.
Quellen: FES, Ärzte Zeitung, Rheinische Post online

 

Trend: Zahnzusatzversicherungen werden immer beliebter

Private Zahnzusatzversicherungen sind bei gesetzlich Versicherten weiterhin beliebt. Nach einem Bericht der Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ wurden im vergangenen Jahr 400.000 neue Zahnzusatzversicherungen abgeschlossen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) teilte am Jahresbeginn mit, dass sich die Anzahl der Policen für Zahnbehandlungen seit 2005 innerhalb von zehn Jahren von rund 7,79 Millionen auf 14,95 Millionen fast verdoppelt habe. Dieser Trend setzte sich auch im abgelaufenen Jahr fort. Nach PKV-Angaben hatten bis Ende Oktober 2016 etwa 15,32 Millionen Personen eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Der PKV-Verband erklärt den überproportionalen Anstieg bei den Zahntarifen mit deutlichen Einschränkungen bei der Zahnversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung durch den Gesetzgeber.
Quellen: PKV-Verband, Zaend