FVDZ aktuell vom 30.06.2020

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Themen dieser Ausgabe

 

  • EV: Vorbereitung HV
  • EV: „Hirn und Hand“
  • Hygiene: Goldstandard in Zahnarztpraxen
  • änd-Umfrage: Zurückhaltung hält an
  • Aus dem Verband: Sonderaktion ZA
  • TI-Störung: DGN widerspricht gematik



Aus der Gesundheits- und Berufspolitik

 

EV: Vorbereitung HVF


Inzwischen stellt sich eine gewisse Routine bei den Video-Konferenzen ein: Der Umgang mit der Technik wird vertrauter und die Diskussionen werden lebendiger. Der erweiterte Bundesvorstand (EV) traf sich am Freitag zur letzten Videokonferenz vor der Sommerpause, um u.a. über die Durchführung der Hauptversammlung (HV) im Oktober zu entscheiden. Eine Präsenzveranstaltung wird es demnach in diesem Jahr wegen der unsicheren Corona-Lage nicht geben: Zum einen lassen die Räumlichkeiten am Tagungsort das Einhalten der Abstandsregeln bei „voller Mannschaft“ nicht zu, zum anderen ist eine „abgespeckte“ Versammlung (wie bspw. bei Parlamentsdebatten üblich) rechtlich problematisch. Die (vereinsrechtlich) notwendigen Beschlüsse sollen nun im schriftlichen Verfahren gefasst werden, die politische Diskussion soll in einer Präsenzsitzung des EV im September mit Beteiligung der HV-Delegierten stattfinden. „Der Bundesvorstand braucht die politische Diskussion, die muss aber in diesem Jahr über die Zwischenebene der Landesverbände geführt werden“, erklärte der Bundesvorsitzende Harald Schrader. In der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte werde der Freie Verband sehr stark öffentlich wahrgenommen, das zeige sich unter anderem in einer Vielzahl von Beitritten neuer Mitglieder. Der Verband habe in der Corona-Krise von Anbeginn eine klare lösungsorientierte Linie vertreten, sowohl in fachlich-medizinischer als auch in standespolitischer Hinsicht, so Schrader.



EV: „Hirn und Hand“


Beherrschendes Thema der am Mittwoch dieser Woche stattfindenden (virtuellen) KZBV-Vertreterversammlung wird die Situation der Vertragszahnärzte in der Corona-Krise sein. Bekanntlich war nicht nur die KZBV-Forderung nach Gleichbehandlung mit den Vertragsärzten von der Bundesregierung abgelehnt worden, auch der ursprünglich in der Covid-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung des BMG vorgesehene Zuschuss von ca. 13 Prozent der GKV-Honorare fiel der Intervention des Finanzministers zum Opfer. Die Annahme des Schutzschirms bedeute daher für die Praxen eine (im Gegensatz zu einem Darlehen) in 2020 voll zu versteuernde Einnahme, die bereits 2021 und 2022 vollständig zurückzuzahlen sei, erklärte dazu der stv. Bundesvorsitzende Peter Bührens. Daher sei es richtig, dass jede KZV individuell nach ihrer jeweiligen Vertragssituation über die Annahme entschieden habe. Mit Blick auf das Projekt „Zusammen in die Zukunft“ des Freien Verbandes und die Aktivitäten der Deutschen Zahnärzte-Genossenschaft eG (DZG) betonte der Bundesvorsitzende Harald Schrader, dass die Zahnärzteschaft politische Ideen und praxisnahe Konzepte benötige, gewissermaßen “Hirn und Hand“: „Wir brauchen beides, den politischen Kopf und praktische Unterstützung für die Kollegenschaft!“, so Schrader. Erfreulich ist aus Verbandssicht die große Resonanz bei der nachfolgenden Zahnmedizinergeneration. Dort erfreuen sich insbesondere die neuen Medien steigender Beliebtheit. Im Podcast „Zahni-Talk“ führen Konstantin Schrader, Zino Volkmann und Marvin Flemming vom FVDZ-Studierendenparlament wöchentlich Interviews mit Zahnärzten/innen, Studierenden im Ausland, Influencern oder „hohen Tieren“ aus der Allgemein- und Zahnmedizin. Sie erklären Standespolitik, kommentieren aktuelle News und geben Einblicke in die Arbeit des FVDZ. Abrufbar ist der „Zahni-Talk“ auf Spotify, Apple Podcast, Anchor usw.



Hygiene: Goldstandard in Zahnarztpraxen


Nach wie vor ist in Deutschland kein einziger Fall einer SARS-CoV-2-Übertragung in einer Zahnarztpraxis bekannt geworden. Das erscheint wegen der besonderen Behandlungssituation zunächst erstaunlich, hat aber einen nachvollziehbaren Grund: Es sind die (schon immer) extrem anspruchsvollen (und aktuell noch einmal intensivierten) Hygienemaßnahmen – und die haben ihren Preis! So hat die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) aktuell darauf hingewiesen, dass eine Durchschnittspraxis bereits vor Corona rund 70.000 Euro Hygienekosten jährlich aufbringen musste. Das reicht von persönlicher Schutzausrüstung über die Instrumentenaufbereitung bis hin zur Desinfektion aller (auch nur) potenziell kontaminierten Flächen. Die einschlägigen Hygienevorschriften gehen nämlich davon aus, dass jeder Patient infektiös sein kann. Eine Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hatte die Hygienekosten in Zahnarztpraxen zuletzt 2016 untersucht. Demnach stiegen die jährlichen Kosten einer Einzelpraxis von rund 28.000 (1996) auf rund 65.000 Euro (2016). Eine nahezu zeitgleich durchgeführte Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt zudem, dass die Hygienekosten einer Zahnarztpraxis etwa zehnfach so hoch liegen wie in einer Hausarztpraxis. Aktuell sorgen zudem steigende Preise und zusätzliche Schutzmaßahmen für einen neuen Kostenschub.
Quelle: bzäk, jh



änd-Umfrage: Zurückhaltung hält an


An einer aktuellen Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (änd) zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie haben 1.363 niedergelassene Ärzte (483 Haus- und 880 Fachärzte) aus dem gesamten Bundesgebiet teilgenommen. 71 Prozent der Befragten (81 Prozent der Haus- und 67 Prozent der Fachärzte) haben demnach festgestellt, „dass Patienten wichtige Kontrolluntersuchungen oder Behandlungen aufschieben, wodurch ihnen gesundheitliche Nachteile drohen.“ Nur jeder dritte Arzt (33 Prozent) gab an, dass die Zahl der Patienten wieder den Vor-Corona-Wert erreicht habe. 41 Prozent erklärten, die Besucherzahlen seien immer noch „etwas niedriger“, bei 26 Prozent sind es immer noch „deutlich weniger“ Patienten als vor der Corona-Zeit. Mehr als drei Viertel der Ärzte lassen derzeit keine Patienten ohne Mund-Nase-Bedeckung in die Praxis, 14 Prozent tolerieren aber, wenn sich einzelne Personen nicht an die Auflage halten, nur neun Prozent überlassen die Entscheidung komplett den Patienten. Zwei Drittel der befragten Ärzte (67 Prozent) rechnen noch in diesem Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen. Lediglich 33 Prozent glauben nicht, dass sich die Lage in den nächsten Monaten wieder spürbar verschlechtern wird. 26 Prozent der Befragten befürchten Honorareinbußen, die zur Verschiebung von geplanten Investitionen oder zu Personalabbau führen könnten, nur 12 Prozent erwarten keine Einnahmeverluste.
Quelle: änd, jh



TI-Störung: DGN widerspricht gematik


Die Störung in der Telematikinfrastruktur (TI) sorgt weiterhin für Verstörung bei den Betroffenen. Die gematik hatte zuletzt verlauten lassen, man habe sich mit den IT-Dienstleistern auf ein Verfahren zur Finanzierung geeinigt: Die Kosten für das Update des Konnektors seien über die im Wartungsvertrag vereinbarten Pauschalen abgedeckt. Auch für zusätzliche Aufwände bei der Schadensbehebung erhalte der Arzt keine Rechnung, erklärte die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Das Deutsche Gesundheitsnetz (DGN) als IT-Dienstleister widerspricht: Diese Aussagen hätten keinen Bestand, denn Verträge zu Lasten Dritter seien im deutschen Recht nicht vorgesehen. Der IT-Dienstleister vor Ort (DvO) sei – wenn kein separater Servicevertrag vorliege – nicht verpflichtet, „für Schäden durch falsch konfigurierte TSL aufzukommen, die von der gematik als Betreiberin der TI verursacht wurden“, heißt es auf der Webseite des DGN. Die gematik könne die Arztpraxen weder juristisch noch vertraglich von möglichen Kosten der DvO freistellen – außer sie erteile einen bindenden Auftrag, so das DGN weiter. Daher seien der DvO und die Praxis gut beraten, „die Kostenfrage vor der Ausführung zu klären.“ Hintergrund: Laut gematik blieb nach einem Wechsel des DNS-SEC-Schlüssels die Aktualisierung der von der gematik neu ausgelieferten TSL (Trusted Service List) aus. Die nicht kommunizierte Änderung des Vertrauensankers führte dann dazu, dass die Konnektoren dem aktuell gültigen Vertrauensanker nicht mehr vertrauten und der Stammdatenabgleich nicht mehr funktionierte.
Quelle: änd, jh

 


Aus dem Verband



Sonderaktion „Steuerparadies“ der ZA


Unser Kooperationspartner, die Zahnärztliche Abrechnungsgenossenschaft (DIE ZA), bietet im Bereich des Forderungsmanagements eine Sonderaktion für Freiverbandsmitglieder an: Im Aktionszeitraum bis zum 31.07.2020 lädt DIE ZA ihre Kunden – und die, die gerne Kunden werden wollen – ins „Steuerparadies“ ein und erstattet bei Vertragsabschluss oder erfolgreicher Weiterempfehlung 16 Prozent der Factoringgebühren.
Mehr erfahren Sie unter www.die-za.de



Liebe Leserinnen und Leser,


nach dieser Ausgabe macht die Newsletterredaktion eine dreiwöchige Sommerpause. Die nächste Ausgabe erscheint also am 21. Juli. Bis dahin wünschen wir (je nach Gusto) einen aufregenden oder ruhigen, aber auf jeden Fall erholsamen Sommerurlaub. Bleiben Sie uns gewogen und vor allem: Bleiben Sie gesund.
Ihr Joachim Hüttmann