FVDZ aktuell vom 4.12.2018

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Bundesvorstand: TSVG bleibt wichtiges Thema
  • Bundesvorstand: Fachkräftemangel gemeinsam angehen
  • Schöne neue Welt: Techniker Krankenkasse setzt auf „ADA“
  • Medizinprodukte: Mehr Schadensmeldungen
  • Bayern: Christian Berger bleibt Kammerpräsident
  • 51. Winterkongress zum ersten Mal in Schladming
  • Zu guter Letzt: Verlorenes Gebiss überführt Dieb

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Bundesvorstand: TSVG bleibt wichtiges Thema

Auf den Sitzungen des Bundesvorstandes (BV) und des Erweiterten Bundesvorstandes (EV) in München am vergangenen Wochenende stand das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) erneut im Fokus, ist es doch die wahrscheinlich letzte Möglichkeit dieser Legislaturperiode, die Regelungen bezüglich Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zu ändern. Für den 13. Dezember ist die erste Lesung vorgesehen, im Januar soll eine Verbände-Anhörung folgen und am 01. April soll das Gesetz in Kraft treten. Außerdem plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeitnah einen Runden Tisch zum Thema MVZ. „Wir verteidigen bis zum Schluss unsere Position, dass zahnärztliche MVZ (ZMVZ) für die Versorgung nicht nur nicht notwendig sind, sondern die flächendeckende Versorgung gefährden“, erklärte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader. Der Freie Verband werde mit seiner Kampagne gegen kapitalgetriebene ZMVZ weiter dagegenhalten. Zugleich wird man sich aber auch intensiv mit Kooperationsformen der Zukunft beschäftigen. Weiteres Thema waren Aktivitäten des Freien Verbandes zur im Mai 2019 anstehenden Europawahl. Die Wahl zum EU-Parlament wird auch bei den berufspolitischen Diskussionen im Rahmen der Kongresse in Schladming und auf Usedom thematisiert werden. Eine neu gegründete Projektgruppe wird sich mit der Platzierung zahnärztlicher Themen zu den Wahlen zum EU-Parlament beschäftigen. „Viele Regelungen, die Zahnärzte in Deutschland beschäftigen, kommen inzwischen aus Brüssel“, gab der FVDZ-Europabeauftragte Ernst-Jürgen Otterbach zu bedenken. „Dies als Verband kritisch zu begleiten und zu hinterfragen ist eine wichtige Aufgabe für uns.“
jg, jh

Bundesvorstand: Fachkräftemangel gemeinsam angehen

Im Rahmen der EV-Sitzung gab es einen konstruktiven Meinungsaustausch mit der Referatsleiterin für Zahnmedizinische Fachangestellte im Verband medizinischer Fachberufe (VmF), Sylvia Gabel, die zuvor heftige öffentliche Kritik an Beschluss 17 der FVDZ-Hauptversammlung geübt hatte. Anliegen der Antragsteller war es, neben einer Attraktivitätssteigerung des ZFA-Berufs Quereinsteigern eine rechtssichere und qualifizierte Tätigkeit in zahnärztlichen Praxen zu ermöglichen, z.B. als Rezeptionsmanagerin oder Hygienefachkraft. Der VmF befürchtet hingegen, dass durch eine minderbefähigte „ZFA-light“ ein Einstieg in Lohn-Dumping geschaffen werden solle. In der Diskussion wurde erneut deutlich, dass miteinander reden allemal besser ist als übereinander reden. Man wurde sich schnell einig, dass der Beruf der ZFA unbedingt erhalten bleiben müsse und vereinbarte eine konstruktive Zusammenarbeit, um die Attraktivität des Berufs der ZFA zu erhöhen. Angedacht ist eine kontinuierliche Kooperation beider Verbände bei der Aus- und Weiterbildung, aber auch bei Verbesserungen im Berufsalltag. Daneben müsse man aber auch schnelle Lösungen für den akuten Fachkräftemangel finden, betonte Schrader abschließend.
jg

Schöne neue Welt: Techniker Krankenkasse setzt auf „ADA

Bei gesundheitlichen Beschwerden suchen viele heutzutage erst im Internet nach Erklärungen, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Die Techniker Krankenkasse (TK) hält Informationen aus Suchmaschinen für nicht immer seriös und stellte daher am vergangenen Mittwoch in Berlin eine eigene App vor, die „qualitätsgesicherte und verständliche“ Gesundheitsinfos liefern soll. Die Krankenkasse bietet ihren Versicherten einen rein elektronischen, auf Algorithmen basierenden Symptomcheck an. Nach der Eingabe ihrer Beschwerden in die App ADA erhalten die Patienten eine Aussage in Form von Wahrscheinlichkeiten, dass hinter bestimmten Symptomen bestimmte Krankheiten stecken und Angebote der Kasse für Vorsorgemaßnahmen. Da sogar Ärzte und Wissenschaftler häufig Probleme mit der Interpretation von Statistiken haben, ist der Nutzen der Informationen für die Betroffenen schwer zu beurteilen. Da das System „selbstlernend“ sein soll (manche sprechen von „künstlicher Intelligenz“) stellt sich natürlich auch die Frage nach weiteren Nutzung des zu erwartenden „Datenschatzes“. Für Anfang 2019 ist zusätzlich der Start einer neuen „TK-Doc“-App geplant, über die der Versicherte nach der Bewertung seiner Beschwerden telefonisch, per Mail, per Text- oder Video-Chat mit einem Arzt Kontakt aufnehmen kann.
In einer der nächsten Ausgaben wird sich „Der Freie Zahnarzt“ des Themas ausführlich annehmen.
Quelle: tk, red

Medizinprodukte: Mehr Schadensmeldungen

In der vergangenen Woche machten Meldungen über defekte Medizinprodukte wie Implantate oder Hörgeräte Schlagzeilen. Nach Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung gab es im vergangenen Jahr deutschlandweit über 14.000 Fälle, bei denen es zu Verletzungen, Todesfällen oder anderen Komplikationen gekommen ist. Auch die Zahl der Verdachtsfälle sei stark angestiegen. Das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM) sieht mehrere Gründe für den Anstieg; Zum einen steige die Zahl der angewendeten Medizinprodukte und zum anderen gebe es ein besseres Meldungsverhalten von Ärzten und Kliniken. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bestätigte, dass mehr Fälle mit „produktbezogener Ursache“ gemeldet worden seien, es sei aber nicht bei jedem Fall eine gravierende Verschlechterung oder gar der Tod des Betroffenen eingetreten. Überdies sei in der Vergangenheit in rund 40 Prozent der Fälle das gemeldete Problem gar nicht von dem Medizinprodukt ausgegangen. Es sei also im rechtlichen Sinne kein meldepflichtiges „Vorkommnis“ gewesen. Andererseits zeigte die Recherche der Journalisten, dass Schäden durch Medizinprodukte oftmals nicht aktenkundig werden, weil die Hersteller Entschädigungszahlungen an Verschwiegenheitsverpflichtungen der Betroffenen knüpfen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat inzwischen den Aufbau einer industrieunabhängigen Meldestelle für alle verbauten Implantate angekündigt.
Quelle: Ärzteblatt, änd

Bayern: Christian Berger bleibt Kammerpräsident

Die Vollversammlung der Bayerischen Landeszahnärztekammer hat Christian Berger (Kempten) in seinem Amt als Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) bestätigt. Er führte die Kammer bereits seit 2014 und war zuvor ab 2002 Vizepräsident der BLZK. Auch der bisherige Vizepräsident Dr. Rüdiger Schott (Sparneck) wurde in seinem Amt bestätigt. Das Votum sei eine klare Bestätigung für ihren politischen Kurs, erklärten die beiden Präsidenten, die seit Anfang 2017 personengleich an der Spitze der Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) stehen. Die Einigkeit der zahnärztlichen Körperschaften sei angesichts der großen Herausforderungen für den zahnärztlichen Berufsstand wie beispielsweise die veraltete Approbationsordnung und die Bedrohung durch Z-MVZ unabdingbar, so Berger und Schott.
Quelle: PM BLZK

 

Aus dem Verband:

51. Zahnärzte Winterkongress zum ersten Mal in Schladming

Der bekannte Winterkongress an einem neuen Tagungsort: Über die Karnevalszeit - vom 3. bis 8. März 2019 - lädt der Freie Verband zum 51. Zahnärzte Winterkongress ins moderne Kongresszentrum in den Skiort Schladming (Österreich) ein. Vertiefen Sie in der Kongresswoche gemeinsam mit Ihrem Praxisteam Ihre Kenntnisse, und lernen Sie von international anerkannten Referenten klinisch- und praxisrelevantes Grundlagen- und Expertenwissen. Abgerundet wird die niveauvolle Fortbildung von einem attraktiven Rahmenprogramm. Die Region bietet Ihnen perfektes Skivergnügen für das Praxisteam und die ganze Familie. Wir empfehlen eine frühzeitige Hotelbuchung über den Tourismusverband Schladming und freuen uns, Sie im März 2019 in der schönen Winterkulisse der Steiermark begrüßen zu dürfen. Anmeldungen sind online (www.fvdz.de/schladming) oder per E-Mail möglich: (kongresse@fvdz.de) / Fax (+49 (0) 22 8 34 06 - 71).

 

Zu guter Letzt:

Verlorenes Gebiss überführt Dieb

In Ulm wurde ein 37-jähriger Mann mithilfe seines Gebisses als Dieb überführt. Der Mann war neu in einer Unterkunft für Monteure und betrank sich mit seinen Mitbewohnern. Danach durchsuchte er die Taschen der anderen und entwendete drei Handys, 300 Euro, einen Ausweis sowie eine Bankkarte. Allerdings verlor der Dieb dummerweise dabei auch sein Gebiss. Dieses fand ein Mitbewohner am nächsten Morgen und benachrichtigte die Polizei. Die Polizisten konnten bei dem noch schlafenden Mann ein Großteil der Beute sicherstellen. Der mutmaßliche Dieb muss sich nun für seine Tat verantworten, außerdem hat er seinen Job und das Zimmer in der Unterkunft verloren. Ein Gutes hatte das Schlamassel aber: Sein Gebiss bekam er wieder.
Quelle: WELT