FVDZ aktuell vom 26.07.2016

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Ärzteatlas 2016: Mehr Ärzte, aber schlechte Verteilung
  • GKV-Vorsitzende: Zusatzbeiträge steigen bis 2019 auf 1,8 Prozent 
  • FVDZ praxis: Online-Stellenbörse
  • Social Media: FVDZ auf Facebook
  • Zu guter Letzt

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Ärzteatlas 2016: Mehr Ärzte, aber schlechte Verteilung

Im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland überdurchschnittlich viele praktizierende Ärzte. Das ist ein zentrales Ergebnis aus dem Ärzteatlas 2016, den das Wissenschaftliche Institut der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), kurz WIdO, in der vergangenen Woche vorgestellt hat. In der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gibt es demnach keinen Mangel, sondern oftmals sogar eine Überversorgung. Mit 4,1 Ärzten pro 1.000 Einwohner liegt Deutschland der Erhebung zufolge knapp ein Viertel über dem internationalen Durchschnitt (3,3 Ärzte). Zwischen 1991 und 2015 ist die Arztdichte um 50 Prozent gestiegen. Laut Ärzteatlas wird in allen 34 erfassten Fachrichtungen das Plansoll bundesweit um fast ein Drittel übertroffen. Als Grundlage dienen die Regeln der aktuellen Bedarfsplanung für die ambulante vertragsärztliche Versorgung.
Der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer, Helmut Schröder, wies bei der Vorstellung der Ergebnisse aber auf regionale Unterschiede hin: „Einer Unterversorgung oder drohenden Unterversorgung in einigen Landstrichen steht eine deutliche Überversorgung insbesondere in Ballungsgebieten und für Ärzte attraktive Regionen gegenüber.“ Die Überversorgung binde Ressourcen, die an anderer Stelle fehlten, betonte Schröder.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisierte die Erhebung und hielt mit eigenen Zahlen dagegen. Demnach habe sich die Gesamtzahl der Ärzte und Psychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung im vergangenen Jahr zwar um 1,4 Prozent erhöht, aber dieser Anstieg spiegele sich lediglich geringfügig in der Anzahl der geleisteten Arztstunden wider (plus 0,2 Prozent). Die KBV begründete die Unterschiede damit, dass der AOK-Ärzteatlas aktuelle Entwicklungen wie Anstellung und Teilzeit nicht berücksichtige.
Quellen: WIdO, FAZ, Zaend

 

GKV-Vorsitzende: Zusatzbeiträge steigen bis 2019 auf 1,8 Prozent 

In den nächsten Jahren müssen sich gesetzlich Krankenversicherte auf kräftig steigende Zusatzbeiträge einstellen. Dies prognostizierte die Vorsitzende des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband), Doris Pfeiffer, Mitte des Monats. „Wir haben die Realität, dass es auch in den nächsten Jahren steigende Zusatzbeiträge geben wird“, erklärte Pfeiffer. Für 2017 rechne sie mit einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent. In drei Jahren werde der Zusatzbeitrag voraussichtlich sogar bei 1,8 Prozent liegen. Der eindeutige Appell von Pfeiffer in Richtung des Gesetzgebers: Da in der GKV die Ausgaben schneller als die Einnahmen steigen, müssten bei angestrebten Reformen stets die Ausgaben berücksichtigt werden.
Weiterhin forderte die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes mehr Geld für die Kassen, um die Gesundheitsversorgung von Hartz IV-Empfängern sicherzustellen. Aus ihrer Sicht seien statt den aktuell 90 Euro durchschnittlich 136 Euro im Monat notwenig.
Quellen: Stuttgarter Zeitung online, Ärzte Zeitung

 

Angebote des Freien Verbandes:

FVDZ praxis: Online-Stellenbörse

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kp

 

Social Media: FVDZ auf Facebook

Haben Sie sich schon das Profil vom Freien Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) auf Facebook angeschaut? Seit November 2011 veröffentlicht der Freie Verband auf seiner Internet-Plattform aktuelle Infos aus dem Verbandsleben, Skurriles und Kurioses aus der Zahnmedizin, Terminhinweise und Seminareinladungen.
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kp

 

Zu guter Letzt:

Olympische Spiele: Mit gesunden Zähnen zur Bestleistung

Der Countdown läuft: In der nächsten Woche beginnen die Olympischen Sommerspiele in Brasilien. Einen bedeutenden Einfluss auf sportliche Höchstleistungen hat laut einer Studie der Universität London aus 2012 die Zahngesundheit. Nach den vergangenen Sommerspielen in der britischen Metropole hatten Wissenschaftler die Zähne von rund 300 Olympioniken untersucht. Der Studie zufolge litt die Hälfte der Sportler an Karies, 15 Prozent hatten eine Parodontitis. Insgesamt 42 Prozent der befragten Sportler gaben an, sich durch Zahnprobleme gestört zu fühlen. Jeder Fünfte zeigte sich davon überzeugt, dass die Beschwerden die Leistungsfähigkeit und das Training beeinflussten. Als eine Erklärung für die Zahnprobleme führten Experten säurehaltige Sportgetränke an.
Immer wieder ist auch von Spitzensportlern zu hören, dass sie ein mulmiges Gefühl vor dem Zahnarztbesuch haben. Die deutsche Medaillenhoffnung im olympischen Tennisturnier, Angelique Kerber, beispielsweise bekannte gegenüber dem Onlineportal „tennisnet.com“: „Ich lasse mir immer eine Betäubungsspritze geben. Schon wenn ich einen Bohrer höre, kralle ich mich am Stuhl fest.“
Um es soweit gar nicht erst kommen zu lassen, setzen Sportler und Trainer auf dem Weg nach Rio de Janeiro zunehmend auf zahnmedizinische Rundum-Betreuung. Als erstes regionales olympisches Team arbeitet beispielsweise das Team Rio der Metropolregion Rhein-Neckar seit Jahresbeginn mit einem Sportzahnarzt zusammen. Der Zahnmediziner begleitete die Athleten durch die kräftezehrende Vorbereitung und wird auch in Südamerika mit dabei sein. Das klingt fast nach einer so engmaschigen Intensivbetreuung wie von Astronauten vor einem Flug in den Weltraum. Dann kann wohl auch für die Mission „Bestleistung am Zuckerhut“ nichts mehr schiefgehen. Daumen drücken.
Quellen: Rheinische Post, Team Rio Metropolregion Rhein-Neckar, tennisnet.com

 

In eigener Sache: Das FVDZ aktuell wird im August eine kurze Sommerpause einlegen und im zweiwöchigen Rhythmus erscheinen. Die nächste Ausgabe erhalten Sie am Dienstag, 9. August. Nach einer weiteren einwöchigen Pause erscheint der Newsletter ab Dienstag, 23. August, wieder wie gewohnt jede Woche.