FVDZ aktuell vom 19.07.2017

 

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

 

  • Jetzt bewerben: Förderpreis für junge Wissenschaftler 2018
  • Neues Angebot: Wasseranalyse
  • Medizininformatik-Initiative: Ziel ist ein digital vernetztes Gesundheitssystem
  • Neue Befragung: Ärzte arbeiten im Durchschnitt 50 Stunden pro Woche
  • Neu entwickelt: Schmerzmittel ohne unerwünschte Nebenwirkungen
  • Zu guter Letzt: Einbrecher putzt sich am Tatort die Zähne

 

Aus dem Verband:

Jetzt bewerben: Förderpreis für junge Wissenschaftler 2018

Sie arbeiten an einem Forschungsprojekt oder haben eine wissenschaftliche Arbeit in der Zahnmedizin geschrieben? Dann bewerben Sie sich jetzt bis 31. Oktober 2017 beim Freien Verband Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) für den Förderpreis 2018. Mit bis zu 10.000 Euro jährlich werden vielversprechende Arbeiten junger Wissenschaftler prämiert. Die Stiftung Zahnärztliche Wissenschaften verleiht in Zusammenarbeit mit dem FVDZ bereits seit 2002 jedes Jahr den Förderpreis. Die Preisverleihung findet traditionell bei den jährlichen Sommer- oder Winterkongressen des FVDZ im Rahmen der Eröffnungsfeier statt. Die Gewinnerin des Förderpreises 2017, Dr. Ghazal Aarabi (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) nahm den Förderpreis auf dem 49. Zahnärzte Winterkongress in Ischgl entgegen und berichtete dem interessierten Publikum von ihrer Arbeit zum Thema „Entzündungen der Mundhöhle als unabhängige Risikofaktoren für kardiovaskulare Erkrankungen“. Weitere Informationen finden Sie unter dem Stichwort „Förderpreis“ auf www.fvdz.de.

red

 

Neues Angebot: Wasseranalyse

Durch eine Rahmenvereinbarung mit dem FVDZ e.V. bietet die Firma ValiTech eine günstige Möglichkeit zur mikrobiologischen Untersuchung des Betriebswassers von Dentaleinheiten nach der RKI-Empfehlung. Weitere Infos: https://www.fvdz.de/wasseranalyse.html

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Medizininformatik-Initiative: Ziel ist ein digital vernetztes Gesundheitssystem

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Ärzte und Zahnärzte bei der Behandlung von Patienten per Knopfdruck auf eine Vielzahl von Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen zugreifen können. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Medizininformatik-Initiative gestartet, die mit mehr als 150 Millionen Euro gefördert wird. Eine digital vernetzte Medizin soll eine schnellere Diagnostik und wirkungsvollere Therapien ermöglichen. 

„Es werden in Deutschland schon sehr viele Daten erfasst, aber sie werden noch nicht optimal genutzt“, sagte die Bundesforschungsministerin Johanna Wanka vergangene Woche bei einer Pressekonferenz in Berlin. Vor allem im Bereich von seltenen Erkrankungen gebe es noch sehr viel Verbesserungspotenzial. Ziel sei es, die wachsenden Datenschätze –  von Röntgenbildern bis hin zu Erbgut-Analysen – in einer nationalen Infrastruktur zu verknüpfen.

Das BMBF hat mit Hilfe eines internationalen Expertenkreises entschieden, vier Konsortien, bestehend aus 17 deutschen Universitätskliniken und rund 40 weiteren Partnern, in die vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase aufzunehmen. Ab 2018 werden die Konsortien dann sogenannte Datenintegrationszentren aufbauen, über die sie sich vernetzen und Daten austauschen können.   

„Wir wollen in den nächsten vier Jahren einen entscheidenden Schritt vorankommen, um das Projekt dann bundesweit aufzurollen“, kündigte Wanka an. „Die elektronische Patientenakte ist perspektivisch das, was wir wollen.“ Angst vor Datenmissbrauch sei unbegründet, sagte die Ministerin. Deutsche Datenschutz-Standards, die sehr streng seien, würden selbstverständlich eingehalten.

Die Initiative der Bundesregierung trifft auf viel Gegenliebe: „Die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere der Digitalgipfel der Bundesregierung haben eindrucksvoll gezeigt, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen gerade neuen Schwung bekommt“, sagte Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF), bei der Eröffnung der Telemed 2017 Anfang Juli in Berlin. Das Thema Digitalisierung habe ungeahnt viel Rückendeckung erfahren. „Erfreulich ist, dass hierbei die medizinische Forschung mit adressiert wird und dass der universitäre Sektor als wichtiger Player bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen wahrgenommen wird.“

mf, mar

 

Neue Befragung: Ärzte arbeiten im Durchschnitt 50 Stunden pro Woche

Niedergelassene Ärzte arbeiten durchschnittlich mehr als nicht selbstständig tätige Mediziner. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wird aber nun vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) noch einmal untermauert: Im sogenannten Zi-Praxispanel, das die wirtschaftliche Situation und Rahmenbedingungen der Vertragsärzte abbildet, zeigt sich: Praxisinhaber kommen auf eine durchschnittliche Arbeitszeit von rund 50 Stunden pro Woche. Zwei Drittel dieser Zeit kommt den Patienten zugute, ein Drittel brauchen die Ärzte für Dokumentation, Arztbriefe, Praxismanagement oder Fortbildung. Spitzenreiter in Sachen Arbeitszeit sind Kardiologen und Nuklearmediziner (57 Wochenstunden), Augenärzte hingegen arbeiten durchschnittlich zehn Stunden weniger und Psychotherapeuten bilden mit 45 Wochenstunden das „Schlusslicht“. Sie haben dafür allerdings mit den höchsten Anteil an Dokumentationsaufgaben.

Und noch ein Ergebnis zeigt die Befragung, an der bundesweit 4.360 Praxen beteiligt waren: Inhaber einer Einzelpraxis arbeiten etwa zwei Stunden mehr als Inhaber einer Gemeinschaftspraxis. Der Unterschied ergibt sich demnach hauptsächlich aus Tätigkeiten ohne direkten Patientenbezug. Laut Zi-Bericht lässt sich die Organisation der Praxis auf die Inhaber verteilen, so dass der Aufwand des Einzelnen geringer ist.

Quelle: Ärzteblatt

 

Neu entwickelt: Schmerzmittel ohne unerwünschte Nebenwirkungen

Opioide werden insbesondere bei Schmerzen durch Gewebeverletzungen und Entzündungen eingesetzt, beispielsweise nach Operationen, bei Arthritis oder bei Tumorerkrankungen. Häufige, zum Teil gefährliche Nebenwirkungen sind Benommenheit, Übelkeit, Verstopfung oder sogar Atemstillstand. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Charité haben eine neue Klasse von Schmerzmedikamenten entwickelt. Mittels neuartiger chemischer Synthesemethoden koppelten Berliner Forscher das konventionelle Opioid Morphin an Trägermoleküle, sogenannte Nanocarrier. Für das auf diese Weise neuentwickelte Polymerkonjugat „Polyglycerol-Morphin“ konnten die Wissenschaftler eine Schmerzstillung ausschließlich im entzündeten Gewebe nachweisen und damit das Risiko bedrohlicher Nebenwirkungen in gesunden Geweben wie im Gehirn oder in der Darmwand ausschalteten. Die Forschungsergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins eLife veröffentlicht.

Quelle: eLife

 

Zu guter Letzt:

Einbrecher putzt sich am Tatort die Zähne

Einbrecher sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Es gehört schon eine gehörige Portion Dreistigkeit dazu, nach einem Einbruch direkt am Tatort zu duschen und sich die Zähne zu putzen. Oder war es ein Waschzwang, der den Einbrecher in Regensburg vergangene Woche dazu bewogen hat, nicht nur Wertsachen im vierstelligen Bereich mitgehen zu lassen, sondern zuvor noch ausgiebig zu duschen? Die Polizei stellte im Badezimmer der geschädigten Wohnungsbesitzerin ein benutztes Handtuch und eine fremde Zahnbürste sicher.

Quelle: Augsburger Allgemeine

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die FVDZ aktuell-Redaktion legt eine Sommerpause ein. Am Dienstag, 29. August, sind wir wieder mit neuen Meldungen aus Gesundheits- und Berufspolitik für Sie da. Wir wünschen eine schöne Ferienzeit!