FVDZ aktuell vom 16.4.2019

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Früherkennungsuntersuchungen: KZBV und GKV-SV verständigten sich auf neue Leistungen
  • BZÄK-Europatag: Verhältnismäßigkeitsprüfung muss verhältnismäßig sein
  • TSVG: Bundesrat stimmt zu
  • Zu viel Stress, zu wenig Geld: Zahntechniker sind unzufrieden
  • Neu im App-Store: Holen Sie sich den GOZ-Honorar-Navigator jetzt als App!
  • Zu guter Letzt: Keine Lust auf Zahnarzt - Trainer degradiert Bundesligaprofi

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

Früherkennungsuntersuchungen: KZBV und GKV-SV verständigen sich auf neue Leistungen

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat sich mit dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV) auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder geeinigt. Sowohl bei der fachlichen Ausgestaltung der Leistungen als auch bei der Vergütung der neuen Gebührenpositionen wurde ein Konsens erzielt. Damit werden nun auch Kinder unter drei Jahren in das umfassende zahnärztliche Präventionsangebot einbezogen. Die drei Früherkennungsuntersuchungen sollen insbesondere das Auftreten frühkindlicher Karies, die sog. „Nuckelflaschenkaries“ vermeiden und stehen ab dem 1. Juli 2019 zur Verfügung. „Mit den neuen Untersuchungen legen wir das Fundament für eine dauerhafte Zahn- und Mundgesundheit von gesetzlich versicherten Kindern. Karies, Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und daraus resultierende Folgeerkrankungen lassen sich von Anfang an vermeiden. Alle Eltern sollten deshalb mit ihren Kindern die neuen Untersuchungen möglichst regelmäßig wahrnehmen“, erklärte Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV. Die Vereinbarung muss nun dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt werden.
Quelle: KZBV

BZÄK-Europatag: Verhältnismäßigkeitsprüfung muss verhältnismäßig sein

Beim 14. Europatag der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) am vergangenen Mittwoch in Berlin lag der Fokus erwartungsgemäß auf der Ende Mai anstehenden Europawahl. Im Mittelpunkt stand u.a. die Umsetzung der sogenannten Verhältnismäßigkeitsrichtlinie, nach der die Notwendigkeit und Angemessenheit neuer nationaler Berufsregeln in regulierten Berufen vor der Verabschiedung geprüft und begründet werden müssen. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie bis Sommer 2020 in nationales Recht umsetzen. Die Bundesregierung wolle die freien Berufe unbedingt erhalten, versicherte Dr. Heinz Hetmeier, Unterabteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium. Ein neues Bundesgesetz in dem Bereich sei in Arbeit mit dem „schon ein bisschen mehr Bürokratie“ zu erwarten sei als bisher, sagte Hetmeier. Der besonderen Situation der Gesundheitsberufe werde jedoch Rechnung getragen. BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel befürchtet, dass sich der Prozess negativ auf die Qualität der Heilberufe auswirkt, denn die Qualitätsansprüche im Gesundheitswesen seien auf EU-Ebene sehr unterschiedlich. Die Verknüpfung von Deregulierung und Qualität sei problematisch. In der Podiumsdiskussion herrschte zum Thema „Einfluss der EU auf nationales Berufsrecht“ Einigkeit darüber, dass auch „Verhältnismäßigkeitstests verhältnismäßig sein müssen“, wie Norbert Lins (CDU), Mitglied im Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments, zusammenfasste. Wieland Schinnenburg verwies darauf, dass die EU immer wieder das Subsidiaritätsprinzip verletze, wodurch immer mehr Bürokratie entstehe. „Wir wollen ein Europa der Digitalisierung und des Fortschritts, nicht der Bürokratie“, betonte der FDP-Bundestagsabgeordnete.
Zu den Themen, mit denen sich der Freie Verband auf EU-Ebene politisch auseinandersetzen will, gehören neben Digitalisierung und Europäischer Patientenakte auch MVZ, Deregulierung und Qualifizierung – sowohl in den Heilhilfsberufen als auch für Zahnärzte aus dem Nicht-EU-Ausland, die ihren Abschluss in der EU anerkennen lassen wollen. Das Positionspapier zur Europawahl finden Sie hier: https://www.fvdz.de/europawahl-2019.html
Quelle: mf, sas

TSVG: Bundesrat stimmt zu

Nach dem Bundestag hat auch die Länderkammer dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zugestimmt. Allerdings kritisierte der Bundesrat in einer begleitenden Entschließung, dass die Länder im Vorfeld der letzten Änderungen am Gesetzentwurf nicht eingebunden waren. Außerdem wurde vor dem zusätzlichen bürokratischen Aufwand gewarnt, den einige der neuen Regelungen mit sich bringen. Sie stünden dem Ziel einer schnelleren Versorgung entgegen. „Auf die Skepsis der Länder stößt auch die mit dem Gesetz einhergehende Tendenz, Aufgaben im Gesundheitsbereich auf die Ebene des Bundes zu verlagern. Gerade die föderale Struktur sichert die passgenaue Versorgung“, heißt es weiter. Die Länder begrüßten die im Gesetz enthaltene Klarstellung, dass die Möglichkeit zur Terminvermittlung auch für die termingebundenen Gesundheitsuntersuchungen U1 bis
U 9 für Kinder gilt und dass der Bundestag den Appell des Bundesrates aufgegriffen hat, schädlichen und die medizinische Versorgung gefährdenden Monopolstellungen durch medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu begegnen. Um bereits bestehenden Konzentrationsprozessen in der zahnärztlichen Versorgung entgegenzuwirken, sei die Gründung von MVZ deshalb künftig an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.  
Quelle: änd

Zu viel Stress, zu wenig Geld: Zahntechniker sind unzufrieden

Der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) hat in einer Online-Umfrage Zahntechnikerinnen und Zahntechniker zu Belastungen im Beruf befragt. Von mehr als 1.170 Antworten waren 1.147 verwertbar. Die Ergebnisse zeigen eine ausgeprägte Frustration im Berufsstand. So bewerteten 71,5 Prozent der angestellten Zahntechniker/innen – unter ihnen auch Meister/innen – die Frage „Wie beurteilen Sie Ihren Arbeitsstress insgesamt?“ auf einer Skala von 0 (gering) bis 10 (sehr hoch) mit Angaben zwischen 7 und 10. Bei den selbstständigen Zahntechnikermeister/innen waren es sogar 73 Prozent und bei den Auszubildenden bereits 56,5 Prozent. Als Hauptauslöser für den Stress wurden unvorhersehbare Ereignisse, wie beispielsweise Probleme mit dem Material, häufige Störungen durch Telefonate sowie körperliche Belastungen (langes Sitzen, Arbeit am Mikroskop…) genannt. Überdies waren 76 Prozent der Teilnehmer mit ihrem Einkommen sehr unzufrieden und vergaben auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (sehr zufrieden) nur 0 bis 6 Punkte. Als Folge zeigt sich auch ein stark ausgeprägter Wechselwunsch nach einem neuen Arbeitgeber, auch außerhalb der Branche. Arbeitgeberverbände, Politik, Berufsgenossenschaft und Gewerkschaften müssten die Problematik gemeinsam angehen, forderte Karola Krell, Referatsleiterin Zahntechnik im VmF.
Quelle: VmF

Aus dem Verband:

Neu im App-Store: Holen Sie sich den GOZ-Honorar-Navigator jetzt als App!

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red

Zu guter Letzt:

Keine Lust auf Zahnarzt - Trainer degradiert Bundesligaprofi

Beim Bundesligisten Schalke 04 läuft es momentan alles andere als rund und auch einige Spieler scheren sich offenbar nicht um Disziplin:  Hamza Mendyl, Linksverteidiger in Gelsenkirchen, wurde aufgrund einiger verpasster Zahnarzttermine von Trainer Huub Stevens aus der ersten Mannschaft genommen. Der Spieler versäumte gleich mehrere Behandlungen in der Zahnarztpraxis, die für ihn extra länger öffnete. Das verärgerte den Trainer so sehr, dass er den Profi als Disziplinarmaßnahme in die U 23-Mannschaft der Königsblauen versetzte. Wie sagte Stevens einst so schön: „Ich bin nicht Hanswurst, ich bin die Trainer von FC Schalke.“
Quelle: Onefootball

Frohe Ostern!

Wir wünschen Ihnen ein schönes Osterfest, möge es vor allen Dingen Freude, Entspannung und Zufriedenheit bringen! Die nächste Ausgabe des „FVDZ aktuell“ erscheint am 30. April 2019.