FVDZ aktuell vom 17.10.2017

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Vorstand mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt
  • Mitreden, in welche Richtung der Zug fährt
  • Patienten im Fokus: HV-Resolutionen zum Zukunftsweg Zahnheilkunde
  • Diskussion zur Paradontitistherapie: Zugang für alle ermöglichen
  • „Gut gerüstet in die Zukunft“: FVDZ startet Existenzgründerprogramm
  • Zu guter Letzt: Popcorn ist Zahnkiller

 

Aus dem Verband:

Vorstand mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hat am vergangenen Sonnabend den gesamten Bundesvorstand mit eindeutigen Wahlergebnissen im Amt bestätigt. Damit haben selbst Optimisten nicht gerechnet. Bereits der Bundesvorsitzende Harald Schrader (Schleswig-Holstein) wurde mit überwältigender Mehrheit für eine weitere Legislaturperiode wiedergewählt. Er erhielt von 157 abgegebenen Stimmen 153 Ja-Stimmen. Auch Schraders Stellvertreter Dr. Peter Bührens (Mecklenburg-Vorpommern) und Dr. Gudrun Kaps-Richter (Baden-Württemberg) konnten sich über das Vertrauen der Delegierten freuen, sie wurden ebenfalls im Amt bestätigt. Gleiches gilt für die Beisitzer im Bundesvorstand Bertram Steiner (Berlin), Dr. Christian Öttl (Bayern), dr. (NL) Hub. van Rijt (Westfalen-Lippe), Dirk Ruffing (Saarland), Dr. Eckhard Jung (Niedersachsen), Dr. Reiner Zajitschek (Bayern), Priv.-Doz. Dr. Thomas Wolf (Rheinland-Pfalz) und Matthias Tamm (Sachsen-Anhalt).Der Bundesvorsitzende zeigte sich nach der Wahl von der großen Zustimmung beeindruckt: „Das ist ein starkes Votum. Eine Anerkennung für mich, eine Anerkennung für den gesamten Bundesvorstand und ein starkes Zeichen für den ganzen Verband.“
mf

Mitreden, in welche Richtung der Zug fährt

Inhaltliche Geschlossenheit und die Leistung des Freien Verbandes, wieder in der Politik gehört zu werden - mit diesem Credo schworen die Redner die 163 Delegierten zur Eröffnung der diesjährigen Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) in Berlin ein. Thekla Wandelt, Vorsitzende des Landesverbands Berlin, sagte vor zahlreichen prominenten Gästen in ihrem Grußwort, man habe es geschafft, dass der Freie Verband nicht nur mitreden kann, sondern dass ihm auch zugehört werde. Die Digitalisierung sei per se nichts Schlechtes, aber „wir wurden auf diesen Zug aufgesetzt und nun wollen wir auch mitreden, in welche Richtung er fährt.“Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer, sagte, zwar sei die Bürgerversicherung vom Tisch, trotzdem bedürfe es einer entscheidenden Verbesserung: „Die Entscheidungskompetenzen unseres Berufsstandes dürfen nicht beschnitten werden.“Es gelte, die neue Legislaturperiode zu nutzen, sagte, Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung. Die Frage werde sein, „schaffen wir es die Freien Berufe nicht nur zu erhalten, sondern auch in der Politik nach vorn zu treiben?“In seiner Festrede sagte Professor Giovanni Maio, Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Freiburg, ein Arzt sei kein Dienstleister. Arzt zu sein, setze eine andere Identität und Könnerschaft voraus. Trotzdem finde eine Profanisierung des Arztberufes zu einem reinen Handwerk statt. Gerade Zahnärzte würden reduziert „auf die Anwendung bestimmter Schablonen im Sinne einer Fließbandaktion unorigineller Fleißübungen.“
mar

Patienten im Fokus: HV-Resolutionen zum Zukunftsweg Zahnheilkunde

Mit drei Resolutionen hat die Hauptversammlung (HV) des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) den im vergangenen Jahr neu beschrittenen „Zukunftsweg Zahnheilkunde“ bestätigt. Die HV beauftragte den Bundesvorstand ein Konzept zu entwickeln, das die Souveränität des Patienten und des Zahnarztes als kleinste Entscheidungseinheit für eine sinnvolle Behandlung in den Mittelpunkt stellt und damit Therapiefreiheit und Freiberuflichkeit stärkt. Durch eine verstärkte Einbeziehung des Patienten in die Therapiewahl und ein Anreizsystem zum verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsleistungen sollen Transparenz hergestellt und Fehlallokationen finanzieller Mittel vermieden werden. „Die Herausforderungen der Zukunft sind nach unserer Auffassung nur in einem Modell lösbar, das die uns anvertrauten Patienten wieder in den Mittelpunkt des Handelns stellen“, sagte der alte und neue FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader. „Deshalb haben wir die Stärkung der Patientenrechte in den Fokus genommen.“
sas

Diskussion zur Parodontitistherapie: Zugang für alle ermöglichen

Am Thema „Parodontitistherapie“ entzündete sich bei der HV eine politische Grundsatzdiskussion, ob und wie ein modernes PAR-Konzept in den gesetzlichen Leistungskatalog integrierbar sein kann und soll. „An der PAR-Behandlung macht sich das Systemversagen fest“, sagte Schrader. Seit Jahren werde die (finanzielle) Verantwortung für die Volkskrankheit Parodontitis zwischen Gremien hin und her geschoben – zum Leidwesen der Patienten. „Das jedoch ist ethisch überhaupt nicht zu vertreten“, sagte Schrader. Der Chef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZBV), Wolfgang Eßer, verdeutlichte die Zwickmühle für die Zahnärzteschaft: „Da wird voraussichtlich etwas in den Leistungskatalog gebracht, dessen Honorierung erst später festgesetzt wird“, sagte er um Vertrauen für die Verhandlungsführerschaft der KZBV werbend. „Wir gehen hier mit einem blinden Auge in den Prozess hinein.“ Trotz einiger Stimmen aus der HV, die PAR-Therapie nicht in den gesetzlichen Leistungskatalog zu integrieren, sondern als ausschließliche Privatleistung zu erhalten, erhielt ein gemeinsamer Antrag mehrerer Landesverbände und des Bundesvorstandes einhellige Zustimmung. Der Antrag machte sich für eine grundlegende Reform der vertragszahnärzlichen Versorgung im Leistungsbereich Parodontitistherapie stark, um allen Patienten den Zugang zu einer notwendigen Versorgung zu ermöglichen.
sas

„Gut gerüstet in die Zukunft“: FVDZ startet Existenzgründerprogramm

Der FVDZ startet 2018 ein Existenzgründerprogramm – exklusiv für Mitglieder. Damit erhalten Berufsanfänger alle zentralen Informationen zur beruflichen Orientierung und zur Gründung und Führung einer eigenen Praxis. Im Fokus stehen Themen wie Betriebswirtschaft, Personalmanagement und Arbeits-, Berufs- und Vertragsrecht. Erfahrenen Referenten werden theoretisches und praktisches Wissen vermittelt. Das Programm enthält zwölf frei wählbare Tagesseminare verteilt auf 18 Monate. Interessenten können somit jederzeit starten und berufsbegleitend an der Qualifizierung teilnehmen. Die Seminargebühren sind für studentische Mitglieder ab dem 9. Semester und angestellte Zahnärzte bis zum 5. Berufsjahr kostenlos. Ziel des Programms ist,  junge Kollegen über die Niederlassung zu informieren, sie zu begleiten und Mut zu machen.
red

 

Zu guter Letzt:

Britische Zahnärzte warnen: Popcorn ist Zahnkiller

Popcorn ist in Großbritannien so beliebt wie noch nie, immer mehr Briten greifen zu dem vermeintlich gesunden Snack. Britische Zahnärzte warnen jedoch vor den Folgen, denn immer mehr Zahnverletzungen sind auf Popcorn zurückzuführen. Kleine Stücke können zwischen den Zähnen steckenbleiben und Teile unter das Zahnfleisch rutschen. Dies kann zu Entzündungen und letztendlich zu Zahnfleischerkrankungen und Zahnverlust führen. Die Schalenreste sind auch durch Zähneputzen oder der Benutzung von Zahnseide nicht einfach zu entfernen. Die Zahl der durch Popcorn verursachten Zahnprobleme sind in den letzten drei Jahren um 50 Prozent gestiegen.
Quelle: Sunday Telegraph