FVDZ aktuell vom 16.10.2018

Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  • Hauptversammlung in Lübeck: Freier Verband zeigt Großinvestoren die Rote Karte
  • Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG): FVDZ veröffentlicht Stellungnahme
  • Adhäsive Zahnmedizin: „young dentists meeting“ am 19. und 20. Oktober 2018 in Bonn
  • Alternative auf dem Land: KBV will Intersektorale Gesundheitszentren schaffen
  • Zu guter Letzt: Totalprothesen aus dem 3-D-Drucker

 

Aus dem Verband:

 

Hauptversammlung in Lübeck: Freier Verband zeigt Großinvestoren die Rote Karte

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hat auf der Eröffnung der Hauptversammlung (HV) in Lübeck ein klares Zeichen gesetzt und von Fremdinvestoren betriebenen zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) die Rote Karte gezeigt. Damit wurden auch die Politik und insbesondere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im laufenden Gesetzgebungsverfahren zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zu Korrekturen aufgefordert. „Noch haben wir es selbst in der Hand, die Zukunft unserer Berufsausübung zum Wohl unserer Patienten selbst zu gestalten, nämlich entweder als Erfüllungsgehilfen einer desolaten Politik und als Handlanger von Gewinnmaximierern oder aber als freie selbstbestimmte Ärzte und Zahnärzte im Dienst unserer Patienten“, erklärte der Bundesvorsitzende des FVDZ, Harald Schrader.

Dr. Heiner Garg, Minister für Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein, sprach ein Grußwort. Das Festreferat hielt Prof. Dr. Jürgen Wasem zum Thema: „Der selbstständige freiberufliche Vertragszahnarzt aus ökonomischer Perspektive“. Er folgerte, dass der Gesetzgeber auf „gleichlange Spieße“ zwischen freiberuflichen Vertragszahnärzten und MVZ achten sollte. An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Minister Garg, Prof. Dr. Wasem und dem Bundesvorsitzenden, auch Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) sowie Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), teil. Es bestand Konsens, dass der Berufsstand am Scheideweg steht, aber dass sich der FVDZ gemeinsam mit KZBV und BZÄK für eine wohnortnahe, hochqualitative und flächendeckende Versorgung der Patienten einsetzen will und die ethisch-moralischen Werte der Zahnheilkunde nicht dem Investorenmodell preisgeben wird. Bei der dreitägigen Hauptversammlung widmeten sich die Delegierten in ihren Debatten neben der Kampagne des Verbandes gegen die Ausbreitung von Fremdinvestoren in der Zahnmedizin auch der Telematikinfrastruktur sowie dem Thema Freiberuflichkeit. Außerdem forderte die HV einen Strategiewechsel, um den jahrzehntelangen Stillstand beim GOZ-Punktwert aufzubrechen.

jg

 

Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG): FVDZ veröffentlicht Stellungnahme

Der FVDZ begrüßt die Zielrichtung des Gesetzentwurfes, Pflege und Betreuung von Patienten und Pflegebedürftigen weiter zu verbessern. Besonders die vorgesehenen Schritte zur Verbesserung und zum Ausbau zahnmedizinischer Betreuung und Leistungen, die über das bestehende AuB-Konzept hinausgehen, wertet der Verband positiv. Auch die Aufhebung der Genehmigungserfordernis bei Krankenfahrten begrüßt der FVDZ. Jedoch atmet auch dieses Gesetz wieder Zwangsregulierung, anstatt Anreize zu setzen. Die aktuelle Stellungnahme finden Sie hier, und auch im Freien Zahnarzt wird das Thema ausführlich beleuchtet.
jg

Adhäsive Zahnmedizin: „young dentists meeting“ am 19. und 20. Oktober 2018 in Bonn

Die Initiative young dentists (yd²) bietet dem zahnärztlichen Nachwuchs und Praxisgründern Orientierung und Unterstützung. Die Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und dem Freien Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) vermittelt dabei Starthilfe in Form von kostengünstigen Seminaren in allen Bereichen.
Am 19. und 20. Oktober 2018 findet im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn wieder das zweitägige „young dentists meeting“ statt – diesmal zum Thema Adhäsive Zahnmedizin. Im betriebswirtschaftlichen Seminar „Adhäsive Restaurationen - von der betriebswirtschaftlichen Kalkulation bis zur rechtssicheren Berechnung“ zeigt Zahnarzt Robert Schwan am Freitag die korrekte Berechnung adhäsiver Restaurationen für gesetzlich und privat Versicherte (einschließlich der nicht in den Gebührenverzeichnissen enthaltenen Versorgungsformen).

Am Samstag geht es im wissenschaftlichen Teil um „Adhäsive Zahnmedizin - rundherum an einem Tag“. Univ.-Prof. Dr. med. dent. Prof. h.c. Roland Frankenberger beleuchtet in seinem Seminar alle klinisch relevanten Fragen zur Adhäsivtechnik. Ab 80 Euro Seminargebühren (inkl. Unterkunft und Verpflegung) sind Sie dabei. Mehr Infos unter: www.young-dentists.de

red

 

Aus der Gesundheits- und Berufspolitik:

 

Alternative auf dem Land: KBV will Intersektorale Gesundheitszentren schaffen

Für die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) künftig auch auf so genannte Intersektorale Gesundheitszentren (IGZ) setzen. Diese Zentren sollen komplett im ambulanten Sektor angegliedert sein und in erster Linie als Angebot für die regionale Grundversorgung verstanden werden. „Viele kleine Krankenhäuser insbesondere in ländlichen Regionen kämpfen ums Überleben“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen vergangene Woche auf einer Pressekonferenz in Berlin. „Deshalb habe wir uns gefragt, wie sich diese Standorte so umbauen lassen, dass die Versorgung vor Ort erhalten bleibt.“ Die Lösung sieht die KBV und ein von ihr in Auftrag gegebenes wissenschaftliches Gutachten in Versorgungseinheiten, deren Angebot über die klassische ambulante Leistungspalette hinausgehen soll. In IGZ vorgesehen sind auch Bettenabteilungen, in denen Patienten maximal fünf Tage bleiben können. Die Gutachter der Universität Bayreuth und der Oberender AG sehen darin die Möglichkeit, die Lücke zwischen der Kurzzeitpflege und der meistens sehr kostenintensiven stationären Versorgung zu schließen. Kernleistungen dieser so genannten erweiterten ambulanten Versorgung (EAV) soll eine allgemeine, internistische und chirurgische Grundversorgung sein, die beispielsweise in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten erweitert werden kann. „Es könnten auch Fachärzte tageweise vor Ort sein“, ergänzte KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister. Die Gutachter haben bundesweit insgesamt 75 Landeskrankenhäuser mit 51 bis 150 Betten als idealtypische Standorte für neue IGZ ausgewiesen, davon allein 20 in Bayern. Die KBV fordert nun den Gesetzgeber auf, langfristig rechtliche Rahmenbedingungen vor allem in den Bereichen Honorierung und Bedarfsplanung zu schaffen, damit sich IGZ in Deutschland etablieren können.
mf

 

Zu guter Letzt:

 

Totalprothesen aus dem 3-D-Drucker

Eine sorgfältige Mundhygiene ist auch bei einer Prothese sehr wichtig. Bei senilen oder mobil eingeschränkten Patienten ist das häufig nicht einfach zu bewerkstelligen und so können Zahnfleischentzündungen die Folge sein. Ein Forscherteam der University at Buffalo im Bundesstaat New York (USA) konnte nun Abhilfe schaffen, indem sie eine Totalprothese aus dem 3-D-Drucker gefertigt haben. Diese enthält ein antimykotisches Medikament, das während des Tragens durchgehend abgesondert wird. Kleine Kapseln, die das Fungizid enthalten und sich nach und nach zersetzen, werden bereits in die Druckmasse eingearbeitet. Im fertigen Endprodukt befindet sich die Kapselschicht außen an der Prothesenseite, die an den Schleimhäuten aufliegt. Ungeklärt ist bislang noch, wie lange die Totalprothese im Mund bleiben kann, bis die Wirkstoffe vollständig abgegeben sind. Außerdem müsste auch eine komplett neue Prothese gedruckt werden, wenn die Fungizid-Kapseln zersetzt sind, weil es unmöglich ist, diese nachzufüllen.

Quelle: ZWP online