Versorgungsstärkungsgesetz:

Zentralisierungsprozess gefährdet wohnortnahe Versorgung

"Der am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedete Entwurf zum Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) manifestiert den bereits von den Vorgängerregierungen eingeschlagenen Zentralisierungsprozess im Gesundheitswesen. Der Handlungsspielraum für freiberuflich arbeitende Ärzte und Zahnärzte wird weiter beschnitten, und die hochwertige flächendeckende medizinische Versorgung der Patienten gerät in Gefahr", erklärt Kerstin Blaschke, Bundesvorsitzende des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ), am 18. Dezember 2014 in Berlin. 

Hermann Gröhe versichert in seiner Stellungnahme zum Kabinettsentwurf, durch verbesserte Anreize für die Niederlassung und die gleichzeitige Förderung medizinischer Versorgungszentren den Bedürfnissen von Medizinern und Patienten gleichermaßen entgegenzukommen.

Der FVDZ sieht das anders: "Die neu geschaffene Möglichkeit für Kommunen, medizinische Versorgungszentren zu gründen, schafft eine ungleiche Wettbewerbssituation zwischen Freiberuflern und kommunalen Trägern", zeigt sich Blaschke überzeugt. "Für eine Verbesserung der wohnortnahen Versorgung wäre die Politik gut beraten, freiberufliche Praxisstrukturen zu stärken, anstatt Zentralisierungsprozesse voranzutreiben."

Zurück