Bürgerversicherung

FVDZ-Vorstände wollen Weiterentwicklung des dualen Systems – keine Einheitsversicherung aus FVDZ aktuell vom 11.12.17

Im Vorfeld von Verhandlungen einer neuen Großen Koalition haben die Vorstände des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) einer von der SPD geforderten Bürgerversicherung eine klare Absage erteilt. Bei ihren Sitzungen in München sprachen sich sowohl der FVDZ-Bundesvorstand als auch der Erweiterte Vorstand für den Erhalt und die Weiterentwicklung des dualen Gesundheitssystems aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung aus. Zwar gebe es in den nächsten Jahren Reformbedarf, allerdings „werden wir uns deutlich dafür einsetzen, dass unser Gesundheitssystem auch in Zukunft aus einer solidarischen und einer individuellen, privaten Krankenversicherung besteht“, machte die stellvertretende FVDZ-Bundesvorsitzende Gudrun Kaps-Richter deutlich. Das System könne auf der Basis der bestehenden Dualität weiterentwickelt werden. Der entscheidende Faktor für die Zahnärzteschaft sei der Erhalt der Therapiefreiheit für den Zahnarzt und die Wahlfreiheit des Patienten. „Nur dann können wir unsere Patienten nach ihren individuellen Vorstellungen behandeln“, sagte Kaps-Richter. Die Vorstände hatten sich bei der Tagung in München in Arbeitsgruppen mit dem Zukunftsweg der Zahnheilkunde und den Konsequenzen eines eventuellen Systemwechsels, wie eine Bürgerversicherung dies vorsieht, intensiv beschäftigt.
Um eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten aufrecht zu erhalten, werde das System aus GKV und PKV benötigt, stellte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader klar. „Eine Zwei-Klassen-Medizin gibt es in Deutschland nicht, sondern die wird erst eingeführt, wenn es eine Einheitsversicherung für alle gibt“, sagte Schrader. „Diese Einheitsversicherung wird es mit dem Freien Verband aber nicht geben.“ Der FVDZ werde sich für eine Öffnung des gesetzlichen Leistungskatalogs einsetzen, damit die Praxen auch zukünftig wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden können. „Jede Form von Gleichmacherei ist immer zum Schaden von Patienten“, betonte der FVDZ-Bundesvorsitzende. „Denn für eine gute und flächendeckende Versorgung brauchen wir auch vernünftige Rahmenbedingungen – und dafür muss ein sauberer Finanzierungsweg gefunden werden.“

Beschlüsse der Hauptversammlung zum Thema Bürgerversicherung

HV BS Bürgerversicherung 2004_2016.pdf (259,1 KiB)