FVDZ aktuell vom 19.5.2026
- 21. Praxis-Ökonomie-Kongress: Fit für den Alltag
- Bündnis Gesundheit: FVDZ schließt sich Resolution an
- Einbrüche in Zahnarztpraxen: Versicherungspolice prüfen
- Ärztetag: GKV-Reform unter Beschuss
- Ärztetag: mehr Prävention
- BVPG-Versammlung: „Prävention gehört ins Kanzleramt“
- Thüringen: Zahnärzte warnen vor Einschnitten
- ePA: Daten vor Beschlagnahme schützen
- Paristipp: Vorschüsse des Patienten bei Zahnersatz
Aus dem Verband
21. Praxis-Ökonomie-Kongress: Fit für den Alltag
Die Arbeit in Zahnarztpraxen verändert sich regelmäßig. Um für neue Herausforderungen und zeitgemäße Prozesse gewappnet zu sein, hatte der 21. Praxis-Ökonomie-Kongress des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ) auf Sylt wieder ein breites Spektrum praxisnaher Vorträge auf dem Programm. Zwei Tage lang haben vergangene Woche 150 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Westerland spannende und hilfreiche Infos zu Themen in den Bereichen KI, Betriebswirtschaft, Finanzen, Kommunikation, Recht und Steuern gehört. Der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl hat in seinem Vortrag über die GOZ dazu geraten, nicht auf die Politik oder einen rigorosen Systemwandel zu warten, sondern die eigene Situation selbst zu gestalten. „Schöpfen Sie die bestehenden Spielräume der GOZ voll aus, um angesichts Punktwerten aus dem vorigen Jahrhundert oder gar Jahrtausend wirtschaftlich zu arbeiten“, empfahl Öttl. Ein Highlight zum Auftakt des Kongresses war beim Dental-Business-Evening der Vortrag von Laura Zimmermann, Zahnärztin und frühere erfolgreiche Profi-Triathletin. Sie hat eindrucksvoll gezeigt, wie Hochleistungssport funktioniert und was sich daraus auf den Alltag im Beruf und privat anwenden lässt. Ganz im Sinne des „Sportsommers der Präventionsweltmeister“, den der FVDZ in diesem Jahr ausgerufen hat. Weitere Impressionen finden Sie auf Instagram.
Bündnis Gesundheit: FVDZ schließt sich Resolution an
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hat sich dem Bündnis Gesundheit angeschlossen und die Resolution zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenkassen mitunterzeichnet. Die Resolution, die mehr als 40 Organisationen und Verbände aus dem Gesundheitswesen unterschrieben haben, fordert vor allem eine bedarfsgerechte Finanzierung statt starrer Begrenzungen. Maßstab der Gesundheitsversorgung müsse der medizinisch notwendige Bedarf unter Berücksichtigung von Demografie, Morbidität und medizinischem Fortschritt sein und nicht eine einseitige Bindung der Ausgabenentwicklung an die Grundlohnsumme. Außerdem fordern die Verbände einen sorgfältigen Gesetzgebungsprozess anstelle des mit Zeitdruck abgelieferten Gesetzes. Zudem wird eine faire Verteilung der Lasten und die Stärkung der Prävention angesprochen, die nach Ansicht der Beteiligten im Gesundheitswesen zu kurz kommen.
Einbrüche in Zahnarztpraxen: Versicherungspolice prüfen
Bundesweit häufen sich derzeit Einbrüche in Zahnarztpraxen. Betroffen sind unter anderem Praxen in Langenhagen, Schaumburg, Leverkusen, Taufkirchen und Gilching – teils mit Schäden im sechsstelligen Bereich. Gestohlen werden gezielt hochwertige Dentalgeräte wie Intraoralscanner, Winkelstücke oder Endomotoren, die sich international weiterverkaufen lassen. Doch das eigentliche Problem zeigt sich oft erst danach: Viele Praxen sind unterversichert. Versicherungsverträge wurden häufig seit Jahren nicht angepasst, während die Wiederbeschaffungskosten für Dentaltechnik deutlich gestiegen sind. Im Schadensfall drohen dadurch erhebliche Eigenanteile. Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte empfiehlt daher dringend, die eigene Police zu prüfen:
• Versicherungssumme aktualisieren
• Neuwertversicherung kontrollieren
• Unterversicherungsverzicht prüfen
• Inventarlisten mit Fotos und Seriennummern sichern
Aus der Gesundheits- und Standespolitik
Ärztetag: GKV-Reform unter Beschuss
Der 130. Deutsche Ärztetag trägt die geplante Gesundheitsreform nicht mit. In einem Beschluss lehnte der Ärztetag das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in der vorliegenden Form ab. Zwar betonten die Delegierten, den Handlungsbedarf angesichts der Finanzierungslücken der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) anzuerkennen, allerdings nicht bei „ungerechter Lastenverteilung“. Im Kabinettsentwurf des Gesetzes werde die Übernahme versicherungsfremder Leistungen durch eine Steuerfinanzierung „auf ein maximales Minimum“ begrenzt. Dies ist für die Ärztinnen und Ärzte nicht akzeptabel. Tags zuvor hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die Pläne für die GKV-Reform noch gegen die geballte Kritik der Ärzteschaft verteidigt: „Es ist eine gemeinsame Kraftanstrengung. Und ja, es ist eine Zumutung“, hatte die Ministerin gesagt, aber die Situation lasse keine andere Wahl, da sonst der Systemkollaps drohe. Ärztepräsident Klaus Reinhardt hatte wiederholt für mehr Zeit für die Gesetzgebung plädiert, um zu guten Entscheidungen zu gelangen.
Quelle: Ärztezeitung, Tagesspiegel Background
Ärztetag: mehr Prävention
Der Deutsche Ärztetag hat außerdem einen stärkeren Fokus auf Prävention in der Gesundheitspolitik gefordert, das teilt der Ärztenachrichtendienst mit. Die Delegierten beschlossen in Hannover mit großer Mehrheit einen Leitantrag der Bundesärztekammer, der einen „Paradigmenwechsel“ hin zu mehr Gesundheitsförderung und weniger Reparaturmedizin vorsieht. Prävention sei „die beste Investition“, um das Gesundheitswesen langfristig zukunftsfähig zu machen. Gefordert würden etwa politische Maßnahmen für gesündere Lebensbedingungen, darunter eine Zuckersteuer, höhere Abgaben auf Alkohol und Tabak sowie mehr Bewegungsförderung. Die Delegierten forderten laut änd zudem, Kommunen grundsätzlich Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts zu ermöglichen, zum Schutz von Kindern und schwächeren Verkehrsteilnehmern. Man habe gewarnt, Prävention nur unter Kostengesichtspunkten zu betrachten. Wissenschaftliche und medizinische Bewertungen müssten im Vordergrund stehen. Zudem fordere der Ärztetag mehr Gesundheitsbildung in Schulen, Kommunen und Betrieben.
Quelle: änd
BVPG-Versammlung: „Prävention gehört ins Kanzleramt“
Es war viel die Rede vom „großen Möglichkeitsfenster“ für die Prävention bei der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) in Berlin. Weg vom Nischendasein hin zum „Kernstück zukünftiger Gesundheitspolitik“, wie die scheidende BVPG-Präsidentin Kirsten Kappert-Gonther, Bündnis 90/Die Grünen, sagte. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren im ersten Teil der Versammlung dazu aufgerufen, ihre Ideen zu Prävention, Gesundheitsförderung und Strategien zusammenzutragen – woraus dann ein Arbeitsauftrag an den neuen Vorstand der BVPG entstand, welche Themen vorrangig bearbeitet und in die Politik getragen werden sollen. „Im Moment ist Deutschland in Sachen Prävention so weit hinten wie beim ESC“, sagte Kappert-Gonther. „Das muss sich ändern.“ Die neu gewählte BVPG-Präsidentin Simone Borchardt, CDU und gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Partei, betonte in ihrer Antrittsrede den Stellenwert der Prävention für die anstehende Gesundheitsreform. Sie würde das Thema gern ganz oben anbinden und fachübergreifend behandeln: „Für mich gehört Prävention ins Kanzleramt“, sagte Borchardt.
Quelle: FVDZ
Thüringen: Zahnärzte warnen vor Einschnitten
Auch die Thüringer Zahnärzteschaft warnt in einer Pressemitteilung vor massiven Einschnitten in der zahnmedizinischen Versorgung durch das geplante GKV- Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Künftige Eingriffe in die Vergütung träfen Praxen und Beschäftigte, obwohl die Zahnmedizin laut Kassenzahnärztlicher Vereinigung (KZV) Thüringen und Landeszahnärztekammer kein Kostentreiber sei. Ihr Anteil an den GKV-Ausgaben sei seit der Jahrtausendwende von knapp 9 auf 5,7 Prozent gesunken. Beide sehen durch die Sparpolitik die Niederlassungsbereitschaft junger Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie die Versorgung gefährdet. Besonders kritisch sei der geplante Fachzahnarzt-Vorbehalt in der Kieferorthopädie. In Thüringen würden so laut KZV rund 11.300 Behandlungsplätze wegfallen. Der Thüringische KZV-Vorstandsvorsitzende Knut Karst warnt, ganze Regionen könnten so in eine Unterversorgung geraten. Kammerpräsident Ralf Kulick ergänzt, der Wegfall bewährter Behandlungsstrukturen nehme Versorgungslücken und spätere aufwendige Therapien bewusst in Kauf. Sie fordern, die geplanten Einschnitte und den Fachzahnarzt-Vorbehalt aus dem Gesetzentwurf zu streichen.
Quelle: Landeszahnärztekammer Thüringen
ePA: Daten vor Beschlagnahme schützen
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will den rechtlichen Schutz von Daten in der elektronischen Patientenakte (ePA) offenbar regeln, teilt der Ärztenachrichtendienst mit. Wie aus einem Schreiben an Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Bundesärztekammer (BÄK) und Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hervorgehe, arbeiteten Bundesjustiz- und Bundesgesundheitsministerium an einer gesetzlichen Klarstellung zum Beschlagnahmeschutz, der festlege, dass ePA-Daten bei polizeilichen Ermittlungen geschützt bleiben. KBV, BÄK und BPtK hatten auf eine rechtliche Lücke hingewiesen. Denn die Daten würden nicht in Arztpraxen, sondern bei den Krankenkassen als Anbieter der ePA gespeichert. Diese seien jedoch keine „mitwirkenden Personen“ im Sinne der Strafprozessordnung. Daraus ergebe sich nach Ansicht der Organisationen ein Risiko für den Schutz sensibler Gesundheitsdaten und das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten sowie Psychotherapeuten. Je mehr medizinische Informationen künftig in der ePA gebündelt würden, desto wichtiger werde der klare Schutz vor Beschlagnahme.
Quelle: änd
Praxistipp der Woche
Wer im Ruhestand finanziell gut versorgt sein will, sollte seine Altersvorsorge auf mehrere Säulen verteilen. Diese Aufwendungen können auch helfen, die aktuelle Steuerbelastung zu reduzieren.