Medizinische Versorgungszentren: Lukrativ für diese, kontraproduktiv für jene

FVDZ: Fremdkapital bringt Gesundheitswesen in Schieflage

Streitpunkt Medizinische Versorgungszentren: Die AfD will kommunale MVZ stärken, während die Linke ein Transparenzregister für privatfinanzierte Einrichtungen im Gesundheitswesen fordert. Anlässlich einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags am vergangenen Mittwoch, die entsprechende Fraktionsanträge zum Gegenstand hatte, hat der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) den Vorstoß, die Kapitalinteressen bei MVZ-Gründungen offenzulegen, begrüßt und erneut seinen Standpunkt klargestellt: „Investorengetriebene MVZ dienen nicht in erster Linie der optimalen Patientenversorgung, sondern dem Shareholder Value“, warnt der stellvertretende Bundesvorsitzende des FVDZ. Der Fokus liege hier auf Gewinnmaximierung und schnellem Wiederverkauf, die Verantwortlichkeitsstrukturen seien oft undurchsichtig.


Mit großer Sorge sieht der FVDZ, dass gewinnorientierte Fremdinvestoren den Profit vor das Patientenwohl stellten und damit den bewährten Grundsatz der medizinischen und ethischen Selbstverpflichtung der (Zahn-)Ärzteschaft unterhöhlten. Der Verband wähnt hier nicht nur die Patientenorientierung als oberste Priorität in Gefahr, sondern fürchtet auch einen deutlichen Wettbewerbsnachteil für die niedergelassenen (Zahn-)Ärzte, die, anders als Gesellschaften, „in persona“ für die Konsequenzen ihres ärztlichen Tuns verantwortlich gemacht werden könnten.
Das Argument, dass investorengesteuerte MVZ Versorgungsengpässe auf dem Lande ausgleichen könnten, lässt der FVDZ ebenfalls nicht gelten, würden diese Einrichtungen in der Realität doch vornehmlich in renditestarken Ballungsgebieten gegründet und gerade nicht in ländlichen Regionen.

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