Zu den Äußerungen von Sabine Dittmar (SPD) beim 14. Kassengipfel in Berlin

Freier Verband: Bedarfszulassung ist keine Lösung

Die Wiedereinführung der Bedarfszulassung im zahnärztlichen Bereich ist für den Freien Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) kein geeignetes Mittel, um die Problematik der investorengesteuerten zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren (Z-MVZ) zu lösen. Diese Idee hatte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, vergangene Woche in Berlin bei der Podiumsdiskussion des 14. Kassengipfels geäußert.

„Speziell bei den Zahnärzten könnte durch das Scharfschalten der Bedarfszulassung dem Problem mit den MVZ-Konstrukten doch recht einfach begegnet werden“, hatte Dittmar gesagt. Sie ließ dabei aber offen, ob es dahingehend einen Änderungsantrag für das derzeit abschließend im Bundestag beratene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) geben wird.


Für den FVDZ-Bundesvorsitzenden Harald Schrader geht der Vorschlag völlig am Problem vorbei. "Nirgendwo in Deutschland gibt es derzeit einen Mangel an zahnärztlicher Versorgung, weder qualitativ noch quantitativ", erklärt Schrader. "Gerade durch die Aussetzung der Bedarfszulassung vor mehr als zehn Jahren kriegen wir es in der Zahnärzteschaft gut hin, die Versorgung unserer Patienten selbst zu organisieren."


Eine erneute Einführung würde diese Errungenschaft konterkarieren. Die Aussagen Dittmars hält der Bundesvorsitzende für verfehlt, weil durch eine Bedarfszulassung den investorengesteuerten zahnärztlichen MVZ die Türen erst weit geöffnet würden. "Wir sehen, was im fachärztlichen Bereich passiert ist: MVZ kaufen Arztsitze im großen Stil auf und zerstören damit das System der freiberuflichen Niederlassung", verdeutlicht Schrader. Es entstünden monopolartige Strukturen, wie im Bereich der Dialyse, der Labormedizin oder auch bei den Radiologen und Augenärzten.


"Wenn das im zahnärztlichen Bereich geschieht, ist die flächendeckende, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung unserer Patienten in wenigen Jahren am Ende. Die ambulante Versorgung wird verhökert: Private-Equity-Gesellschafen schöpfen dann die Rendite in großen Zentren ab". Freiberuflich selbstständige Praxen seien das Rückgrat der Versorgung. Wer sie durch unfairen Wettbewerb zerstöre, gefährde die Gesundheit der Bevölkerung. Dirigistische Maßnahmen, wie die SPD-Abgeordnete sie vorschlage, seien hier völlig verfehlt. "Da denkt die SPD wohl nicht bis zum Ende", sagt Schrader.


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